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Nachrichten Wissen Nur jeder fünfte Kinderteller in Restaurants ist gesund
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06:56 20.03.2019
Ein kleines Schnitzel mit Pommes, Fischstäbchen oder Spaghetti – für Kinder gibt es in Restaurants oft nicht nur kleinere Portionen, sondern auch nicht besonders gesunde Gerichte. Quelle: dpa
Berlin

Ob Nudeln mit Tomatensoße, ein kleines Schnitzel mit Pommes oder Fischstäbchen – Gerichte dieser Art gibt es im Kinderangebot von Restaurants häufig. Das seien für den Nachwuchs viel zu viele Kalorien und Fette, meinen Kritiker. Auch Ernährungsministerin Julia Klöckner sieht darin ein Problem: Laut dem Ernährungsministerium gelten rund 15 Prozent der Kinder hierzulande als übergewichtig oder fettleibig.

4 von 5 Speisen auf Kinderkarten ungesund

Die Debatte wurde durch eine Studie der Universität Heidelberg verursacht. Dabei wurden 1877 Kindergerichte auf Speisekarten bewertet. Das Ergebnis: Rund vier von fünf untersuchten Speisen seien aus ernährungswissenschaftlicher Sicht schlecht für den Körper, weil sie zu viele Fette und Kalorien, wenig Nährstoffe und oft rotes Fleisch enthielten. Bei 54 Prozent der untersuchten Speisen waren Pommes die Beilage. Vollkornprodukte fanden sich kein einziges Mal.

Dehoga weist Kritik zurück

Schon bevor es zu einem gemeinsamen Gespräch mit der Ministerin kam, signalisierte der deutsche Hotel- und Gaststättenverband Dehoga, dass er von der Kritik nichts halte. Die Ergebnisse einer Studie, nach der die Mehrzahl der Kindergerichte in Gaststätten ungesund seien, könne man nicht nachvollziehen, teilte der Verband auf Anfrage mit.

Gesunde Ernährung: Ein Auftrag der Eltern?

„Letztendlich liegt die Entscheidung darüber, was gegessen wird und die Verantwortung für eine ausgewogene Ernährung in der Hand der Eltern“, hieß es. Das Speiseangebot für Kinder gehe weit über die Kinderkarte hinaus: So sei es in vielen Restaurants möglich, dass Kinder zum Beispiel von der regulären Karte die halbe Portion bestellen. Auch sei zu berücksichtigen, dass es bei vielen Kindern zu Hause keine Pommes gäbe, sondern in Restaurants ausnahmsweise bestellt würden.

Vorlieben für Geschmäcker sind angeboren

Experten zufolge gibt es Vorlieben für Geschmäcker, die uns angeboren sind. Man unterscheidet fünf Geschmackssorten: süß, salzig, bitter, sauer und umami. Umami kommt aus dem Japanischen und bedeutet so viel wie würzig oder herzhaft.

„Es ist uns angeboren, dass wir süß und umami mögen“, sagt die Geschmacksforscherin Kathrin Ohla. „Das macht auch Sinn, denn die Milch, die ein Baby nach der Geburt von der Mutter trinkt, ist sehr süß.“ Sie enthält etwa Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate und Aminosäuren. Das brauchen Babys um zu wachsen – und um diese Milch zu mögen, sind die Geschmäcker süß und umami wichtig.

Abneigung gegen Bitteres

„Bitter lehnen wir dagegen grundsätzlich ab“, sagt der Experte Maik Behrens. Auch das ist erst mal sinnvoll – denn häufig sind für uns schädliche Stoffe bitter. Viele bitterschmeckende Lebensmittel aber schaden uns keineswegs, sondern sind sogar gut für uns.

„Wenn man zum Beispiel lernt, dass bitter nicht schlecht sein muss, dann beginnt man, den bitteren Geschmack zu dulden“, sagt Maik Behrens. Das gilt zum Beispiel bei Gemüse wie Rosenkohl und Brokkoli. Wir lernen also, was unschädlich ist. Was man mag und was nicht, ändert sich auch im Laufe eines Lebens.

Doch gut Ding will Weile haben: Einmal etwas Brokkoli zu essen, reiche nicht, sagt Kathrin Ohla. „Wenn man etwas öfter probiert, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass man es irgendwann mag.“

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Von RND/dpa/jo

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