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09:24 02.10.2018
Der Stand des DLRs auf dem International Astronautical Congress in Bremen.
Der Stand des DLRs auf dem International Astronautical Congress in Bremen. Quelle: Mohssen Assanimoghaddam/dpa
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Bremen

Die Raumfahrtbranche sieht sich vor einem Wandel. Die Digitalisierung und die Gründung von New Space-Firmen veränderten auch die Rollen der nationalen Raumfahrtagenturen, sagte der Chef der europäischen Raumfahrtagentur Esa, Jan Wörner, am Montag auf dem weltgrößten Raumfahrtkongress IAC in Bremen. Das wirke sich auch auf die Raumfahrtprogramme aus. „Wir brauchen neue Instrumente.“

„Involving everyone“ (Jeden beteiligen) – lautet das Motto des 69. International Astronautical Congress (IAC), zu dessen Eröffnung am Montag mehr als 6000 Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik kamen. Es ist ein Motto, das sich auch die Raumfahrtagenturen zunehmend auf die Fahnen schreiben.

In der Vergangenheit haben die Raumfahrtagenturen alles bestimmt

Als Beispiel nannte der Chef der US-Raumfahrtagentur Nasa, Jim Bridenstine, das geplante „Deep Space Gateway“, eine Raumstation, die um den Mond kreisen soll. „Es ist eine offene Architektur. Wir wollen alle daran beteiligen“, sagte Bridenstine. Mit Hilfe von internationalen und kommerziellen Partnern wollten die USA künftig nachhaltig – also mit wiederverwendbarer Technik – von der Erde zum Mond und darüber hinaus gelangen.

In der Vergangenheit hätten die Raumfahrtagenturen bei der Erkundung des Weltalls alles bestimmt und dafür das Geld der Steuerzahler eingesammelt, sagte Esa-Chef Wörner. Diese Zeiten seien vorbei. „Wir alle wissen, wie wichtig die internationale Zusammenarbeit ist“, ergänzte der Präsident der kanadische Raumfahrtagentur CSA, Sylvain Laporte. Doch heute müssten auch Unternehmen, Forschungseinrichtungen und die Öffentlichkeit stärker beteiligt werden.

So hat die CSA jüngst die Kanadier bei der Auswahl neuer Astronauten beteiligt. Um mehr über Raumfahrtmedizin zu lernen, luden die CSA-Experten Mediziner im ganzen Land zu runden Tischen. Für eine stärkere internationale Zusammenarbeit setzt sich auch die japanische Organisation für Luftfahrt und Weltraumforschung Jaxa ein. Ihr Präsident Hiroshi Yamakawa stellte jedoch klar: „Ich glaube nicht, dass wir eine internationale Raumfahrtagentur brauchen.“

Airbus startet einen neuen Wettlauf zum Mond

Fast 50 Jahre nach der ersten Mondlandung soll ein neuer Wettlauf zum Mond technische Innovationen für eine Rückkehr zum Erdtrabanten voranbringen. Start-ups sowie kleine und mittlere Unternehmen aus aller Welt sind dazu aufgerufen, sich ab Anfang 2019 mit ihren Ideen an dem Wettbewerb zu beteiligen, wie Airbus Defence and Space am Montag auf dem IAC. Der Luft- und Raumfahrtkonzern hat das „Moon Race“ initiiert.

Gefragt sind Innovationen zur Herstellung von Gegenständen aus Rohstoffen auf dem Mond, zur Energieversorgung, zur Gewinnung von Rohstoffen wie Wasser und zur Errichtung von Gewächshäusern. In jeder Kategorie müssen die Teilnehmer bestimmte Ziele erreichen. Eine Jury aus unabhängigen Experten soll die Sieger küren, die Preisgelder erhalten sollen. Weitere Details wollen die Wettbewerbsgründer Anfang 2019 mitteilen.

Von dpa/RND