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Nachrichten Wissen Neue Goldspuren auf Himmelsscheibe von Nebra entdeckt
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14:12 11.06.2019
Zu Demonstrationszwecken wird in der Werkstatt vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt eine Nachbildung der Himmelsscheibe von Nebra mit einem Mikroskop untersucht. Quelle: Sebastian Willnow/dpa
Halle

Langsam fährt die Kamera in das Innere der Himmelsscheibe von Nebra. Auf dem Monitor taucht in farbiger, gestochen scharfer 3D-Auflösung ein Graben auf. Behutsam tastet das Objektiv den Grabengrund ab, und plötzlich taucht es auf: Gold. Die Szene erinnert an eine U-Boot-Fahrt im Marianengraben. Aber das Ganze spielt sich unter einem Digitalmikroskop im Mikrometerbereich ab. „Die rasante Entwicklung der Technik macht das möglich“, sagt Landesarchäologe Harald Meller. „Das Gold wurde aufgrund der farbigen Wiedergabe entdeckt. Ein Elektronenrastermikroskop kann keine Farben abbilden.“

„Insgesamt sind auf der Himmelsscheibe 80 Goldpartikel in der Größenordnung von 30 Mikrometer nachweisbar“, sagt der Leiter der Restaurierungswerkstatt des Landesmuseums Halle, Christian-Heinrich Wunderlich. Zum Vergleich, ein Mikrometer ist ein tausendstel Millimeter. „Die Formen der Spuren reichen von kreisrund über oval bis länglich.“

Spuren weisen auf dilettantische Reinigung hin

Einige Partikel wurden im Curt-Engelhorn-Zentrum für Archäometrie in Mannheim analysiert. Fazit: „Die Parameter stimmen mit dem zweiten noch vorhandenen Horizontbogen weitgehend überein“, sagt Experte Ernst Pernicka.

Die Himmelsscheibe von Nebra steht als Leihgabe in einer Glasvitrine in der Ausstellung „Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“ im Martin-Gropius-Bau in Berlin. Quelle: Anne Pollmann/dpa

Und noch etwas wurde entdeckt: „Auf der über 3600 Jahre alten Himmelsscheibe fanden sich historische Reinigungsspuren“, sagt Wunderlich. „Die gesamte Scheibe wurde mit einem sehr feinen Sand poliert.“ Daneben gibt es auch moderne Kratzer, als Folge des Reinigungsversuches mit Stahlwolle durch einen der Hehler.

Himmelsscheibe zum Glänzen gebracht

Die Bronzescheibe mit Goldauflagen zeigt die älteste konkrete Himmelsdarstellung der Welt. Das Original steht im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle. Zwei Raubgräber hatten am 4. Juli 1999 mit Hilfe eines Metallsuchgerätes die Himmelsscheibe, zusammen mit einem Bronzeschatz, entdeckt.

„Möglicherweise haben Diener des damaligen Herrschers die Scheibe poliert und damit zum Glänzen gebracht“, sagt Meller. „Das Ganze geschah vermutlich in einer langen, vom Herrscher genutzten Königshalle. Der Grundriss eines derartigen Gebäudes mit 44 Metern Länge wurde 2011 bei einer Ausgrabung bei Dermsdorf entdeckt.“

Was ist unter dem Gold verborgen?

„Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen“, erklärt Wunderlich. „Zurzeit wird mit dem Digitalmikroskop die gesamte Scheibe vermessen. Der Datensatz wird als hochauflösende Dokumentation der weiteren Forschung zur Verfügung stehen.

Heiko Breuer vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt sitzt in der Werkstatt der Einrichtung an einem Monitor, auf dem eine mikroskopische Aufnahme der Himmelsscheibe von Nebra gezeigt wird. Quelle: Sebastian Willnow/dpa

Von der Scheibe sei auch eine Computertomographie gemacht worden, sagt Wunderlich. „Allerdings konnten die Daten aufgrund der Scheibengeometrie und fehlender mathematischer Berechenbarkeit noch nicht ausgewertet werden.“ Die Computertomographie kann Bilder aus dem kompletten Inneren der Scheibe liefern. „Interessant ist zu sehen, was unter den Goldauflagen verborgen ist, ohne die Scheibe zu beschädigen“, sagt Wunderlich.

Forschungen zum Fürstengrab laufen weiter

Zudem laufen die Forschungen zum Fürstengrab „Bornhöck“ bei Dieskau (Saalekreis) weiter. In dem rund 3800 Jahre alten bronzezeitlichen Hügelgrab „Bornhöck“ lagen einst zwei Fürsten. Ende 2017 kamen Reste der Grabkammer im Block, Gesamtgewicht 75 Tonnen, in die Restaurierungswerkstatt des Landesmuseums Halle. Es soll untersucht werden, ob mit Hilfe der Metallionenanalyse der indirekte Nachweis von Metallbeigaben erbracht werden kann und ob das Metall mit dem auf der Himmelsscheibe übereinstimmt.

Von RND/dpa

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