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Wissen Mückenstecker: Gesundheitlich und ökologisch bedenklich?
Nachrichten Wissen Mückenstecker: Gesundheitlich und ökologisch bedenklich?
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11:02 28.06.2019
Um sich vor lästigen Mückenstichen zu schützen, sollte man – laut Öko-Test - besser nicht zu Mückenstecker greifen. Quelle: dpa
Hannover

Eigentlich sollen sie vor lästigen Mücken schützen: Mückenstecker. Einmal in die Steckdose gesteckt, sollen sie die kleinen stechenden Insekten von einem fern halten. Doch die meisten von ihnen funktionieren nicht wie versprochen oder sind sogar gesundheitlich oder ökologisch bedenklich. Zu diesem Ergebnis kam jetzt Öko-Test (Ausgabe 7/2019). Insgesamt wurden neun Geräte aus drei unterschiedlichen Bereichen begutachtet und kein einziges davon sei empfehlenswert.

Mückenstecker mit Ultraschall

Dabei klingen die Mückenstecker erstmal nach einem wahren Wundermittel gegen Stechmücken. Ganz ohne Gift, nur über Impulse im Ultraschallbereich, die für den Menschen nicht hörbar sind, sollen die Insekten bei einigen Modellen vertrieben werden. Das versprechen zumindest die Anbieter. Doch wirkliche Beweise dafür gibt es nicht.

Wissenschaftler werteten für die Fachzeitschrift „Cochrane Libary“ zehn internationale Studien mit über 300 Versuchsbeobachtungen aus und alle kamen zu dem Ergebnis, dass die Mückenstecker, die mittels Ultraschall funktionieren sollen, keine Mücken vertreiben. Auch das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass die Stecker keiner Prüfung oder Zulassung unterliegen und daher keine Empfehlungen gegeben werden.

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Mückenstecker mit Biozidverdampfer

Auch die Biozidverdampfer versprechen gesundheitlich eine gute Alternative gegenüber den umstrittenen Insektensprays zu sein. Doch das ist laut Öko-Test nicht der Fall. Über die Verdampfer gelängen giftige Stoffe in die Atemluft und das über mehrere Stunden in der Nacht. Auch das Umweltbundesamt warnt vor einer Verwendung: „Der Einsatz von Mückensprays im Haushalt oder eine dauerhafte Biozidfreisetzung zur Mückenbekämpfung, beispielsweise durch Elektroverdampfer, kann nicht uneingeschränkt empfohlen werden, da hierbei die Wirkstoffe in die Atemluft abgegeben werden.“ Von einem Dauereinsatz sei daher abzuraten.

Biozidverdampfer: Auch andere Insektenarten leiden

Bei den abgegeben Stoffen handele es sich um Nervengifte, die sich laut des Pestizid-Aktions-Netzwerk (PAN) im Hausstaub absetzen und so zu einer anhaltenden Belastung führen können. Zudem seien die Produkte, die diese Stoffe verwenden, noch nicht amtlich auf ihre Risiken geprüft und wären nur wegen einer Übergangsregelung auf dem deutschen Markt. Auch aus ökologischer Sicht ist von einem Einsatz abzuraten, weil die Gifte auch anderen Insekten, wie beispielsweise Bienen schaden würden. Daher sind auch die Mückenstecker der bekannten Marken wie Raid oder Aeroxon laut Öko-Test nicht empfehlenswert.

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Mückenstecker mit Hochspannungslichtfallen

Und noch ein Wundermittel gegen Stechmücken wird von Öko-Test als nicht empfehlenswert eingestuft: die Hochspannungslichtfallen. Eine UV- oder LED-Lampe lockt die Insekten an und sobald sie an das Hochspannungsgitter geraten, werden sie mit Stromstößen von 800 Volt getötet. Das Problem dabei sei nur: die Tiere werden nicht vertrieben oder sterben schmerzlos. Vielmehr versetzen die Stecker die Insekten meist in einen langen Todeskampf.

Lichtfallen für Mücken: Auch andere Insekten werden angelockt

Hinzu kommt, dass laut Öko-Test durch die Lichtfallen nicht nur Mücken, sondern alle Insekten angelockt werden, unter ihnen auch bedrohte Arten. Vor allem harmlose Zweiflügler und nachtaktive Schmetterlinge würden von den Fallen angelockt. Mücken hingegen reagieren laut dem Naturschutzbund Deutschland vor allem auf ausgestoßenes CO² und fliegen daher gar nicht unbedingt zur Falle, sondern zum Menschen. In Deutschland sind die Lichtfallen daher im Freien verboten.

Statt Mückenstecker auf Fliegenklatschen und Moskitonetze setzen

Statt auf einen Mückenstecker zu setzen, empfiehlt Öko-Test daher eher zu den herkömmlichen Mitteln, wie Fliegenklatschen oder vorbeugenden Maßnahmen zu setzen. Moskitonetze vor Fenstern oder über dem Bett können die Insekten abhalten. Im Freien kann hingegen schon helle, weite Kleidung Abhilfe schaffen, da Stechmücken bevorzugt dunkle Farben anfliegen. Und auch das Bewahren der Artenvielfalt trägt zum Schutz vor Stechmücken laut Öko-Test bei, da die natürlichen Feinde wie Spinnen oder Fledermäuse die Mücken-Population eindämmen.

Lesen Sie auch: So halten Sie Mücken ohne Chemie fern

Von RND/isa

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