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Wissen Legale Haushaltshilfen: So einfach melden Sie eine Putzkraft an
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09:29 18.07.2019
Wer zu Hause eine Haushaltshilfe beschäftigt, muss sie vorher anmelden. Quelle: Christin Klose/dpa-tmn
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Berlin

Die große Mehrheit der Putzkräfte in Deutschland arbeitet illegal. Das hat eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) ergeben. Demnach haben 88,5 Prozent der deutschen Haushalte mit einer Reinigungskraft diese nicht angemeldet. Damit beschäftigen die Haushalte die Personen schwarz. Wer dabei erwischt wird, dem droht ein Bußgeld.

Wie eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa im Auftrag der Minijob-Zentrale zeigt, sind die Risiken einer illegalen Beschäftigung den Deutschen durchaus bekannt. Trotzdem ist nur jede zehnte Haushaltshilfe in Deutschland bei der Minijob-Zentrale angemeldet. 95 Prozent der Befragten, die sich gegen eine Anmeldung aussprechen, vermuten einen großen bürokratischen Aufwand.

Einfach online oder per Post anmelden

„Viele Menschen wissen nicht, wie einfach die Anmeldung ist und wie gering die Abgaben tatsächlich sind, und nehmen wohl deshalb gewisse Sicherheitsrisiken in Kauf“, erklärt Heinz-Günter Held, Geschäftsführer der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See, zu deren Verbund auch die Minijob-Zentrale gehört.

Dabei ist das Anmelden einer Haushaltshilfe auf 450-Euro-Basis schnell und unkompliziert möglich. Verbraucher können online unter www.minijob-zentrale.de den Haushaltsscheck ausfüllen und absenden, wie die Deutsche Rentenversicherung Bund informiert. Auch Änderungen können sie dort einfach anzeigen. Ändert sich beispielsweise die Höhe des Verdienstes der Haushaltshilfe, eine Bankverbindung oder die Kontaktadresse, kann dies online mitgeteilt werden.

Alternativ können Privathaushalte die Angaben auch per Post oder Fax übermitteln. Dazu laden sie das Formular Haushaltsscheck herunter oder fordern es postalisch, telefonisch oder per E-Mail an.

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Welche Angaben sind nötig?

Bei der Anmeldung müssen Verbraucher ihre Kontaktdaten, Steuernummer und Bankverbindung eintragen. Außerdem werden Angaben zur Haushaltshilfe, dem Arbeitsentgelt und der Dauer der Beschäftigung erfasst. Wer nicht alle Angaben direkt zur Hand hat, kann die Anmeldung trotzdem übermitteln. Die Minijob-Zentrale nimmt dann Kontakt mit den Verbrauchern auf und unterstützt beim Vervollständigen der fehlenden Daten.

Zur Anmeldung einer Putzhilfe benötigen Verbraucher zudem eine Betriebsnummer für ihren privaten Haushalt. Wer noch keine hat, erhält diese automatisch von der Minijob-Zentrale. Auf Grundlage der Angaben zum Verdienst der Haushaltshilfe berechnet die Minijob-Zentrale die fälligen Angaben. Diese werden halbjährlich vom Konto abgezogen.

Haushalts-Anmeldung: Das sind die Voraussetzungen

Die Anmeldung mit dem Haushaltsscheck ist nur möglich, wenn es um ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis in einem Privathaushalt geht – also entweder um einen 450-Euro-Job oder einen kurzfristigen Minijob. Dabei muss es sich außerdem um eine typische haushaltsnahe Tätigkeit handeln.

Nicht angemeldet werden müssen dagegen sogenannte „Gefälligkeitsleistungen“, bei denen die Tätigkeit nicht auf Gewinn ausgerichtet ist. Darunter fallen laut Minijob-Zentrale zum Beispiel die Hilfe von Freunden, Angehörigen oder Lebenspartnern – auch dann, wenn sich Personen für die Tätigkeit mit einem Blumenstrauß oder einem angemessenen Taschengeld bedanken.

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Vorteile für beide Seiten

Von der Anmeldung einer Haushaltshilfe profitieren beide Seiten: Privatpersonen können 20 Prozent der Gesamtausgaben für eine Haushaltshilfe von der Steuer absetzen – bis zu 510 Euro pro Jahr. Beschäftigte haben unter anderem Anspruch auf bezahlten Urlaub und Entgeltfortzahlung bei Krankheit. Außerdem sind sie bei einem Unfall im Haushalt finanziell abgesichert und erwerben Ansprüche auf Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung.

Die Minijob-Zentrale übernimmt den Großteil der Arbeitgeberpflichten, etwa die Berechnung und den Einzug der Abgaben sowie die Meldung zur Unfallversicherung.

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Von RND/dpa