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Wissen Mathehausaufgaben: Die meisten Eltern glauben, ihren Kindern helfen zu können
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18:41 31.10.2019
Problemfach Mathe: Bei einer Verschlechterung der Noten sollten Eltern lieber professionelle Hilfe hinzuziehen.

Schwierigkeiten bei Mathehausaufgaben? Für die meisten Eltern in Deutschland ist das kein Problem. Eine aktuelle Forsa-Umfrage unter 1005 Eltern von schulpflichtigen Kindern hat ergeben, dass sich 80 Prozent der Mütter und Väter zutrauen, ihrem Nachwuchs Aufgaben und Rechenwege zu erklären. In der vom Nachhilfeinstitut Studienkreis beauftragten Umfrage sind es vor allem jüngere Eltern zwischen 25 und 29 Jahren, die ihre eigenen Fähigkeiten dafür als ausreichend (90 Prozent) empfinden. Bei den 50- bis 59-Jährigen trauen sich immerhin noch zwei Drittel (66 Prozent) an das oft unbeliebte Fach.

Das Selbstvertrauen der Eltern schwindet jedoch mit dem zunehmenden Alter der Schülerinnen und Schüler. Doch selbst die höhere Mathematik an Gymnasien scheint für 43 Prozent der Eltern kein Problem zu sein. Vor allem Männer lassen sich nicht von Wurzeln und Gleichungen abschrecken: In der Selbsteinschätzung in puncto Mathematiknachhilfe halten sich 83 Prozent der befragten Väter und 77 Prozent der Mütter für kompetent genug.

Forsa-Studie im Auftrag des Nachhilfeanbieters Studienkreis: Mehrheit der Eltern meint, bei den Mathehausaufgaben helfen zu können. Quelle: Studienkreis

Frauen helfen mehr, Männer fühlen sich kompetenter

Dabei sind allerdings Mütter (59 Prozent) hilfsbereiter als Väter (45 Prozent). Die Gründe, warum Eltern ihren Kindern nicht bei den Hausaufgaben helfen, sind mangelnde Zeit (22 Prozent), aber auch die Ansicht, dass das Kind die Aufgaben allein lösen sollte (19 Prozent). Dabei benötigen laut Müttern und Vätern etwa zwei Drittel der Kinder Hilfe bei Mathehausaufgaben.

Albert Lex, Mathematikexperte beim Studienkreis, sagt: „Hausaufgaben sind ein emotional besetztes Thema.“ Er begrüßt die grundsätzliche Bereitschaft vieler Eltern, sich mit dem Nachwuchs nachmittags hinzusetzen und zu üben. „Eltern möchten ihren Kindern gern selbst helfen, kommen dann jedoch schnell an ihre Grenzen“, sagt er. Dabei sei vor allem die Herausforderung herauszufinden, warum Schüler und Schülerinnen bestimmte Aufgaben nicht verstehen. Der Grund könne in früheren Wissenslücken liegen, auf denen die neuen Matheaufgaben aufbauen.

Streitpunkt Mathe

Meine Eltern sind beide zu ungeduldig, wir haben uns andauernd gestritten.

Emilia (12) aus Bad Bramstedt

In der Forsa-Umfrage gaben 22 Prozent der Eltern an, keine Mathehausaufgaben mit dem Kind zu machen, um Streit zu vermeiden. Diese Erfahrung teilen die Kinder und Jugendlichen, die vom Studienkreis Nachhilfe bekommen: „Mein Papa ist gut in Mathe, aber gemeinsam Hausaufgaben machen konnten wir nicht. Meine Eltern sind beide zu ungeduldig, wir haben uns andauernd gestritten“, erzählt die zwölfjährige Emilia aus Bad Bramstedt.

Der Expertentipp: Wenn die Noten plötzlich abrutschen und die Eltern merken, dass sie nicht helfen können, sollten sie nachfühlen und rechtzeitig nach anderen Unterstützung suchen. „Pädagoginnen und Pädagogen erkennen, welche Schlüsselthemen fehlen, und können gezielt nacharbeiten“, sagt Albert Lex. Dann könne sich ein Lernerfolg einstellen – und Mathe auch Spaß machen.

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