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Wissen Mindestens 135 Luchse streifen durch Deutschland
Nachrichten Wissen Mindestens 135 Luchse streifen durch Deutschland
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17:33 05.06.2019
Drei Bestände an Luchsen gibt es in Deutschland noch: In Ostbayern und vom Harz bis Nordhessen und Nordrhein-Westfalen. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
Bonn

Die Anzahl der gezählten Tiere geht aus einer Erhebung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Demnach wurden 43 Jungtiere und 85 ältere Luchse gezählt. Bei sieben weiteren Tieren konnte das Alter nicht bestimmt werden. Für den Vorjahreszeitraum hatte das Amt noch insgesamt 114 Tiere gezählt. Derzeit gibt es in Deutschland zwei größere Bestände: Eine Population lebt in Ostbayern, eine zweite erstreckt sich vom Harz bis nach Nordhessen und Nordrhein-Westfalen. In Rheinland-Pfalz wurde eine dritte Population angesiedelt, hier wiesen die Luchsbeauftragten erstmals zwei Jungtiere nach.

Erhaltung von Luchsen „kritisch“

In weiteren Bundesländern sind einzelne Luchs-Männchen unterwegs – meistens fehlen aber die Weibchen, die laut BfN größere Distanzen und insbesondere die Querung ungeeigneter Lebensräume oft meiden. BfN-Präsidentin Beate Jessel beschreibt den Erhaltungszustand der Tiere weiterhin als kritisch. „Vor allem durch die Zerschneidung von Lebensräumen und durch illegale Tötungen ist die Art hierzulande nach wie vor stark gefährdet.“ Hinzu komme, dass sich nur wenige Luchse tatsächlich fortpflanzten.

BUND und WWF fordern weiteren Schutz

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) begrüßte die gestiegenen Zahlen, fordert aber größere Anstrengungen. „Wir brauchen endlich eine bessere Vernetzung der Luchsvorkommen in Deutschland“, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Dazu müssten unter anderem mehr Querungshilfen über Straßen geschaffen werden. Außerdem seien illegale Tötungen konsequent zu verfolgen.

Laut der Natur- und Umweltschutzorganisation WWF sind Verkehrsunfälle der Hauptgrund für das Luchssterben. Zum Schutz des Luchses bräuchte es mehr zusammenhängende Waldgebiete und Möglichkeiten, Autobahnen sicher überqueren zu können. Aber auch langfristig benötige man „eine länderübergreifende Luchsstrategie und eine Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinaus“, sagt Moritz Klose vom WWF Deutschland.

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Von RND/dpa/ame

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