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07:30 05.10.2019
Skype, Telefonieren und Chatten sind bei einer Fernbeziehung wichtig - doch nichts ersetzt die echte Nähe. Quelle: Yakobchuk Olena - stock.adobe.com
Hannover

Berlin-München, Hamburg-New York, Stuttgart-London: Manche Paare trennen Hunderte oder gar Tausende Kilometer. In Deutschland lebten 2016 laut einer Studie der Online-Partneragentur Parship rund 1,7 Millionen Menschen mehr als hundert Kilometer voneinander entfernt. Damit führt jeder achte Deutsche eine Fernbeziehung - Tendenz steigend. Die Gründe hierfür sind ganz unterschiedlich: Studenten sind häufig in einer Fernbeziehung, weil sich ihre Universitäten an verschiedenen Orten befinden. Berufstätige Menschen müssen aufgrund ihres Jobs häufig weit voneinander entfernt wohnen. Wie schafft man es, trotz der Distanz Nähe zu schaffen?

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Wie können Paare mit einer Fernbeziehung umgehen?

Wenn Paare etwa aufgrund des Jobs, Studiums oder einer Fortbildung für bestimmte Zeit weit voneinander entfernt leben müssen, steht ihnen häufig eine harte Zeit bevor. Denn einer der beiden ist anfangs oft von allen Veränderungen überfordert - beispielsweise dem neuen Wohnort und der neuen (beruflichen) Situation. Für den anderen Partner geht das Leben in der gleichen Stadt mit dem gleichen Job weiter, er befürchtet aber, dass sich sein Partner verändern könnte. "Paare sollten auf jeden Fall abmachen, wie sie den Kontakt halten wollen. Ein regelmäßiger Videochat ist empfehlenswert, da sich beide so zu Gesicht bekommen können", sagt Paartherapeutin Andrea Bräu. Auch regelmäßig zu schreiben und zu telefonieren ist wichtig.

Doch nichts ersetzt die Nähe, die entsteht, wenn sich beide sehen. Tipp von der Expertin: "Den Urlaub kann man zum Beispiel möglichst so legen, dass sich beide während der Fernbeziehung für eine längere Zeit sehen können." Ein Kompromiss könnte auch sein, dass man sich – wenn möglich – an den meisten Wochenenden sieht. Zudem hilft es, sich vor Augen zu führen, dass die Fernbeziehung zeitlich begrenzt ist. Das gibt Sicherheit, weil Paare so auf etwas hinarbeiten können.

Wie geht man mit Sehnsucht in der Fernbeziehung um?

Als “Halb-Single” hat man Zeit, sich auf die eigenen Interessen zu konzentrieren.

Andre Bräu, Paartherapeutin

Das wohl schwierigste an einer Fernbeziehung: Die Sehnsucht nach dem Partner. Um die ausbleibende Nähe zum Freund oder zur Freundin zu kompensieren, wollen viele Menschen ständig miteinander in Kontakt bleiben - sei es über das Chatten, Telefonieren oder über den Videochat. "Man tut sich nicht immer einen Gefallen, wenn man jeden Abend zwei Stunden lang telefoniert", sagt die Expertin. Denn dadurch verlassen sich Betroffene nur auf ihren Partner und vergessen dabei, dass sie auch selbst etwas gegen ihre Sehnsucht tun können - etwa mit Freunden ins Kino zu gehen oder ein Hobby auszuüben. "Gerade das kann auch das Positive an der Fernbeziehung sein: Als "Halb-Single" hat man Zeit, sich auf die eigenen Interessen zu konzentrieren", sagt Bräu.

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Kann sich eine Fernbeziehung auch langfristig halten?

"Jede Beziehung braucht Nähe, daher wird es schwierig, eine Fernbeziehung auf Dauer zu halten", sagt Bräu. Es ist dabei ein großer Unterschied, ob die Beziehung als Fernbeziehung gestartet ist oder ob langjährige Partner in einer Fernbeziehung gelandet sind. Denn Letztere haben meist schon eine starke Basis in der Beziehung geschaffen. Und das ist für eine Fernbeziehung sehr wichtig, da sie viel Vertrauen benötigt. Gerade das macht den Umbruch aber auch sehr kompliziert.

Ist das Paar von Anfang an in einer Fernbeziehung gewesen, wird sich für eine erfolgreiche Partnerschaft früher oder später die Frage stellen, wer zu wem zieht. "Einer der beiden muss seine Wurzeln verlassen - das ist oft keine leichte Entscheidung", sagt Bräu. Denn solange sich das Paar nur selten sieht, bleibt es beim "Urlaubsfeeling". Sprich: Beide haben noch nicht erlebt, wie der Alltag miteinander aussieht. Der Alltag wird dabei oft als langweilig abgestempelt, ist aber sogar ein sehr bedeutsamer Teil einer Beziehung. "Der Alltag wird zu Unrecht verpönt. Auch Menschen, die beispielsweise eine Affäre führen, vermissen den Alltag", betont Bräu.

Oft versteckt sich hinter einer Fernbeziehung eine Bindungsangst.

Andrea Bräu, Paartherapeutin

Virtual Reality kann Fernbeziehungen verändern

Während wohl die meisten Paare in Deutschland ihre Fernbeziehung in Form von Telefonaten, Videotelefonie oder Chats pflegen, deuten sich weltweit im Bereich Virtual Reality ("virtuelle Realität") und Augmented Reality ("erweiterte Realität") weitere technische Neuheiten an, die künftig auch Paaren bei Fernbeziehungen nützlich sein könnten.

Ein Beispiel stellt beispielsweise das sogenannte Hug Shirt ("Umarmungs-Shirt") des britischen Unternehmens Cute Circuit dar. Bereits 2002 entwickelt, ermöglichen in das Oberteil eingebaute Sensoren eine haptische Kommunikation zwischen zwei Menschen. Der Hersteller verspricht, dass sich Menschen, die das Shirt tragen, berühren und umarmen können. Kostenpunkt: rund 400 Euro. In eine ähnliche Richtung geht eine sogenannte Feedback-Weste der amerikanischen Firma NeoSensory, die ebenfalls eine neue Form des Körperkontakts schafft.

Auch das Händchenhalten, das zwischen Pärchen eine besondere körperliche Bindung schaffen kann, könnte künftig auch auf technischem Wege möglich sein. Dafür könnten sensorische Handschuhe sorgen. Mitarbeiter der Simon Fraser Universität in Kanada entwickelten einen Handschuh, mit dem sich Paare auch über größere Distanzen an die Hand nehmen konnten. Das Händchenhalten sollte auch Frebble ermöglichen, dessen Produktion ein niederländisches Unternehmen mit der US-Crowdfunding-Plattform Kickstarter finanzierte.

Sensorische Handschuhe, haptische Oberteile und Jacken sowie Berührungsanzüge: Die Möglichkeiten in Sachen Virtual Reality könnten auch den Alltag von Paaren ändern, die eine Fernbeziehung führen. Quelle: Pexels/Pixabay

Ein Unternehmen in Großbritannien sowie eine chinesische Firma konzentrieren sich außerdem auf sogenannte Berührungsanzüge, die Computerspiele körperlich erfahrbar machen sollen. Die haptische Technologie könnte künftig eine körperliche Nähe zwischen Partnern herstellen, die eine Fernbeziehung führen und zum Beispiel gemeinsame Spaziergänge in virtuellen Welten ermöglichen.

Genauso könnten Hologramme des Partners dazu beitragen, Nähe zwischen Menschen zu schaffen, die an unterschiedlichen Orten leben. Die Anfänge hierfür könnte die sogenannte Gatebox ("Zugangs-Kasten") eines japanischen Unternehmens sein. Das Produkt, dessen Verkauf voraussichtlich Ende des Jahres für rund 1.300 Euro beginnt, schafft einen holografischen dreidimensionalen Partner, der mit Menschen interagiert und sie vor Vereinsamung schützen soll.

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Wann sollte man eine Fernbeziehung beenden?

Auch wenn man alles für die Beziehung gegeben hat, muss in manchen Fällen ein Schlussstrich gezogen werden. "Wenn man unzufrieden mit der Situation ist oder nicht mehr die gleichen Bedürfnisse hat, ist es meist besser, die Beziehung zu beenden", sagt Bräu. Bei manchen Paaren stellt sich etwa heraus, dass beide andere Vorstellungen an die Beziehung haben. Dem einen sind Nähe und viel Kontakt wichtig, der andere kommt besser mit etwas mehr Distanz klar. "Oft versteckt sich hinter einer Fernbeziehung eine Bindungsangst. Dies macht sich etwa bemerkbar, wenn jemand seinen Partner hinhält und nicht mit ihm zusammenziehen möchte", sagt die Paartherapeutin. Wer so einen Verdacht bei seinem Partner hat, sollte sich auf sein Gefühl verlassen und mit ihm reden, rät Bräu.

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Bei Fernbeziehungen stellt sich auch die Frage, über welchen Weg man Schluss macht. "Die Beziehung über das Handy zu beenden, halte ich grundsätzlich für völlig daneben", sagt Bräu. Doch wie beendet man die Beziehung, wenn man auf anderen Kontinenten lebt und sich nicht in absehbarer Zeit persönlich treffen kann? Bräu: "Wenn kein persönliches Gespräch möglich ist, dann muss man ein Telefongespräch führen." Dafür solle das aber ausführlich sein.

Von Ben Kendal, Fabian Lamster/RND

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