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Wissen Experten schlagen Alarm: So gefährlich sind Masern wirklich
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12:48 20.05.2019
Eine undatierte Abbildung zeigt Teile eines Masernvirus. Quelle: Cynthia Goldsmith/Centers for Di
Hannover

Mediziner schlagen Alarm: Gefährliche Infektionskrankheiten, wie Masern, Keuchhusten und Tuberkulose, sind in Europa auf dem Vormarsch und in Deutschland ein ernstes Problem. Allein 2018 infizierten sich europaweit 82 500 Menschen mit dem Masernvirus, 72 Todesopfer waren zu beklagen. „Bundesweit wurden 544 Masernfälle registriert, in diesem Jahr sind es bereits 387“, verdeutlicht Dr. Martina Littmann, Gesundheitsabteilungsleiterin im Landesamt in Mecklenburg-Vorpommern gegenüber der „Ostsee-Zeitung“.

Nach dem Oberarzt einer Greifswalder Kinderklinik Dr. Sebastian Schmidt wird der Impfung gegen die Infektionskrankheit zu Unrecht ein negatives Image angedichtet: „Wie bei allen Impfungen kann es zu leichten Nebenwirkungen kommen. Dazu zählen das Auftreten von Fieber oder kleineren Hautausschlägen“, erläutert Schmidt der „Ostsee-Zeitung.

In den meisten Fällen werden Betroffene schnell wieder gesund

Die möglichen Komplikationen beim Ausbruch einer Masernerkrankung seien jedoch viel gravierender. So belege die Statistik, dass jeder 1000. Masernpatient insbesondere eine entzündliche Hirnerkrankung entwickle und daran zehn bis 20 Prozent versterben, warnt der Arzt. Er betont, dass in Deutschland zwar etwa 95 Prozent der Kinder bis zu ihrem zweiten Geburtstag eine Masernimpfung erhielten, doch nur 74 Prozent auch die zweite. Dadurch sei der sogenannte Herdenschutz, der die Bevölkerung vor Epidemien bewahre, in Gefahr.

In den meisten Fällen werden die Betroffenen, die häufig unter Hautausschlag, hohem Fieber, Kopfschmerzen, Husten, Schnupfen und Bindehautentzündungen leiden, nach einigen Wochen wieder gesund, wie Dr. Littmann erklärt.

Erste Beschwerden nach acht bis zehn Tagen

Doch von 100 Erkrankten bekämen etwa fünf eine Mittelohrentzündung und im Schnitt erkrankt einer an einer Lungenentzündung. Zudem bestehe die Gefahr von Gehirnentzündungen, die bei etwa einem von 1000 Masernfällen auftrete. „Zehn bis 20 Prozent der Betroffenen sterben daran. Bei 20 bis 30 Prozent stellen sich schwere Folgeschäden, wie geistige Behinderungen oder Lähmungen, ein“, so Littmann.

Erste Beschwerden würden sich etwa acht bis zehn Tage nach der Ansteckung bemerkbar machen, weitere zwei Wochen bis zum Ausbruch des typischen Hautausschlages vergehen. Besonders gefährdet seien Säuglinge, die zu jung für eine Impfung sind.

Notimpfung für Ungeschützte bei Kontakt zu Masernpatienten

Unbedingt impfen lassen sollte sich nach Meinung der Expertin alle nach 1970 geborenen Erwachsenen, die bisher noch nicht gegen Masern geimpft wurden, in der Kindheit nur eine Impfung erhielten oder aber nicht wissen, ob sie bereits einen Impfschutz besitzen bzw. an Masern erkrankten.

Für den Fall, dass jemand Kontakt zu Masernpatienten hatte, aber nicht gegen die Krankheit geschützt ist, gibt es eine sogenannte Riegelimpfung. Dabei soll der Betreffende sich möglichst innerhalb von drei bis zehn Tagen nach dem Kontakt mit dem Erkrankten beim Arzt oder örtlichen Gesundheitsamt melden. „Hier erhält er die Dreifach-Immunisierung gegen Masern, Mumps und Röteln. Dadurch gelingt es zumeist, die Krankheit noch einzudämmen“, erklärt Dr. Littmann.

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Von Volker Penne/RND/ak

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