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Wissen Projekt Icarus zur Tierbeobachtung soll im Juni starten
Nachrichten Wissen Projekt Icarus zur Tierbeobachtung soll im Juni starten
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14:37 29.04.2019
Die Kosmonauten Oleg Germanowitsch Artemjew und Sergei Walerjewitsch Prokopjew bringen die Antenne an der Außenhülle der ISS an, die entscheidend für das Icarus-Projekt ist. Quelle: Alexander Gerst/ESA/dpa
Radolfzell/Bonn

Für das deutsch-russische Forschungsprojekt Icarus zur Erfassung von Tierwanderungen gibt es nach einigem Hin und Her nun einen Starttermin für den Sommer. „Wir haben mit den russischen Kollegen derzeit ein Anschaltdatum für den 24. Juni vereinbart“, sagte Johannes Weppler vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR/Bonn).

Die Forscher wollen die Tiere etwa mit daumennagelgroßen und fünf Gramm schweren Mini-Sendern ausstatten und mit Hilfe der ISS beobachten. Dafür war im vergangenen August eine Antenne bei einem Außenbordeinsatz an der ISS installiert worden. Die Wissenschaftler erhoffen sich von dem Projekt Aufschluss etwa über Wanderungen von Zugvögeln, was zum Artenschutz beitragen soll. Zudem könnte Icarus in der Zukunft als Frühwarnsystem etwa für Naturkatastrophen wie Erdbeben und Vulkanausbrüche dienen.

Ursprünglich sollte Icarus Anfang 2019 starten. Die Vorbereitungen dafür dauerten fast zwei Jahrzehnte. Die deutschen Partner finanzieren die Entwicklung der Technik, die Russen kümmerten sich um den Transport der Antenne zur ISS und die Installation im All.

Das Projekt könnte die These stützen, dass Tiere etwa vor dem Ausbruch von Naturkatastrophen unruhig werden oder ihr Verhalten ändern. Zudem könnten Auswirkungen des Klimawandels auf Zugtiere beobachtet und Schädlingsplagen wirksamer bekämpft werden, hoffen die Wissenschaftler. Forscher weltweit interessieren sich für die Möglichkeiten, die Icarus bietet.

Von RND/dpa