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Wissen 1998 HL1: Asteroid 162082 rast heute an Erde vorbei
Nachrichten Wissen 1998 HL1: Asteroid 162082 rast heute an Erde vorbei
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21:14 25.10.2019
Erdnahe Asteroiden nähern sich der Erdumlaufbahn auf bis zu 150 Millionen Kilometer. Als potenziell gefährlich werden sie ab 7,5 Millionen Kilometern Entfernung eingestuft.

Mit einer Geschwindigkeit von knapp 110.000 Kilometern pro Stunde und einem Durchmesser von circa neun Metern rast "2010RF12" auf die Erde zu. Ein maximales Einschlagsrisiko von knapp 6,3 Prozent beschert dem Asteroiden Platz eins auf der Risikoliste der ESA. Fast 900 solcher "near-earth asteroids" (NEA), also erdnaher Asteroiden, führt die Europäische Raumfahrtorganisation aktuell in ihrer Liste.

Sie alle eint: Die Wahrscheinlichkeit eines Einschlags auf der Erde ist gering, aber nicht null. Und das macht sie aus Sicht der Weltraumforscher gefährlich genug, um beobachtet zu werden. Doch wie groß ist die Gefahr wirklich und ab wann gilt ein Asteroid eigentlich als erdnah?

Asteroid 162082 (1998 HL1) am 25.10.2019: Ist er gefährlich?

Am Freitag, den 25. Oktober 2019, wird der Asteroid 162082 (1998 HL1) die Erde passieren. Experten geben bereits Entwarnung: Der Asteroid stellt keine Gefahr für die Erde dar, wird sich ihr jedoch bis auf 6,232 Millionen Kilometer nähern - dieser Abstand ist mehr als 16-fach so hoch wie der Abstand zwischen Erde und Mond. Dennoch ist der Asteroid 162082 eine Besonderheit: Denn er lässt sich anders als die meisten vorbeifliegenden Asteroiden mit einem Teleskop sehen.

Besonders gut stehen die Chancen gegen 19.20 Uhr, wenn der Asteroid seine größte Annäherung erreicht.

Erdnahe Asteroiden: Nasa nimmt mehr als 20 Objekte ins Visier

Asteroiden kommen der Erde immer wieder "nah". Im September hat die US-Raumfahrtbehörde 22 neue, sogenannte erdnahe Objekte ins Visier genommen. Unter den Asteroiden waren mindestens vier mit erheblichem Umfang, der größte soll nahezu einen Kilometer gemessen haben. Er sei damit fast 50-mal größer gewesen als der Meteorit, der 2013 im russischen Tscheljabinsk einschlug und über 1400 Menschen verletzte.

Auch im August 2019 flog ein 570 Meter großer Asteroid gefährlich nah an der Erde vorbei. Doch was bedeutet "gefährlich nah" überhaupt? Wie wahrscheinlich ist ein Einschlag auf der Erde? Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Asteroiden und einem Meteoriten?

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Asteroiden: Wie nah ist erdnah?

Für Erdverhältnisse scheint "erdnah" unvorstellbar weit weg. Laut Nasa gilt ein Objekt im Weltraum bereits als erdnah, sobald es sich der Erdumlaufbahn auf 150 Millionen Kilometer nähert. Zum Vergleich: Der Mond ist knapp 400.000 Kilometer von der Erde entfernt. Zudem kommt nur eine relativ kleine Anzahl sogenannter "near-earth objects" (NEO) der Erde nah genug, um ihr wirklich gefährlich werden zu können.

Also kein Grund zur Sorge? Nicht ganz, denn entscheidend ist nicht zuletzt auch die Größe des Objekts. Und hier sind die zuletzt von der Nasa beobachteten Asteroiden nicht zu unterschätzen. Vier der beobachteten Asteroiden sollen zwischen 370 und 990 Meter groß sein. Ab einem Durchmesser von 140 Metern oder mehr gelten NEOs als "potentially hazardous objects", also potenziell gefährlich für die Erde. Und diese kommen der Erdbahn immerhin schon 7,5 Millionen Kilometer nah, sagt Professor Alan Harris vom Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Wie viele erdnahe Objekte sind bekannt?

Insgesamt sind der ESA mehr als 600.000 Asteroiden in unserem Sonnensystem bekannt. Etwas mehr als 3 Prozent davon werden als erdnah klassifiziert. Die größte Gefahr geht dabei von mittelgroßen Objekten aus, mit Durchmessern zwischen zehn und hunderten Metern. Von diesen Asteroiden gibt es am meisten und ein Großteil von ihnen ist noch nicht entdeckt worden. Bei einem Einschlag auf der Erde könnten diese erheblichen Schaden anrichten.

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Wie hoch ist das Risiko eines Asteroideneinschlags auf der Erde?

Ob ein Asteroid, Meteorit oder sonstiges erdnahes Objekt auf der Erde einschlägt, ist eine Frage der Wahrscheinlichkeit. Als Maß dient Astronomen hierfür die sogenannte Palermo-Skala, die jedem Objekt einen bestimmten Wahrscheinlichkeitswert gibt. Basierend auf dieser Skala führt die ESA eine Risikoliste, auf der alle potenziell einschlagsfähigen Himmelskörper aufgeführt sind. Dabei handelt es sich also um jene, deren Einschlagswahrscheinlichkeit nicht null beträgt.

Zu den Faktoren, die in die Berechnung des Wertes einfließen, zählt neben Größe und Geschwindigkeit des Himmelskörpers unter anderem auch die bis zum potenziellen Einschlag verbleibende Zeit. Aktuell befinden sich mehr als 800 potenziell gefährliche erdnahe Objekte auf der Liste. Das sind die zehn gefährlichsten:

Name

maximale Einschlagswahrscheinlichkeit

Datum eines pot. Einschlags

Durchmesser (m)

Geschwindigkeit bei Eintritt in Erdatmosphäre (km/s)

2010RF12

1 zu 16

05.09.2095

9

12,29

2006JY26

1 zu 106

03.05.2074

8

11,57

2018VP1

1 zu 250

02.11.2020

2,3

14,69

2017WT28

1 zu 389

24.11.2104

8

12,04

2019DS1

1 zu 787

26.02.2082

26

15,32

2014JR24

1 zu 900

01.05.2069

4

11,78

2019LW4

1 zu 943

08.06.2083

15

14,12

2015YJ

1 zu 1019

14.12.2059

8

19,80

2012HG2

1 zu 1270

10.02.2071

13

11,66

2014OM207

1 zu 1404

25.07.2101

5

13,86

Stand: 23.10.2019, Quelle: ESA Space Situational Awareness

Das "Orbit Visualization Tool" der ESA zeigt die Flugbahn des Asteroiden "2010RF12". Zuletzt wurde der Asteroid im September 2010 beobachtet. Quelle: ESA/NEO Coordination Centre

Asteroid, Meteorit, Komet – was ist der Unterschied?

Für Laien ist es mitunter schwierig, zwischen den verschiedenen astronomischen Fachbegriffen zu unterscheiden. Das verbirgt sich hinter den unterschiedlichen Bezeichnungen:

Bei Asteroiden handelt es sich laut Nasa um Steinfragmente, die bei der Entstehung des Sonnensystems vor etwa 4,6 Milliarden Jahren übrig geblieben sind. Die meisten Asteroiden umkreisen die Sonne in einem Gürtel zwischen Mars und Jupiter. Ein Asteroid kann zwischen weniger als einem und Hunderten von Kilometern groß sein.

Kometen sind relativ kleine Himmelskörper, die, wie Asteroide, bei der Entstehung des Sonnensystems, gebildet wurden. Anders als Asteroide handelt es sich bei Kometen allerdings um Objekte aus Eis, Staub und lockerem Gestein. Nähern sich Kometen der Sonne, bildet sich eine Atmosphäre aus Gas und Staub, die von der Erde aus als heller Schweif zu erkennen ist.

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Bei Meteoriten muss zusätzlich zwischen Meteoroiden und Meteoren unterschieden werden. Dabei bezeichnen die unterschiedlichen Begriffe verschiedene Zustände desselben Objekts. Meteoroiden entstehen beim Zusammenstoß von Asteroiden. Beim Eintritt eines Meteoroiden in die Erdatmosphäre verglüht dieser und ist von der Erde aus als Meteor, besser bekannt als Sternschnuppe, zu erkennen. Schafft es ein Meteoroid dagegen durch die Erdatmosphäre und schlägt dieser auf der Erde ein, spricht man von einem Meteoriten – so geschehen in Russland im Jahr 2013.

Von Patrick Fam/RND

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