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Wissen Apfelsaison 2019: Alles rund um das Lieblingsobst der Deutschen
Nachrichten Wissen Apfelsaison 2019: Alles rund um das Lieblingsobst der Deutschen
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10:34 07.09.2019
Viele Apfelsorten sind im Herbst reif: Bei der Ernte ist Vorsicht geboten. Quelle: Pixabay (Symbolbild)
Hannover

Die Geschichte des Apfels ist eng mit der des Menschen verbunden. Seit mehr als 10.000 Jahren werden Wildäpfel in Europa und Westasien gesammelt. Davon zeugen Überreste von Apfelkernen in archäologischen Stätten. Doch vermutlich war der Apfel schon lange Zeit vor seiner Kultivierung fester Bestandteil der Nahrungskette: Laut einer Studie des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte (MPI-SHH) zeigen fossile und genetische Belege, dass Apfelbäume bereits seit Millionen Jahren recht große fleischige und süße Früchte entwickelten. „Diese waren wohl eine attraktive Nahrung für große Säugetiere“, so die Forschungseinrichtung. „Sie sorgten für eine Verbreitung der Äpfel.“

An Apple a Day Keeps the Doctor Away

„Ein Apfel am Tag hält den Arzt fern.“ Die alte englische Volksweisheit verspricht Wahres, denn die Frucht liefert Vitamine, Mineralstoffe, Pflanzenstoffe und leicht verdauliche Kohlenhydrate. Die meisten Nährstoffe sitzen direkt in oder unter der Schale. Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) beruft sich auf die folgende Tabelle. Sie zeigt den Nährstoffgehalt eines etwa 100 Gramm schweren Apfels.

Äpfel enthalten viele Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe. Quelle: BZfE

Das Aroma eines Apfels: Ein Zusammenspiel von Zucker und Säure

„Das Aroma eines Apfels wird stark geprägt durch das Verhältnis von Zucker und Säure“, erklärt das BZfE. „Aber auch die Verträglichkeit und Eignung für bestimmte Zwecke hängen vom Gehalt an diesen Inhaltsstoffen ab.“ Ein Boskoop-Apfel zum Beispiel habe einen Säuregehalt von 11 Prozent und enthalte zudem extrem viel Zucker. Gala- oder Delbarestivale-Äpfel hingegen gelten mit nur 4 Prozent als vergleichsweise säurearm.

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Allergie gegen Äpfel muss nicht sein

Ein Jucken im Mund- und Rachenraum, angeschwollene Lippen und ein Kratzen auf der Zunge: Das sind Symptome, unter denen die schätzungsweise vier Millionen Allergiker in Deutschland oftmals leiden, wenn sie in einen Apfel beißen. Das Hauptallergen ist ein Eiweiß namens Mal d1 – und je länger ein Apfel lagert, desto höher ist der Gehalt des Allergens. Doch es gibt Äpfel, die frisch durchaus von vielen Allergikern verzehrt werden können.

Wichtig ist für Allergiker dennoch, sich langsam an den Genuss des Apfels heranzutasten und mit einem kleinen Bissen anzufangen. Die Reaktion des eigenen Körpers muss eingeschätzt werden können. Hierbei kann auch eine Rücksprache mit dem Arzt hilfreich sein.

Apfelsaison 2019: Wie werden Äpfel geerntet?

Um zu erkennen, ob ein Apfel reif ist, eignet sich abgesehen vom Geschmacktest die sogenannte Kippprobe: Hierbei wird der Apfel vorsichtig um 90 Grad gekippt und etwas gedreht. Löst sich der Stiel dann problemlos von dem Ast, kann die Ernte eigentlich beginnen. Wer sich aber unsicher ist, kann den Apfel auch aufschneiden und prüfen, ob die Kerne leicht braun sind – ein Zeichen, das für die Reife spricht.

Druckstellen bei der Apfelernte vermeiden

Bei der Apfelernte ist Vorsicht geboten – denn sonst können Druckstellen entstehen. Viele Hobbygärtner schwören deshalb darauf, sich einen Stoffbeutel um den Hals zu hängen, in den sie die Äpfel behutsam hineinlegen. Hierbei ist es auch wichtig, den Beutel regelmäßig auszuleeren.

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So werden Äpfel richtig gelagert

Bei der Lagerung sollten Äpfel vorsichtig behandelt werden. Hobbygärtner sollten ihre Ernte möglichst nicht stapeln oder abwaschen, denn die natürliche Wachsschicht ist der beste Schutz beim Konservieren. Außerdem rät die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) zu Lagertemperaturen um vier Grad Celsius. „Ideal ist ein luftiger Gewölbekeller mit Lehmboden“, erklären die Experten. „Hier herrschen die notwendige Luftfeuchte und eine ausgeglichene Temperatur.“ Alternative Lagerstätten seien Garagen oder Schuppen.

Das Forschungsinstitut warnt außerdem davor, Äpfel und Gemüse zusammen zu lagern: Die Früchte produzieren das Reifegas Ethen (auch Äthylen genannt), welches dazu führt, dass Gemüse schnell welk wird.

Äpfel weit und breit: So verwerten Sie Fallobst

Manchmal ist die Ernte so ergiebig, dass Gärtner mit ihrem eigenen Obstverzehr kaum dagegen ankommen. Große Mengen Fallobst sind die Folge. Das Entsorgungsunternehmen Awigo erklärt, zu entsorgende Früchte gehörten in die Biotonne oder den eigenen Kompost im Garten. Besser sei jedoch eine Zweitverwertung durch eine Fahrt zur Mosterei. Annahmestellen, bei denen Äpfel gegen Saft getauscht werden können, gebe es an zahlreichen Standorten auf dem Land. „Hier werden leckere Säfte mit der reichhaltigen Ernte aus dem privaten Anbau produziert“, so das Unternehmen. „Darüber hinaus trägt eine solche Weiterverarbeitung auch nachhaltig zur Abfallvermeidung bei.“

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Von Jessica Orlowicz/RND

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