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Wissen Liveblog: Alexander Gerst ist wieder zurück auf der Erde
Nachrichten Wissen Liveblog: Alexander Gerst ist wieder zurück auf der Erde
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12:13 20.12.2018
Alexander Gerst nach seiner Rückkehr zur Erde. Quelle: Shamil Zhumatov/Pool Photo/AP
Baikonur

Im Sommer startete Alexander Gerst zur Internationalen Raumstation – nun ist der deutsche Astronaut nach rund einem halben Jahr auf die Erde zurück gekehrt.

Gemeinsam mit dem Astronauten Serena Auñón-Chancellor (USA) und dem Kosmonauten Sergej Prokopjew (Russland) landete er am Donnerstagmorgen gegen 6.00 Uhr MEZ in der kasachischen Steppe.

+++ 11.25 Uhr: Gersts nächste Tage werden hart +++

Eine große Party erwartete den deutschen Astronauten Alexander Gerst bei seiner Ankunft in Köln am Donnerstagabend nicht. Ein paar ausgewählte Besucher könnten mit ihm sprechen, dann sei erst einmal Ruhe angesagt, sagte Rüdiger Seine, Leiter der Astronautenausbildung bei der Europäischen Weltraumorganisation (Esa).

In den kommenden Tagen muss Gerst zahlreiche medizinische und wissenschaftliche Untersuchungen über sich ergehen lassen. „Bis Weihnachten kommen auf den Alexander Gerst noch mal einige harte Tage zu, wo wir ein sehr eng getaktetes Programm haben“, sagte Seine. „Diese ersten paar Tage nach der Rückkehr sind für die Umstellung des Körpers und der Körperfunktionen sehr wichtig und das wollen die Wissenschaftler natürlich beobachten.“

Am Freitag beginne Gersts Arbeitstag um 6 Uhr morgens mit einer „Batterie von Tests“ und einer ersten Physiotherapie-Einheit. Nach einem 12-Stunden-Tag heißt es um 18 Uhr Feierabend für den Raumfahrer. Die Weihnachtsfeiertage werde Gerst mit Freunden und Familie verbringen - wo, verriet Seine nicht. Fest steht: Gerst wird in den nächsten Tagen einen Chauffeur benötigen. „Er wird nicht selber Auto fahren können.“ Das liege daran, dass nach der Rückkehr aus der Schwerelosigkeit noch Auswirkungen auf das Gleichgewichtsorgan auftreten können.

Alexander Gerst trägt eine kasachische Tracht am Flughafen in Scheskasgan. Quelle: Shamil Zhumatov/POOL Reuters/AP/dpa

+++ 10.30 Uhr: Bilder von der Landung +++

Mehr Bilder von der Landung und eine Zusammenfassung der Ereignisse der Nacht, finden sie hier.

+++ 10.05 Uhr: Gerst fliegt nach Medizincheck zurück in die Heimat +++

Alexander Gerst hat die ersten Medizinchecks erfolgreich hinter sich gebracht. Nach ärztlicher Untersuchung sei die Besatzung der Sojus-Kapsel „MC-9“ mit einem Hubschrauber nach Karaganda in Kasachstan geflogen, schrieb Dmitri Rogosin, Leiter der Raumfahrtbehörde Roskosmos, auf Twitter.

In Karaganda trenne sich die Crew, erklärte Rogosin. Der russische Kosmonaut fliege in das Sternenstädtchen bei Moskau. Für Gerst und Auñón-Chancellor geht es zunächst in einem Flugzeug der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa nach Norwegen. Von dort reist der deutsche Raumfahrer weiter nach Deutschland.

+++ 9.46 Uhr: Fliegt Gerst als nächstes zum Mond? +++

Wie die Zukunft von Alexander Gerst aussehen wird, ist noch unklar. Experten halten es für wahrscheinlich, dass Gerst noch einmal ins All fliegt, vielleicht sogar zum Mond. Die USA wollen 2023 erstmals seit Jahrzehnten wieder den Mond umrunden - mit einem bemannten Orion-Raumschiff, das derzeit in Zusammenarbeit mit Europa entsteht. Der Leiter der aktuellen Gerst-Mission, Volker Schmid vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), sagt: „Ich gehe davon aus, dass er noch mal fliegt.

+++ 8.10 Uhr: Astronaut Merbold begrüßt Gerst zurück auf der Erde +++

Der frühere deutsche Astronaut Ulf Merbold hat Alexander Gerst zurück auf der Erde begrüßt. „Das ist super, er macht einen guten Eindruck. (...) herzlich willkommen“, kommentierte Merbold im Nachrichtensender n-tv Live-Bilder, die zeigten, wie Gerst aus der Sojus-Raumkapsel kommt. Dass der deutsche Astronaut aus dem baden-württembergischen Künzelsau heil zurück auf die Erde ist, sei „wundervoll“, so der erfahrene Astronaut.

Merbold, der bislang als einziger Deutscher dreimal im All war und in Stuttgart lebt, lobte zudem den Einsatz der Rettungsmannschaften

+++ 7.30 Uhr: Gerst hat an Weihnachten frei, aber die Mission ist noch nicht zu Ende +++

Nach seiner Rückkehr kann Gerst Weihnachten bei der Familie feiern. „Ja, er hat an den Feiertagen frei, lediglich Sport und Training zum Zwecke der Regenerierung und Rehabilitation müssen durchgeführt werden“, hatte ein Sprecher des Europäischen Astronautenzentrums in Köln der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Am 27. Dezember gehe es dann weiter mit seinen Tätigkeiten. Die Mission sei noch nicht zu Ende, noch müssten die Ergebnisse ausgewertet werden, sagte Gerst nach der Landung.

+++ 7.05 Uhr: Gersts weiterer Zeitplan +++

10.30 Uhr Abflug von Alexander Gerst Richtung Köln

20.45 Uhr Ankunft von Alexander Gerst am Flughafen Köln/Bonn

21.15 Uhr Ankunft von Alexander Gerst am Envihab, einer medizinischen Forschungsanlage des Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin des DLR

+++ 7.00 Uhr: Die Crew ist in sehr guter Verfassung +++

Gerst und seine Kollegen können jetzt aus ihren Raumanzügen in etwas komfortablere Kleidung schlüpfen. Nun stehen zunächst eine medizinische Untersuchung der Raumfahrer an. Dann werden sie zu einem Trainingszentrum bei Moskau für gründlichere Tests geflogen.

Insgesamt lief die Landung nach Plan.

+++ 6.51 Uhr: Alexander Gerst gibt schon erste Interviews +++

Gerst hat die Landung wohl gut weggesteckt. Der deutsche Astronaut gibt bereits erste Interviews. Die Crew wird nun in ein Zelt gebracht. Dort werden ärztliche Untersuchungen gemacht.

+++ 6.45 Uhr: Auch Alexander Gerst ist aus der Kapsel draußen +++

Der deutsche Astronaut lacht und zieht sich eine Mütze gegen die Kälte an. Er freue sich, seine Familie zu sehen, sagt Gerst.

+++ 6.41 Uhr: Nächstes Crew-Mitglied aus Kapsel geholt +++

Nun wurde auch Serena Auñón-Chancellor aus der Kapsel geholt. Die Crew-Mitglieder werden in Decken eingewickelt und medizinisch versorgt und untersucht.

+++ 6.31 Uhr: Erstes Crewmitglied aus Kapsel geholt +++

Es handelt sich um Sergej Prokopjew, der lächelt und winkt.

+++ 6.28 Uhr: Roskosmos zeigt Bilder von der Landung +++

Die russische Raumfahrtorganisation hat erste Aufnahmen von der Landung veröffentlicht.

+++ 6.23 Uhr: Rettungsteams sind an der Kapsel angekommen +++

Die Crew am Boden wird die Astronauten aus der Kapsel holen. Nach mehreren Monaten im All brauchen die Raumfahrer zunächst Hilfe, um aus der Kapsel zu gelangen. Wegen der Schwerelosigkeit sind die Muskeln erschlafft, und der Körper muss sich erst wieder an die Erdanziehung gewöhnen.

+++ 6.20 Uhr: Wetter macht Fotos schwierig +++

Die trüben Konditionen vor Ort erschweren es, Bilder von der Landestelle zu bekommen. Daher bisher noch keine Fotos von der gelandeten Sojus.

+++ 6.16 Uhr: Crew geht es gut +++

Die Crew meldet, es gehe ihr gut.

+++ 6.10 Uhr: Die Teams am Boden machen sich auf zur Kapsel +++

Die Kapsel landete in vertikaler Position – also nach Plan.

+++ 6.07 Uhr: Die Sojus ist gelandet! +++

Die Bestätigung hat etwas gedauert, aber nun ist klar: Alexander Gerst ist wieder auf der Erde zurück!

Die Landung ist alles andere als weich, auch wenn kurz vor dem Boden noch einmal Bremsraketen zünden.

+++ 5.55 Uhr: Der Crew geht es gut +++

Sie sollten jede Minute durch die Wolken kommen.

+++ 5.53 Uhr: Noch zehn Minuten zur Landung +++

Nun sollten die Fallschirme aktiviert sein und der Hitzeschild abgestoßen worden sein. Sie sollten jede Minute durch die Wolken kommen.

+++ 5.49 Uhr: Crew meldet sich wieder +++

Die Crew hat unterdessen per Funkverbindung berichtet, dass der Eintritt in die Erdatmosphäre nach Plan verlief.

+++ 5.44 Uhr: In Kasachstan ist alles für die Ankunft der Astronauten bereit +++

Neben der – mittlerweile ungewohnten Gravitation – erwartet die Astronauten vor Ort auch eisige Temperaturen: – 16 Grad sind angesagt, zudem soll es recht neblig sein. Für die Sojus dagegen beginnt die heiße Phase: Der Hitzeschild muss nun extreme Temperaturen von bis zu 1600 Grad aushalten.

+++ 5.39 Uhr: Die drei Module der Sojus trennen sich +++

Nun wird der überflüssige Ballast abgesprengt. Nur das Landemodul mit der Crew wird auf der Erde landen. Die beiden anderen Teile verbrennen in der Atmosphäre. Alexander Gerst und seine Kollegen befinden sich derzeit rund 140 Kilometer über dem Erdboden.

+++ 5.35 Uhr: Die Sojus aus Sicht der ISS +++

Beeindruckende Bilder von der ISS:

+++ 5.16 Uhr: „Deorbit Burn“ verlief nach Plan +++

Jetzt beginnt die letzte Phase der Rückkehr.

+++ 5.11 Uhr: „Deorbit Burn“ hat begonnen +++

Beim „Deorbit Burn“ wird das Raumschiff abgebremst, so dass es in die Erdatmosphäre eintreten kann. Es ist einer der kritischen Phasen der Rückkehr. Der „Deorbit Burn“ soll vier Minuten und 36 Sekunden dauern.

+++ 4.30 Uhr: Der Crew geht es gut +++

90 Minuten vor der geplanten Landung meldet die ESA: Der Crew geht es gut.

+++ 02.40 Uhr: Sojus-Kapsel von ISS abgedockt +++

Die Sojzus-Kapsel dockte planmäßig ab. Wenn alles ohne Komplikationen läuft, dauert der Flug zur Erde rund dreieinhalb Stunden.

Vor dem Abdocken hatte es ein kleineres Problem mit einem Kommunikationskabel von Prokopjew gegeben. Das Kontrollzentrum der US-Raumfahrtbehörde Nasa stufte das Problem aber nicht als schwerwiegend ein und auch die drei Astronauten stimmten einem Abflug trotzdem zu. Gerst übernahm indes einige Kommunikationsaufgaben von seinem russischen Kollegen Prokopjew.

Mittwoch, 19. Dezember

+++ 23.30 Uhr: Luke geschlossen +++

Alexander Gerst hat sich von der ISS verabschiedet. Gegen 23.30 Uhr (MEZ) wurde die Luke geschlossen. Davor winkten die drei Astronauten ihren auf der ISS verbleibenden Kollegen - der US-Astronautin Anne McClain, dem Russen Oleg Kononenko und dem Kanadier David Saint-Jacques - noch einmal zu.

Der Zeitplan der Rückkehr

19. Dezember: 22.45 Uhr Verabschiedung und Schließen der Luke

20. Dezember:

02.40 Uhr Abdocken von der ISS

06.04 Uhr Landung in Kasachstan

10.30 Uhr Abflug von Alexander Gerst Richtung Köln

20.45 Uhr Ankunft von Alexander Gerst am Flughafen Köln/Bonn

21.15 Uhr Ankunft von Alexander Gerst am Envihab, einer medizinischen Forschungsanlage des Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin des DLR

So heftig ist die Landung

Die Internationale Raumstation befindet sich 400 Kilometer über der Erde – dorthin zurückzukommen, ist technisch sehr anspruchsvoll.

Abdocken: Nach der Verabschiedung der Astronauten von ihren Kollegen wird die Luke zwischen der ISS und dem Sojus-Raumschiff geschlossen. Dann ziehen die Astronauten ihre Raumanzüge an. Siebeneinhalb Stunden sind die Astronauten wie in einer Sardinenbüchse mit angewinkelten Beinen eingesperrt. Gegen 2.40 wird die Sojus abdocken. Nach drei bis vier Minuten ist die Sojus nicht mehr mit der ISS verbunden, mit zwölf bis 15 Zentimetern pro Sekunde entfernt sie sich langsam von der Raumstation, erklärt die Esa.

Reise und Re-Entry: Die Reise bis zur Landung dauert rund dreieinhalb Stunden. Nach etwa drei Minuten und einer Distanz von 20 Metern werden die Triebwerke für 15 Sekunden gezündet. Der nächste kritische Punkt ist dann der „Deorbit Burn“. Dabei wird das Raumschiff verlangsamt, indem die Triebwerke für vier Minuten und 45 Sekunden entgegen der Flugrichtung zünden. Das führt dazu, dass das Raumschiff nicht mehr die Erde umrundet, sondern den Wiedereintritt startet. Der „Deorbit Burn“ muss genau geplant sein. Denn ist der Winkel beispielsweise zu steil, ist das Raumschiff zu schnell und die Temperaturen, denen es ausgesetzt ist, werden zu hoch.

30 Minuten vor der Landung teilt sich das Raumschiff dann in drei Teile. Nur das Landemodul, in dem sich die Crew befindet, wird sicher auf der Erde landen, erklärt die Esa. Die anderen Teile werden in der Atmosphäre verbrennen. Für die Crew ist die Teilung sehr ruckelig.

Wenn das Landemodul auf die Erdatmosphäre trifft, erzeugt die Luftreibung Temperaturen von etwa 2500 Grad. Die Astronauten spüren eine enorme Belastung, die sie in ihre Sitze presst, sie geraten wieder in die Fänge der Gravitation.

Ab einer Höhe von 10,5 Kilometern, wenn die Kapsel „nur“ noch eine Geschwindigkeit von 800 Kilometer pro Stunde hat, werden die Fallschirme aktiviert. Es ist einer der wenige Momente, an dem die Crew im Notfall nicht manuell eingreifen kann – und sehr viel heftiger als eine Achterbahnfahrt. Bei einer Höhe von 8,5 Kliometern wird der Hauptschirm ausgebreitet und die Kapsel bremst auf 22 km/h.

Landung: Auf einer Höhe von etwa 5,5 Kilometern verabschiedet sich der Hitzeschild. Die Kapsel stößt den übrig gebliebenen Treibstoff und Sauerstoff aus, um Explosionen beim Auftreffen zu vermeiden, erklärt die Esa. Kurz vor dem Boden feuern die Landetriebwerke, um die Geschwindigkeit der Kapsel auf 5 km/h zu bremsen. Stoßdämpfer federn die Landung der Astronauten ab – weich ist sie trotzdem nicht. Das Rettungsteam öffnet die Kapsel und die Astronauten werden aus der Kapsel getragen – sie atmen wieder die Luft der Erde.

Gerst veröffentlicht Botschaft an seine zukünftigen Enkelkinder

In einem Video, das Alexander Gerst kurz vor seiner Rückkehr auf die Erde auf Twitter veröffentlichte, meldete sich der deutsche Astronaut noch einmal mit einer emotionalen Botschaft aus dem All: „Wenn ich so auf den Planeten herunterschaue, dann denke ich, dass ich mich wohl leider bei euch entschuldigen muss“, sagt Gerst in dem Video zu seinen zukünftigen Enkeln. Im Moment sehe es aus, als ob seine Generation den Planeten nicht gerade im besten Zustand hinterlassen werde.

Angesichts von Umweltzerstörung, Klimawandel und Kriegen müsse sich jeder an die eigene Nase fassen und überlegen, wohin das führe, so Gerst. „Ich hoffe für euch, dass wir noch die Kurve kriegen.“ Während seiner Zeit auf der ISS warnte Gerst immer wieder vor den Folgen von Umweltzerstörung und Klimawandel.

Alexander Gerst übergibt Kommando

Das Kommando der ISS hat Alexander Gerst schon einen Tag vor seiner Abreise an seinen Nachfolger übergeben. Im Oktober war er der erste deutsche Kommandant der Internationalen Raumstation geworden.

Von RND/asu/dpa

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag beginnt für den deutschen Astronauten Alexander Gerst seine Rückkehr zur Erde. Verfolgen Sie die Ereignisse im Livestream.

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