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21:28 13.05.2019
Rizinus enthält einer der stärksten Gifte: das Rizin. Quelle: Pixabay (Symbolbild)
Hannover

Sie blühen in kräftigem Blau, fürstlichem Violett, üppigem Rot oder strahlendem Pink: Die Blumen in Deutschlands Gärten. Hinter manch einem schönen Strauch verbirgt sich aber eine Giftpflanze. Gerade Eltern von Kleinkindern sollten wissen, welche Blume toxisch und deshalb nicht zu unterschätzen ist. Wir haben die am weitesten verbreiteten Giftpflanzen zusammengefasst.

Der Fingerhut

Die im Fingerhut enthaltenden Digitalisglykoside sind hochgiftig. Quelle: Pixabay (Symbolbild)

Der Rote Fingerhut gehört zur Familie der Wegerichgewächse und blüht gerne auf Waldlichtungen, aber auch im heimischen Schrebergarten. In seinen Blättern sind hochgiftige Digitalisglykoside enthalten. Der Glykosidegehalt schwankt, je nach Tages- und Jahreszeit, zwischen 0,1 und 1 Prozent und ist am Nachmittag höher als am Vormittag.

Die Symptome einer Fingerhutvergiftung sind Übelkeit und Erbrechen. Es können Sehstörungen folgen, die Pulsfrequenz vermindert sich. Trotzdem steigt der Blutdruck an, es kommt zu Herzrhythmusstörungen. Durch die Vergiftung kann der Tod durch einen Herzstillstand erfolgen. Die tödliche Dosis liegt etwa bei 2,5 g der Blätter; eine größere Gefahr üben die roten Blüten auf Kinder aus.

Die Eibe

Die weiblichen Exemplare der Eibe bilden hübsche rote Früchte. Quelle: Foto: Andrea Warnecke/dpa

Die Eibe wächst als immergrüner Zierstrauch in Gärten und Parkanlagen und wird als Sichtschutz oft und gerne gepflanzt – obwohl sie hochgiftig ist. Auf Kinder wirken die im Sommer reifenden roten Früchte manchmal verlockend. In unseren Gefilden werden gerne die japanische Eibe (Taxus cuspidata) und die Europäische Eibe (Taxus baccata) gepflanzt. Wie der Name schon sagt, ist in den Nadeln und auch in den Samen (rote Beeren) das Gift Taxin enthalten. Der rote Samenmantel ist dabei völlig harmlos – die grünen Nadeln und die zerbissenen Samen hingegen enthalten ein Gemisch von verschiedenen giftigen Substanzen. Sie reizen Magen und Darm, können lähmend auf das Atemzentrum wirken und Herzrhythmusstörungen auslösen.

Der Blaue Eisenhut

Blauer Eisenhut gilt als die gefährlichste Giftpflanze in Mitteleuropa. Quelle: Pixabay (Symbolbild)

Der schöne Blaue Eisenhut gilt als die gefährlichste Giftpflanze in Mitteleuropa. Alle Pflanzenteile sind sehr giftig, das meiste Gift (Aconitin) steckt in Wurzeln und Samen. Die Giftstoffe werden über die Haut aufgenommen, so dass bereits beim Pflücken der Pflanze Symptome auftreten können. Typische Vergiftungssymptome wie Ausschlag, Übelkeit, Sehstörung, Durchfall, Herzrhythmusstörungen oder Krämpfe treten nach 10 bis 20 Minuten auf. In schweren Fällen kommt es zu Lähmungen und Kreislaufstillstand.

Die Tollkirsche

Tollkirschen (Atropa) sind eine Gattung aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Die einzige in Mitteleuropa heimische Art ist die Schwarze Tollkirsche (Atropa belladonna). Quelle: Catrin Steinbach

Das Gift steckt in allen Teilen der Staude, besonders aber in den Samen und reifen Früchten, den süßlich schmeckenden schwarzen Beeren. Schon in der europäischen Steinzeit wurde die Substanz als Pfeilgift verwendet. In Kriegen wurde damit Wein vergiftet, um so den Gegner zu töten oder zu narkotisieren. Im Mittelalter diente der Beerensaft als Schminkmittel. In dem späteren Zeitverlauf galt es für die Damenwelt als besonders adrett, große Pupillen zu haben: Deswegen wurden Säfte der Pflanze in die Augen geträufelt. Die damit verbundenen Sehstörungen wurden für die Schönheit gern in Kauf genommen.

Das Gift der Tollkirsche bewirkt neben der Pupillenerweiterung einen trockenen Mund, Hautrötungen, Herzrasen oder Halluzinationen. Bereits drei bis fünf Beeren können für Kinder tödlich sein.

Die Engelstrompete

Schon durch eine Berührung der Engelstrompete können Hautrötungen entstehen. Quelle: Foto: Andrea Warnecke/dpa

Wir kennen sie als Kübelpflanze auf Balkonen und Terrassen, im Sommer wird sie oft in den Garten ausgepflanzt. Die Pflanze hat große glockenförmige Blüten, die vor allem nachts stark duften. Alle Pflanzenteile sind giftig, deshalb sollte man beim Zurückschneiden der Pflanzen vorsichtig sein. Durch die Berührung können Hautrötungen auftreten und sich die Pupillen erweitern. Die Blüten der Engelstrompete können Unruhe, Halluzinationen und sogar komatöse Zustände auslösen.

Die Herbstzeitlose

Die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) ist die bekannteste Pflanzengattung aus der etwa 100 Arten umfassenden Familie der Zeitlosengewächse (Colchicaceae). Quelle: Pixabay (Symbolbild)

Sie treibt von August bis Oktober ihre rosafarbene bis hellvioletten Blüten aus der Erde. Die trichterförmige Blüte scheint auf einem Stiel zu sitzen, der aber in Wirklichkeit die Blütenröhre darstellt, die aus einer Zwiebelknolle entspringt. Die Herbstzeitlose enthält das Gift Colchicin, das Ähnlichkeiten mit Arsen aufweist. Da die Herbstzeitlose häufig auf Weiden wächst, besteht für Kinder eine besondere Gefahr, wenn sie mit der Pflanze spielen. Die gesamte Pflanze ist giftig, besonders aber die Samen und die Knolle.

Die Stechpalme

Sehr beliebt in der Weihnachtszeit: die Stechpalme. Quelle: Andrea Warnecke/dpa

Die Stechpalme (Ilex aquifolium), beliebt als Dekoration in der Weihnachtszeit, hat zweihäusig verteilte Blüten – das heißt es gibt „Männchen“ und „Weibchen“. Im Garten muss man mindestens ein männliches Exemplar in die Nähe pflanzen, um an weiblichen Pflanzen die schönen roten Beeren (eigentlich Steinfrüchte) zu erhalten. Sie haben einen hohen Zierwert, da sie meist bis zum Frühjahr am Baum oder Strauch hängen bleiben. Die „Beeren“ und Blätter sind giftig und wurden früher medizinisch für verschiedene Zwecke genutzt. Die Früchte gelten als Nahrungsquelle für über zehn verschiedene Vogelarten. Außerdem eignet sich die Pflanze als geschützter Nistplatz. Wildwachsende Stechpalmen sind bei uns besonders geschützt.

Der Goldregen

Goldregen kann bis zu sechs Meter hoch werden. Quelle: Volker Härtel

Wie Trauben hängen die gelben Blüten von dem Zierstrauch, der bis zu sechs Meter hoch werden kann. Die Blüten und die Hülsen mit dem Samen gehören zu den giftigen Teilen. Schwere Vergiftungen sind zum Glück jedoch selten, da der Verzehr von Goldregen zu starkem Erbrechen und Durchfall führt und die Giftaufnahme dadurch gering bleibt.

Das Pfaffenhütchen

Das Pfaffenhütchen wird auch Spindelstrauch genannt. Quelle: dpa

Das Auffällige an diesem sommergrünen Strauch, auch Spindelstrauch genannt, sind seine Früchte – vierteilige rote Kapseln mit orangefarbenen umhüllten Samen. Die Fruchtkapsel ähnelt einem Kardinalshut. Diese macht die Pflanze attraktiv, aber auch gefährlich, vorausgesetzt, man „nascht“ davon. Denn vor allem die Samen, aber auch die Blätter und die Rinde des Pfaffenhütchens, sind giftig. Der Verzehr von wenigen Samen kann Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen oder Durchfall auslösen.

Der Rizinus

Rizinus enthält das Gift Rizin, eines der stärksten bekannten Pflanzengifte. Quelle: Pixabay (Symbolbild)

Rizinus macht im Kübel auf dem Balkon und auf der Terrasse eine gute Figur. Die Blätter sind groß und bronzefarbig, grün oder purpurfarben. Die männlichen Blüten sind im unteren Teil der Rispe, die weiblichen im oberen Teil ausgebildet. Die Früchte können glatt oder stachelig sein. Die Samenkörner, die haselnussartig schmecken, sind giftig – aber nur, wenn man sie intensiv zerkaut. Sie enthalten Rizin, eines der stärksten bekannten Pflanzengifte. Das als Abführmittel bekannte Rizinusöl wird aus den Samen des tropischen Wunderbaumes gewonnen.

Wie Sie Giftunfälle vermeiden

Vor allem kleine Kinder nehmen oft aus Neugierde Pflanzen oder vermeintlich essbare Früchte zu sich: In über 90 Prozent der Fälle vergiftet sich der Nachwuchs zu Hause. Um das zu vermeiden, gibt es einiges zu beachten.

• Insbesondere wenn sehr kleine Kinder in die Kita kommen, sollten Eltern prüfen, ob alle Pflanzen in der Einrichtung ungiftig sind. Auch in weihnachtlichen Gestecken für die Kita haben Eibe und Stechpalme nichts zu suchen.

• Grundsätzlich keine Pflanzen mit giftigen Bestandteilen kaufen oder anpflanzen.

• Größere Kinder im Umgang mit Pflanzen schulen, damit sie lernen, mit dem Risiko von Giftpflanzen, die auch außerhalb von zu Hause und der Kita vorkommen können, umzugehen.

Beeren nur dann kosten, wenn sichergestellt ist, dass sie ungiftig und bekömmlich sind. Vorsicht: Auch ungiftige Beeren können der Gesundheit schaden, wenn sie mit Herbiziden oder Insektiziden in Berührung gekommen sind.

• Vorsicht bei Beeren und Pflanzen in Bodennähe, da an diesen Eier des Fuchsbandwurmes haften können.

• Wer sich unsicher bei der Identifizierung von Pflanzen ist, sollte sich bei einer Giftinformationszentrale beraten lassen. Eine Liste der Giftnotrufzentralen und Giftinformationszentren gibt es beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Erste Hilfe: Giftpflanze gegessen? Was nun?

Hat das Kind doch eine Giftpflanze gegessen, gilt: Ruhe bewahren. Ob es Anzeichen einer Vergiftung zeigt oder nicht – man sollte in jedem Fall beim Gift-Notruf anrufen. Um erste Hilfe zu leisten, sollte zunächst der Mund des Kindes auf Reste überprüft werden. Sollte sich etwas finden, ist es ratsam, alle Reste aufzubewahren, um sie bei einem Arzt oder im Krankenhaus zeigen zu können. So lässt sich leichter feststellen, um welche Art von Vergiftung es sich handelt.

Erbricht sich das Kind, sollte man es stützen. Aber: Ein Erbrechen sollte auf keinen Fall provoziert werden, indem man dem Nachwuchs den Finger in den Hals steckt. Das kann zum Beispiel Krampfanfälle zur Folge haben.

Von RND

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