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13:50 29.05.2019
Mit Urlaubsgeld sind die Sommerferien schöner. Quelle: dpa
Hannover

Das Urlaubsgeld kann die Sommerferien versüßen – und in Deutschland bekommen demnächst viele Arbeitnehmer die Sonderzahlung auf ihr Konto überwiesen. Wir erklären, wann das Urlaubsgeld auf dem Konto sein muss – und wie verschiedene Sonderfälle behandelt werden.

Wann bekomme ich Urlaubsgeld?

Wann das Urlaubsgeld ausgezahlt wird, hängt vom Arbeits- oder Tarifvertrag ab. Dort ist festgelegt, wann der Arbeitgeber die Sonderzahlung überweist. Die meisten Arbeitgebern zahlen das Urlaubsgeld im Juni oder im Juli aus.

Bekomme ich Urlaubsgeld nur, wenn ich Urlaub genommen habe?

Manchmal schon: Es gebe Arbeitgeber, bei denen kein fester Auszahlungszeitpunkt festgelegt sei, heißt es beim DGB-Rechtsschutzes.

Stattdessen wird die jährliche Gesamtsumme des Urlaubsgeldes auf die tatsächlich genommenen Urlaubstage verteilt. Wem also 2000 Euro Urlaubsgeld jährlich zustehen, bekommt bei 20 Tagen genommen Urlaub pro Urlaubstag 100 Euro zusätzlich. Wann das überwiesen wird, hängt vom Arbeitgeber ab.

Habe ich ein Recht auf Urlaubsgeld?

Das hängt vom Arbeitsverhältnis ab, eine gesetzliche Pflicht gibt es nicht. Beschäftigte im Gültigkeitsbereich eines Tarifvertrags bekommen Urlaubsgeld, wenn der Tarifvertrag auch die Zahlung von Urlaubsgeld festlegt. Ansonsten regelt der Arbeitsvertrag, ob jemand Urlaubsgeld bekommt. Und wenn ja, wie viel.

Wie viel Urlaubsgeld wird gezahlt?

Gilt kein Tarifvertrag, können Arbeitgeber und Arbeitnehmer beliebige Regelungen im Arbeitsvertrag festhalten. Gilt ein Tarifvertrag, ist die Regelung meist branchenweit und regionsspezifisch. Oft betrage die Höhe etwa 50 Prozent des monatlichen Entgelts, so der DGB-Rechtsschutz.

Kann der Arbeitgeber das Urlaubsgeld streichen?

Ja, aber nur unter sehr bestimmten Voraussetzungen. Ist das Urlaubsgeld im Arbeitsvertrag festgeschrieben, hängt es laut DGB-Rechtsschutz davon ab, wie die entsprechende Klausel formuliert ist. Teilweise sei dort festgeschrieben, dass Urlaubsgeld eine freiwillige Zahlung des Arbeitgebers ist - was eine Streichung möglich macht.

Gilt ein Tarifvertrag, kann das Urlaubsgeld nicht ohne weiteres entfallen.

Bekommen auch Angestellte im öffentlichen Dienst Urlaubsgeld?

Nein. Im Öffentlichen Dienst gibt es kein gesondertes Urlaubsgeld. Es wird mit dem Weihnachtsgeld zu einer einheitlichen Jahressonderzahlung zusammengefasst. Einen gesetzlichen Anspruch auf den Zuschuss für die Urlaubskasse gibt es nicht. Die Sonderzahlungen können vom Arbeitgeber freiwillig geleistet werden oder tariflich vereinbart sein.

Urlaubsgeld späterem Eintritt in den Job

Ein volles Urlaubsgeld erhalten Beschäftigte nur, wenn sie auch das gesamte Jahr im Unternehmen tätig waren. Ansonsten gilt, dass das Urlaubsgeld anteilig gezahlt wird. Wer im Juli in einen neuen Job einsteigt, ist effektiv nur sechs Monate im Unternehmen – und bekommt in dem Jahr auch nur ein halbes Urlaubsgeld. Ähnlich verhält es sich, wenn ein Arbeitnehmer kündigt.

Bekommen Beschäftigte auch bei einer Kündigung Urlaubsgeld?

Das ist im Arbeitsvertrag geregelt. Oft ist festgeschrieben, dass dann gar kein Urlaubsgeld gezahlt wird, möglicherweise kann gezahltes Urlaubsgeld auch zurückgefordert werden.

Von RND/dpa/Christoph Höland

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