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Wirtschaft Vonovia-Chef selbstkritisch zu Wohnungskrise: „Haben Entwicklung verpennt“
Nachrichten Wirtschaft Vonovia-Chef selbstkritisch zu Wohnungskrise: „Haben Entwicklung verpennt“
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17:21 22.05.2019
Der Schriftzug des Wohnungsunternehmens “Vonovia“ hängt an der Firmenzentrale. Quelle: Marcel Kusch/dpa
Bochum

Der Chef des Immobilienkonzerns Vonovia hat in einem Interview zugegeben, auf die Wohnungsprobleme in deutschen Städten zu spät reagiert zu haben. “Es ist schlimm, aber wir alle haben die Entwicklung verpennt“, sagte Vorstandschef Rolf Buch dem Wirtschaftsmagazin „Capital“.

Vor 15 Jahren habe er noch angenommen, dass die Städte kleiner werden und es weniger Wohnungen brauche, damit es keinen Leerstand gebe. “Diesen langen Wirtschaftsaufschwung, den Zustrom in die Städte und aus anderen EU-Staaten, dann die Flüchtlinge - all das hat niemand für möglich gehalten.“

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Vonovia-Chef: Gesellschaftlicher Friede steht auf dem Spiel

Auf die Frage, warum Vonovia jetzt nicht mehr baut und saniert, antwortete er, Deutschland habe das Bauen verlernt. Der Konzern könnte laut Buch auf seinen Grundstücken theoretisch 36.000 zusätzliche Wohnungen bauen. “Aber wir bekommen keine Baugenehmigungen, die Behörden kommen nicht hinterher.“

Außerdem gebe es in der Bevölkerung wenig Akzeptanz für Baulärm. “Wenn wir nicht sehr viel mehr tun, um allen Menschen ordentlichen und bezahlbaren Wohnraum bieten zu können, ist unser gesellschaftlicher Friede gefährdet - ich meine das ganz ernst.“

Mieterorganisationen beklagten steigende Mieten

In der vergangenen Woche gab Deutschlands größter Immobilienkonzern als Reaktion auf die wachsende Kritik an der Branche wegen steigender Mieten bekannt, Mietern ab 70 eine Wohngarantie zu geben, damit „sie ihre Wohnungen nicht verlassen müssen“.

Vor der Hauptversammlung am Donnerstag in Bochum sicherte Vonovia ihnen zu, „dass ihre Wohnung bei Veränderung der ortsüblichen Vergleichsmiete bezahlbar bleibt“. Mieterorganisationen hatten beklagt, dass viele Rentner sich die steigenden Mieten für ihre Wohnungen kaum noch leisten könnten.

Von RND/dpa

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