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Wirtschaft Besorgten Porsche-Betriebsräte unbefristete Jobs gegen Schmiergeld?
Nachrichten Wirtschaft Besorgten Porsche-Betriebsräte unbefristete Jobs gegen Schmiergeld?
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11:06 10.03.2019
Ex-Porsche-Gesamtbetriebsratschef Uwe Hück wehrt sich gegen die Vorwürfe: Habe nie Geld für eine Entfristung erhalten. Quelle: Fabian Sommer/dpa
Berlin

Betriebsräte haben im VW-Konzern traditionell viel Macht. Das gilt auch für die Konzerntochter Porsche. Deren langjähriger Betriebsratschef Uwe Hück pflegte eine Art Kultstatus. Der ehemalige Europameister im Thai-Boxen galt als Mann der klaren Worte, wenn es um die Interessen der Mitarbeiter gilt. Gleichzeitig setzt sich Hück seit Jahren für die Belange benachteiligter Jugendlicher ein. Er bekam dafür sogar das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Umso ungeheuerlicher ist ein Verdacht, den die BILD am Sonntag nun veröffentlicht. Demnach prüft die interne Revision von Porsche mögliche Schmiergeldzahlungen an Betriebsräte. Es seien über eine längeren Zeitraum Hinweise eingegangen, dass befristete Mitarbeiter in der Produktion Geld an Betriebsräte hätten zahlen sollen, um eine der begehrten unbefristete Stellen zu bekommen. Laut Bild sollen sogar Führungskräfte von den Vorgängen gewusst haben.

Bislang haben die Revisoren nichts strafrechtlich relevantes gefunden

Wohlgemerkt: Es geht bislang nur um eine Verdacht. Strafrechtliche relevantes Material konnte bei den Untersuchungen offenbar noch nicht gefunden werden. Auch Uwe Hück wies in BILD jegliche Beteiligung an den Vorgängen zurück. Er habe nie Geld für eine Entfristung erhalten, zitiert ihn das Blatt.

Für Hück kommen die Vorwürfe zur Unzeit. Erst vor gut einem Monat kündigte der 56-Jährige seinen Rücktritt als Gesamtbetriebsratschef von Porsche an. Auch die Aufsichtsratsmandate im VW-Konzern legte er nieder. Grund: Hück zieht es in die Politik. Bei den Kommunalwahlen in Baden-Württemberg, die im Mai stattfinden, kandidiert er für ein Mandat im Gemeinderat seiner Heimatstadt Pforzheim.

Angeblich stimmte Sigmar Gabriel Uwe Hück um

Zunächst wollte der Gewerkschafter, der SPD-Mitglied ist, auf einer eigenen „Liste Hück“ kandidieren. Das hätte seine Rauswurf aus der Partei bedeutet. Doch dann ließ Hück sich umstimmen - angeblich auch durch einen Anruf des früheren Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel.

Nun tritt Hück als Spitzenkandidat der SPD für die Kommunalwahl an - doch bislang läuft der Wahlkampf alles andere als rund. Erst war er mit Schlagzeilen um eine Steuerschuld konfrontiert, jetzt folgt der Ärger wegen der Schmiergeldgeschichte. Ex-Boxer Hück ist angezählt.

Von ani/RND

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