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Wirtschaft Stiftung Warentest: Jeder zweite Schulranzen ist mangelhaft
Nachrichten Wirtschaft Stiftung Warentest: Jeder zweite Schulranzen ist mangelhaft
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11:54 30.01.2019
Reflektoren an Schulranzen sollen Schüler auch im Dunkeln sichtbar machen. Quelle: Arne Dedert/dpa
Berlin/Köln

Für viele – vor allem junge – Schüler ist es ein allmorgendliches Ritual: In der Gruppe geht es munter plaudernd und rumalbernd zur Schule. Da passiert es schnell, dass im Getümmel mal ein Kind auf die Straße tritt. Doch das kann mitunter böse Folgen haben – im Ernstfall zählt jede Sekunde: Ein guter Schulranzen kann helfen, vorausgesetzt er macht die Kinder weithin sichtbar im Verkehr. Mehr als jeder zweite Ranzen schafft das aber nicht. 12 von 22 getesteten Ranzen erhielten von der Stiftung Warentest daher die Note „mangelhaft“, weil sie nicht stark genug leuchten oder reflektieren. 8 Modelle besitzen die nötige optische Warnwirkung und wurden als „gut“ eingestuft, 2 waren noch „befriedigend“, berichtet „test“ (Ausgabe 2/2019).

Grell leuchtende Schulranzen mit Katzenaugen-Effekt sind von Autofahrern aus über 100 Metern erkennbar. „Damit ist ein Kind bereits aus drei- bis vierfacher Entfernung sichtbar gegenüber einem dunkel gekleideten Schüler. Genug Zeit, damit ein Wagen noch rechtzeitig zum Stillstand kommt“, rechnet Ralf Diekmann vom TÜV Rheinland vor.

Wenn es um die Sicherheit auf dem Schulweg geht, sind die Warentester deshalb knallhart. Da können Kinderaugen noch so sehr über ein schönes Motiv auf dem Ranzen leuchten – die Tester empfehlen Eltern, nur Modelle zu kaufen, die sowohl im Hellen als auch im Dunkeln strahlen. Dazu gehören die Testsieger Cubo Neo Edition Illumibär und Pack Neo Edition Strahlebär von Ergobag (beide 259 Euro) sowie Step by Step 2 in 1 Pegasus Dream (229 Euro) und Touch2 Space Pirate (219 Euro) von Step by Step.

Auf die Farbe achten

2 der 12 durchgefallenen Modelle haben pinke Warnflächen. Aber die Lieblingsfarbe vieler kleiner Mädchen leuchtet bei Tageslicht nicht hell genug. Am sichersten seien neongelbe- oder neonorange Warnflächen, erklärt Diekmann. Um Herstellern etwas mehr Gestaltungsspielraum zu ermöglichen, erlaubt eine neuerer Norm-Entwurf auch neongrün und pink. Laut Sicherheitsnorm müssen zudem 20 Prozent der Vorder- und Seitenflächen eines Schulranzens aus fluoreszierenden Flächen bestehen, weitere 10 Prozent mit Reflektoren besetzt sein.

Der TÜV-Experte hat einen Tipp für Eltern, wie sie das Kind vom richtigen Modell überzeugen können: Es sollte im Laden den Autofahrer spielen. „Dazu bekommt es das Smartphone mit eingeschaltetem Blitz in die Hand gedrückt und soll alle infrage kommenden Modelle knipsen.“ So sieht man, welcher Ranzen für den Autofahrer besonders gut zurückstrahlt.

Lassen sich Ranzen nachträglich mit Reflektoren oder Leuchtstreifen aus dem Baumarkt aufrüsten? Es sei nicht sicher, ob diese Rückstrahler geprüft sind und weit genug leuchten, rät Diekmann ab. Einzig infrage komme für ihn noch eine weite Warnweste nach DIN-Norm. Doch auch dabei könnten Eltern nie sicher sein: „Trägt sie mein Kind auch wirklich über dem Ranzen, und trägt sie mein Kind auch tatsächlich?“

Rückenlänge und Tragekomfort

Ein weiteres wichtiges Kriterium für die Tester: der Tragekomfort. Für die Hersteller sei das eine echte Herausforderung, immerhin gäbe es bei Erstklässlern enorme Größenunterschiede. Außerdem wachsen sie schnell. Daher sollte ein guter Ranzen ebenfalls mitwachsen, urteilen die Experten.Verstellbare Trageriemen haben alle getesteten Modelle, bei vielen Ranzen lässt sich obendrein auch die Rückenlänge einstellen. Besonders positiv fiel an dieser Stelle wieder der Step by Step 2 in 1 auf.

Für die Eltern, die sich angesichts des zu schleppenden Gewichts über Haltungsschäden Gedanken machen, geben die Tester Entwarnung. Das Gewicht wirke zu kurz auf den Rücken, um dauerhafte Schäden zu verursachen. Ein weiterer Tipp für den Kauf in diesem Zusammenhang: Hüftgurte entlasten die Wirbelsäule, da sie das Gewicht aufnehmen.

Von RND/dpa/caro

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