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Wirtschaft Schloss-Hersteller ratlos: So schwer ist es, einen E-Scooter vor Dieben zu schützen
Nachrichten Wirtschaft Schloss-Hersteller ratlos: So schwer ist es, einen E-Scooter vor Dieben zu schützen
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17:50 21.06.2019
Praktisch – aber schwer zu sichern. Für E-Scooter fehlen die entsprechenden Schlösser. Quelle: Christoph Soeder/dpa
Düsseldorf

Der sich abzeichnende E-Scooter-Trend stellt Hersteller von Schlössern zum Schutz vor Diebstahl vor Herausforderungen. Für den Fahrradschloss-Hersteller Abus ist vor allem die Bauform der elektrischen Tretroller problematisch: „Es ist nicht einfach, diese gegen Diebstahlversuche abzusichern“, sagte ein Unternehmenssprecher. E-Scooter haben beispielsweise viel kleinere Räder als herkömmliche Fahrräder.

Bislang gebe es nur wenige Schlösser, die auf die Diebstahlsicherung von E-Scootern spezialisiert seien, sagte ein ADAC-Sprecher. Ob hier zukünftig ein neuer Markt entstehe, sei schwer abzusehen, gab sich der Abus-Sprecher zurückhaltend. In einer so jungen Branche lasse sich noch keine mittel- oder langfristige Prognose stellen.

Dabei wären ordentliche Schlösser keine schlechte Idee: Mittlerweile sind die ersten E-Scooter auf dem Markt. Und tatsächlich lassen Sie sich schnell zusammenfalten und tragen – zum Teil sind sie auch dann noch so unhandlich und schwer, dass man sie beim Einkaufsbummel lieber irgendwo sicher abstellen würde.

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Auch das irische Unternehmen Allegion bietet derzeit noch keine Schlösser speziell für E-Scooter an, wie ein Sprecher mitteilte. Man arbeite allerdings an entsprechenden Lösungen. Das könnten etwa elektronische Schlösser sein sowie Möglichkeiten, die Roller per GPS zu orten. Zu Allegion gehören unter anderem die Marken AXA, Trelock oder Kryptonite.

E-Scooter sind seit Mitte Juni auf Deutschlands Straßen zugelassen und erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Der Bundesverband Elektrokleinstfahrzeuge registrierte zuletzt eine stark wachsende Nachfrage. Zu Jahresbeginn gab es demnach in Deutschland geschätzt bereits 20 000 bis 25 000 Elektro-Tretroller. Mit zugelassenen Rollern dürfen Verkehrsteilnehmer in erster Linie auf Radverkehrsanlagen, also etwa auf Radwegen, Radfahrstreifen und Schutzstreifen, fahren.

Tracking per App

Wer sein Gefährt unterwegs anschließen möchte, kann altbewährte Fahrrad-Schlösser nutzen. Sinnvoll könnten dem ADAC zufolge sogenannte Handschellen-Schlösser sein. Sie bestehen aus zwei abschließbaren Ringen, die über eine Kette verbunden sind. Je nach Modell böten sich etwa ausziehbare Stahlkabel mit Zahlenschloss, Bremsscheibenschlösser mit Stahldraht oder Diebstahlsicherungen in O-Form an, erläutert der Deutsche Verkehrssicherheitsrat.

E-Scooter-Hersteller wie BMW oder Brake Force One empfehlen, die Roller am vorderen Rahmen oder am Klappmechanismus abzusperren. Nach Angaben von Brake Force One gibt es für manche Modelle auch die Möglichkeit, sie per App zu verfolgen. Das Tracking sichere den E-Scooter zwar nicht, zeige jedoch an, wo er sich befinde.

Für die E-Scooter von Sharing-Anbietern stellt sich die Frage nach dem Schloss nicht. Sie werden in der Regel per App ver- und entriegelt.

Von RND/dpa