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Wirtschaft Nach Renovierung: Eigentümer will Miete um 129 Prozent erhöhen
Nachrichten Wirtschaft Nach Renovierung: Eigentümer will Miete um 129 Prozent erhöhen
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17:05 20.02.2019
Modernisierungen belasten das Portemonnaie der Mieter. Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa
Berlin

Modernisierungen sind für Wohnungseigentümer ein beliebtes Mittel, um ihre Mieter zusätzlich zur Kasse zu bitten. Der Berliner Mieterverein macht nun einen besonders krassen Fall aus Friedrichshain publik: Ein Vermieter kündigte demnach eine Modernisierung mit anschließender Mieterhöhung um 950 Euro auf fast 1700 Euro monatlich an - für eine 73-Quadratmeter-Wohnung.

Das entspricht einem Plus von 129 Prozent, der Mieter soll damit künftig mehr als doppelt soviel berappen wie bisher.

Im Hinblick auf die angekündigten Baumaßnahmen spricht Rainer Wild, Geschäftsführer des Mietervereins, von einer „Gruselliste“. Besonders teuer für den Mieter sollen ein Balkonanbau (+4,22 Euro/qm), die Wärmedämmung der Fassade (+2,08 Euro/qm) und ein Aufzug (+1,62 Euro/qm) werden. Zusätzlich schlagen neue Warm-, Kalt- und Abwasserstränge, Elektrosteigleitungen, die energetische Ertüchtigung der Fenster, Heizanlage und eine neue Balkontüre zu Buche.

Seit 2019 gibt es bei Mieterhöhungen Grenzen

„Kein Eigentümer, der dies selbst zahlen müsste, würde in derart unwirtschaftlicher Weise Kosten produzieren“, sagt Wild. „Es geht ganz offenbar darum, (...) Angst und Schrecken zu verbreiten, damit die Mieter und Mieterinnen ausziehen.“ Am 23. Februar planen diese vor Ort eine Protestaktion.

„Wie in diesem Fall haben auch viele andere Eigentümer vor dem 31. Dezember noch zugeschlagen, um noch die alten Regeln des Modernisierungsrechts in Anspruch zu nehmen“, sagt Wild. Denn seit Jahresbeginn sind Mieterhöhungen aufgrund von Modernisierungen je nach Ausgangsmiete auf zwei bis drei Euro je Quadratmeter begrenzt.

Dem Mieterverein lägen vor diesem Hintergrund eine ganze Flut von Modernisierungsankündigungen vor, so Wild. „Teilweise soll Baubeginn erst 2021 sein. Wir prüfen, ob das rechtlich überhaupt zulässig ist.“

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Von RND/dpa