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Wirtschaft Leipziger Messe glänzt an der Moskwa
Nachrichten Wirtschaft Leipziger Messe glänzt an der Moskwa
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16:01 06.11.2019
Leipzigs OBM Burkhard Jung (2. v. r.) lässt sich auf der Moskauer Denkmal-Messe vom Amtskollegen Sergej Sobjanin (r.) Details erklären. Quelle: Foto: Frank Johannsen
Moskau

Von hohem Besuch lässt sich Tim Loskarn nicht so schnell aus der Ruhe bringen. Im prunkvollen Innenhof des alten Handelshofs Gostiny Dwor im Herzen Moskaus werkelt der junge Tischler aus Wurzen an einer Nachbildung eines historischen Holzreliefs, als mit großem Tross Moskaus Oberbürgermeister Sergej Sobjanin, sein Leipziger Amtskollege Burkhard Jung (SPD) und Russlands Kulturminister Wladimir Medinski beim Messerundgang Halt machen. Ohne die Arbeit zu unterbrechen, erklärt der 23-Jährige, was er gerade macht.

„So etwas Filigranes machen wir sonst ja eher selten“, sagt Loskarn, der seine Tischler-Lehre gerade erst abgeschlossen hat. In der Tischlerei Kitzing aus Hof bei Oschatz (Nordsachsen), wo er arbeitet, würden zwar auch viele Türen aufgearbeitet – aber selten so detailreich. „In der Ausbildung war ich aber drei Wochen zum Austausch in Frankreich. Da hab ich auch schon so etwas gemacht.“ Das helfe ihm nun bei dem Gastauftritt bei der Messe Denkmal Russia-Moscow, die die Leipziger Messe bereits zum fünften Mal in der russischen Hauptstadt organisiert.

Traditionelle Eröffnung

Dass Sobjanin und Jung die Fachausstellung gemeinsam eröffnen, hat Tradition. Dabei gilt Sobjanin eigentlich nicht als großer Messegänger. Doch zur Denkmalschau kommt er immer. Schließlich hat er die Sanierung historischer Gebäude in Metropole zur Chefsache erklärt. Auch Burkhard Jung kam bisher jedes Mal zur Eröffnung. „Das Verhältnis zwischen beiden Städten hat sich seit der ersten Auflage in der Zwischenzeit gut entwickelt“, lobt Jung.

Für den jungen Tischler Loskarn ist es dagegen der erste Besuch in der russischen Hauptstadt. Der Wurzener ist einer von acht Teilnehmern, die die Handwerkskammer Leipzig zum Wettbewerb Junger Restauratoren nach Russland geschickt hat. Erstmals aufgelegt wurde der Wettstreit hier vor zwei Jahren, damals noch ohne deutsche Teilnehmer. Bei der Denkmal Leipzig im vergangenen Jahr wurde die Idee dann fortgeführt. Jetzt reisten erstmals auch junge Handwerker aus Leipzig nach Moskau. „Das ist jetzt zur Tradition geworden“, erklärt Leipzigs Handwerkspräsident Claus Gröhn bei der Eröffnung in Moskau. „Eine wirklich tolle Veranstaltung.“ In fünf Disziplinen treten die jungen Handwerker gegeneinander an. Heute werden die Sieger gekürt. Am Ende sei es aber auch egal, wer gewinnt, sagt Loskarn. „Gewonnen hab ich doch schon. So eine Reise nach Moskau bekommt ja nicht jeder.“

Präsentation von Präzisionswerkzeugen

Nur wenige Meter von Loskarns Werkbank entfernt präsentiert Uwe Schmidt von PWWU Präzisionswerkzeuge Wurzen seine Spezial-Profilmesser. Mit ihnen lassen sich historische Holzleisten mit deutlich weniger Handarbeit originalgetreu nachbauen. „In Russland sehen wir da einen großen Markt“, sagt der Diplom-Ingenieur, der schon zum zweiten Mal in Moskau dabei ist. Bisher sei die Resonanz hier – anders als in Leipzig, an der er seit 2016 an der Denkmalmesse teilnimmt – aber noch verhalten. „Hier wird ja noch viel mit der Axt gebaut. Da müssen wir erst Überzeugungsarbeit leisten.“

Die Denkmal Leipzig, die bereits seit 1994 läuft, stand 2011 Pate für den Moskauer Ableger. Selbst der deutsche Name wurde übernommen. „Wir haben damals lange darüber diskutiert“, erinnert sich Messe-Projektdirektor Ulrich Briese. „Doch unsere russischen Partner sagten: Nehmt einfach Denkmal. Das Wort ist hier ein Markenzeichen.“ Nicht einmal auf kyrillische Buchstaben wurde umgestellt – nur der Zusatz „Rossija-Moskwa“ steht in der für Russen vertrauten Schrift.

Ausstellerzahl verdoppelt

Die Ausstellerzahl hat sich seither fast verdoppelt: Gut 60 kamen 2011, 110 sind es in diesem Jahr. „Das sich so ein zartes Pflänzchen so gut entwickelt, ist toll“, sagt Messe-Geschäftsführer Markus Geisenberger. Vom Original in Leipzig ist der Ableger damit aber noch ein gutes Stück gezählt: Auf der Neuen Messe wurden zuletzt 448 Aussteller gezählt. Auch den Rang als größte Auslandsschau der Leipziger Messe musste die Denkmal Moskau gerade abgeben – an die Schwesterveranstaltung „Heritage Preservation“ in China. Die fand genau eine Woche vorher zum zweiten Mal in Shanghai statt – mit 116 Ausstellern.

Von Frank Johannsen

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