Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Wirtschaft Das Wachstum stagniert, der Arbeitsmarkt boomt
Nachrichten Wirtschaft Das Wachstum stagniert, der Arbeitsmarkt boomt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:31 29.01.2019
Auch wenn die Regierung fürs laufende Jahr weniger Wachstum erwartet als noch Ende 2018 vorhergesagt: Sie geht für 2019 von einem neuen Arbeitsmarkt-Rekord aus. Quelle: Christian Charisius/dpa
Berlin

Die Bundesregierung rechnet für das laufende Jahr trotz nach unten korrigierter Konjunkturprognose mit einem neuen Arbeitsmarkt-Rekord. 2018 habe die Erwerbstätigkeit mit 44,8 Millionen Beschäftigten „ein weiteres Allzeithoch“ erreicht.

„Insgesamt dürfte die Zahl der Erwerbstätigen im Jahr 2019 um rund 390.000 Personen zunehmen“, heißt es im Jahreswirtschaftsbericht 2019 der Bundesregierung, der dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt und an diesem Mittwoch vom Bundeskabinett beraten werden soll.

Binnenwirtschaftliche Ausgangsbedingungen „weiterhin gut“

Laut Bericht senkt die Bundesregierung ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr auf 1,0 Prozent. Im Herbst war sie noch von 1,8 Prozent Plus ausgegangen. „Weiterhin gut“ seien jedoch die binnenwirtschaftlichen Ausgangsbedingungen. „Die verfügbaren Einkommen nehmen kräftig zu, weil Löhne und Renten deutlich steigen und der Staat die Bürger bei Steuer und Abgaben entlastet“, heißt es in dem Bericht.

Demnach werden die verfügbaren Einkommen von Privathaushalten 2019 um 2,8 Prozent steigen. Zum Vergleich: Im Durchschnitt der vergangenen 15 Jahre lag das jährliche Plus bei 2,2 Prozent. Das Verbraucherpreisniveau steigt im laufenden Jahr um voraussichtlich 1,5 Prozent – nach 1,9 Prozent im Vorjahr.

„Beschäftigungsaufbau hält an“

Die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt nach Einschätzung der Bundesregierung weiter hoch. „Der Beschäftigungsaufbau hält daher an, er dürfte angesichts des knapper werdenden Arbeitskräfteangebots aber etwas weniger schwungvoll verlaufen“, heißt es im Jahreswirtschaftsbericht. „Für Arbeitgeber wird es in einigen Branchen und Regionen schwieriger, die offenen Stellen in ihrem Unternehmen zu besetzen.“ Dies sei vor allem im Handwerk und im Baugewerbe ein Problem.

Mit Blick auf die Konjunktur heißt es im Jahreswirtschaftsbericht, gegenwärtig seien es „die Risiken, die dominieren“ - vor allem im globalen Umfeld. „Eine Verstärkung der zu beobachtenden protektionistischen Entwicklungen im globalen Handel ist derzeit eine ernste Gefahr“, so die Regierung. „Dies könnte sich auf das Wachstum in China aber auch noch stärker auf den deutschen Handel und die Wertschöpfungsketten auswirken, zu weiteren Verunsicherungen führen und auch die Investitionen negativ beeinflussen.“

Ein weiteres „prägnantes Risiko“ sei der Austritt Großbritanniens aus der EU. Je nach Ausgestaltung des Austritts könne es dort zu einer deutlichen konjunkturellen Abkühlung kommen. Es bestehe die Gefahr, dass dies neben den deutschen Ausfuhren ins Vereinigte Königreich auch das Wachstum in Europa beeinträchtige.

Entlastungen für die Unternehmen – steuerliche Forschungsförderung

Die Bundesregierung kündigt in dem Bericht steuerliche Entlastungen für die Wirtschaft an. „Die USA haben in jüngerer Vergangenheit die Unternehmensteuerbelastung deutlich verringert. Auch in europäischen Nachbarländern wie dem Vereinigten Königreich, Belgien und Frankreich sind Steuerreformen geplant“, heißt es zur Begründung.

„Es ist erforderlich, weiterhin die steuerliche Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, damit deutsche Unternehmen, insbesondere der Mittelstand, weltweit wettbewerbsfähig bleiben.“ Die Bundesregierung werde noch im ersten Halbjahr einen Gesetzentwurf zur steuerlichen Forschungsförderung vorlegen und zudem den Solidaritätszuschlag – wie bereits bekannt geplant – „beginnend mit einem deutlichen ersten Schritt für 90 Prozent der Zahler des Solidaritätszuschlags“ senken.

Die SPD warnt vor weitergehenden Entlastungsschritten. „Wichtig ist, dass die Unternehmen jetzt auf neue Produkte setzen und in Innovationen investieren. Hier brauchen wir steuerliche Anreize“, sagte Fraktionsvize Sören Bartol dem RND. „Ich erwarte, dass die steuerliche Forschungsförderung, insbesondere für die kleineren Unternehmen zügig kommt.“ So lange die Unternehmen jedoch noch gute Gewinne machen würden, sehe er darüber hinaus nicht die Notwendigkeit für große Steuersenkungen: „Vielmehr muss die öffentliche Hand weiter auf hohem Niveau insbesondere in den Ausbau der Verkehrswege und das schnelle Internet investieren. Das schafft Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung vor Ort.“

Von Rasmus Buchsteiner/RND

Der scheidende Daimler-Boss Dieter Zetsche bezieht künftig mindestens eine Million Euro Pension pro Jahr, wahrscheinlich sogar deutlich mehr. Auch in zwei anderen DAX-Konzernen können die CEOs mit Ruhestandsgehältern über einer Million rechnen.

04.02.2019

Diesel-Fahrverbote stellen Schausteller vor neue Herausforderungen: Ihre Zugmaschinen dürfen viele Städte nicht mehr passieren. Das möchte der Schaustellerbund nicht auf sich sitzen lassen.

29.01.2019

Die Übernahme ist durch: Bisher hielt Ryanair 75 Prozent der Anteile an Laudamotion, nun gehören dem irischen Billigflieger 100 Prozent. Wie es mit der Airline weitergeht, weiß der reisereporter.

29.01.2019