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Wirtschaft Indonesien schickt giftigen Plastikmüll nach Deutschland zurück
Nachrichten Wirtschaft Indonesien schickt giftigen Plastikmüll nach Deutschland zurück
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16:31 03.07.2019
Arbeiter entsorgen Müll in der Jakarta Bay in Indonesien. Quelle: Achmad Ibrahim/AP/dpa
Jakarta

Südostasien fungiert teilweise als Müllhalde des Westens. Was in Deutschland keinen Abnehmer findet, wird verkauft. Nun will Indonesien Plastikmüll an mehrere Industrieländer zurückschicken, darunter auch Deutschland.

Auf der Insel Batam südlich von Singapur warteten derzeit 49 Container auf eine Rücksendung in die USA, nach Australien, Frankreich und Deutschland sowie in die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong, sagte Deni Sujantoro, ein Sprecher der Zollbehörde, am Mittwoch.

In dem Abfall hätten sich unter anderem giftige Stoffe befunden, hieß es zur Begründung. Erst im Juni hatte die Regierung 5 Container mit Müll zurück in die USA geschickt, nachdem unerlaubte Materialien darin gefunden worden waren.

Importstopp von China hat Auswirkung

Seit China Anfang 2018 die Importe von Kunststoffabfällen zum Recycling stark eingeschränkt hat, landet viel Plastikmüll in anderen asiatischen Ländern wie Indonesien oder Malaysia. Zuvor hatte Peking Plastikmüll aufgekauft, um daraus Rohstoffe zu gewinnen – und die eigene Recycling-Bilanz zu schönen.

Umweltschützer in Indonesien dringen auf strengere Einfuhrregeln für Plastikmüll, der ihrer Ansicht nach der Umwelt Schaden zufügt. Im Jahr 2018 hatte das Land nach Angaben des Handelsministeriums 320.400 Tonnen Kunststoffabfälle eingeführt, im Vergleich zu 128.800 Tonnen im Vorjahr.

Laut Greenpeace landeten in Malaysia allein von Januar bis Juli 2018 etwa 758.000 Tonnen fremder Plastikmüll. Deutschland verkaufte dem Land in dieser Zeit 72.000 Tonnen Abfall. Das sei auch der Grund, warum der heimische Müll nach wie vor in den Weltmeeren lande.

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Von RND/dpa