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17:18 24.01.2019
Warnstreik des Sicherheitspersonals am Flughafen Hannover – jetzt gibt es einigermaßen faire Löhne für eine verantwortungsvolle Tätigkeit. Quelle: dpa
Frankfurt

Es soll Zeitgenossen geben, die davon überzeugt sind, dass in unseren modernen Zeiten keine Gewerkschaften mehr gebraucht werden. Dass sie ein Phänomen des 20. Jahrhunderts waren, als es noch richtige Arbeiter gab, die im Bergwerk oder im Stahlwerk malochten.

Verdi hat gerade mit dem Arbeitskampf fürs Sicherheitspersonal an Flughäfen den Gegenbeweis erbracht: Es braucht Gewerkschaften mehr den je.

Die Sicherheit an den Airports wurde – dem damaligen neoliberalen Zeitgeist folgend – in den 1990er Jahren privatisiert. Was zur Folge hatte, dass ein Niedriglohnsektor entstand mit Jobs, die vielfach prekäre Züge hatten.

Attraktivere Jobs an Airports

Fast 25 Jahre hat es gedauert, bis der erste bundesweite Entgelttarifvertrag in der Luftsicherheit unter Dach und Fach war. Er bringt endlich einigermaßen faire Löhne für eine verantwortungsvolle Tätigkeit. Damit wird die Kaufkraft für die Beschäftigten gestärkt. Die Jobs an den Airports werden attraktiver gemacht, was dringend nötig ist. Denn mindestens 2000 Stellen sind derzeit nicht besetzt – auch weil alle großen Flughäfen in Ballungsgebieten liegen, wo es erstens an Arbeitskräften mangelt und wo zweitens die Lebenshaltungskosten hoch sind.

Passagiere verkraften Preisaufschlag

Mit den Gehaltserhöhungen wird sich in der Branche vieles strukturell verbessern. Und weil die Firmen gut verdienen, können sie höhere Personalkosten gut wegstecken. Wobei sie den größten Teil sowieso an Airlines weitergeben, die die Belastungen dann auf die Ticketpreise aufschlagen. Dabei wird es sich aber um geringe Summen von schätzungsweise einen Euro oder weniger handeln, was die Passagiere verkraften dürften.

Ist Krankenpflege wertvoller?

Bemerkenswert ist überdies, dass nun darüber diskutiert wird, ob hohe Gehaltszuschläge fürs Sicherheitspersonal ungerecht sind, angesichts der mageren Bezahlung in der Kranken- und der Altenpflege. Abgesehen davon, dass es zynischer Unsinn ist, Tätigkeiten gegeneinander auszuspielen – ist es „wertvoller“, Kranke zu betreuen als Anschläge auf Flugzeuge zu verhindern? –, lässt die Schieflage doch nur eine Schlussfolgerung zu: Auch Kranken- und Altenpfleger/innen müssen deutlich mehr verdienen. Denn auch das ist sehr anspruchsvolle Arbeit.

Von Frank-Thomas Wenzel

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