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Wirtschaft Keine Lust auf „Papierkram“ – Anleger siegt trotzdem vor Gericht
Nachrichten Wirtschaft Keine Lust auf „Papierkram“ – Anleger siegt trotzdem vor Gericht
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16:15 27.02.2019
Egal, wie dick die Prospekte sind: Ein Gespräch mit dem Anlageberater sollten Kunden einfordern. Quelle: dpa-tmn
Karlsruhe

Konkret stritt der Bankkunde mit der Postbank, nachdem sich seine Anlagen in Schiffsfonds nicht zu seiner Zufriedenheit entwickelt hatten. Sein Vorwurf: Die Beratung sei Fehlerhaft gewesen – weshalb er Schadensersatz gefordert hatte. Schlussendlich war der Fall vor dem Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe gelandet.

Der Entschied zugunsten des Bankkunden: Anlageberater müssen einen Kunden auch dann über die wesentlichen Risiken eines Investments aufklären, wenn dieser den Verkaufsprospekt „zu dick und zu schwer“ zum Lesen findet. Das geht aus einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil des Karlsruher Bundesgerichtshofs (BGH) hervor (Az. III ZR 498/16).

Den Emissionsprospekt hatte der Mann als „Papierkram“ bezeichnet und nicht haben wollen. Laut BGH kann die Weigerung, den Prospekt anzunehmen, aber nicht einfach als fehlendes Interesse an jeglicher Aufklärung gedeutet werden. „Im Gegenteil darf der Anleger grundsätzlich erwarten, dass der Berater die Aufklärung in dem gebotenen Umfang (auch) in einem persönlichen Gespräch leistet“, heißt es in dem Urteil.

Konkret ging es darum, ob der Kunde korrekt über anfallende Provisionen aufgeklärt wurde. Der Berater muss diese ab einer bestimmten Größenordnung unaufgefordert erwähnen. Das war hier nicht passiert. Dem BGH ist allerdings unklar, ob sich der Mann nicht trotzdem auf jeden Fall für die Anlage entschieden hätte. Das Oberlandesgericht Celle muss die Angelegenheit deshalb noch genauer aufklären - ein Etappensieg für die beklagte Postbank.

Von RND/dpa/hö