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Wirtschaft Deutsche Bahn wird pünktlicher – und betreibt Schadensbegrenzung
Nachrichten Wirtschaft Deutsche Bahn wird pünktlicher – und betreibt Schadensbegrenzung
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14:25 11.03.2019
Die Bahn fährt wieder pünktlicher. Quelle: imago stock&people
Berlin

Die Deutsche Bahn hat Reisende im Februar seltener warten lassen. Zwar kam noch jeder fünfte Fernzug zu spät. Das war aber der beste Wert seit dem Februar 2018, wie der Konzern mitteilte. „Wir müssen besser werden“, sagte Vorstandschef Richard Lutz der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Sein Ziel ist, dass in diesem Jahr 76,5 Prozent der Fernzüge weniger als sechs Minuten zu spät fahren – dann gelten sie nach bisheriger Bahn-Definition als pünktlich.„Im Februar waren wir im Fernverkehr mit 80 Prozent Pünktlichkeit schon deutlich besser unterwegs“, sagte Lutz. „Im Januar waren es nur 76,3 Prozent, da haben wir noch mit Fahrzeugproblemen gekämpft.“ Im Regionalverkehr einschließlich der S-Bahnen wurde die bundeseigene Bahn im Februar besser. 95,3 Prozent der Züge waren pünktlich. Im Januar waren es noch 94,6 Prozent gewesen.

Neue Messung der Pünktlichkeit

Am Sonntag hatten mehrere Medien gemeldet, die Bahn wolle künftig andere Maßstäbe für die Pünktlichkeit einführen. Zentral sei demnach nicht mehr, ob Züge wie angekündigt fahren. Sondern ob die einzelnen Fahrgäste mit ihrem IC oder ICE mehr als 15 Minuten verspätet am Ziel eintreffen. Zahlreiche Verkehrspolitiker kritisierten den Schritt scharf und vermuteten hinter der Entscheidung statistische Trickserei.

Nun stellt das Unternehmen aber klar, dass die Messung der zugbezogenen Pünktlichkeit unverändert bleibt. Dies solle auch weiterhin regelmäßig veröffentlicht werden, schreibt das Unternehmen.

An der angekündigten fahrgastbezogenen Pünktlichkeitsmessung will die Bahn aber festhalten: Die neue Messmethode solle eine „Ergänzung“ zur bisherigen sein und abbilden, wie sehr sich eine Zugverspätung tatsächlich auf die Passagiere auswirkt. Denn wenn etwa ein Zug zehn Minuten Verspätung hat, werden nach der alten Messmethode nur diese zehn Minuten erfasst – auch wenn möglicherweise ein Anschlusszug verpasst wurde, was dem einzelnen Fahrgast eine ganze Stunde Verspätung eingebrockt hat.

Die Bahn erhofft sich von dieser Ergänzung der Statistik, die Realität der Bahnreisenden besser abbilden könne. Auch ermögliche diese Erhebungsmethode die Vergleich­bar­keit mit den entsprechenden Kennzahlen für den Luftverkehr und den Fernbus.

Messen will das die Bahn, indem sie eignen Angaben zufolge verschiedene vorhandene Datensätze miteinander verknüpft. Einfließen sollen demnach die anonymisierten Buchungsdaten von etwa 270000 Passagieren sowie die Pünktlichkeitsdaten der etwa 7000 Fernverkehrshalte. So wolle das Unternehmen simulieren, wie sich Störungen im Betriebsablauf auswirken.

Dass es erheblichen Redebedarf diesbezüglich gibt, sieht die Bahn indes ein: Die mögliche Ergänzung werde nun mit Kunden, Verbänden und der Politik intensiv besprochen, „um jede Art von Missverständnissen zu vermeiden“, wie das Unternehmen mitteilte.

Pro Bahn begrüßte in einer kurzen Stellungnahme die Ergänzung der Statistik: „Damit würde auch eine Forderung von Pro Bahn erfüllt werden, indem auch auch das Funktionieren von Anschlüssen und die Auslastung betroffener Züge berücksichtigt wird“, schreibt der Fahrgastverband.

Von RND/dpa/hö