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Nachrichten Wirtschaft Verbraucherzentrale fordert besseren Service der Bahn
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13:10 15.01.2019
Reisende warten am Hamburger Hauptbahnhof. Immer wieder kommt es bei der Deutschen Bahn zu Verspätungen. (Symbolfoto)
Reisende warten am Hamburger Hauptbahnhof. Immer wieder kommt es bei der Deutschen Bahn zu Verspätungen. (Symbolfoto) Quelle: dpa
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Berlin

Die Verbraucherzentralen fordern Erleichterungen für Bahnkunden bei Entschädigungen für unpünktliche oder ausgefallene Züge. „Das lässt sich im Gegensatz zur Behebung der tief gehenden Probleme schnell umsetzen“, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller.

Damit Verbraucher rasch an ihr Geld kommen, müsse spätestens bis zum Sommer ein Erstattungsantrag per Online-Formular auf der Homepage der Deutschen Bahn möglich sein. Privatbahnen machten dies bereits vor. Bei Verspätungen von mehr als einer Stunde können Kunden 25 Prozent des Ticketpreises zurückfordern, ab zwei Stunden die Hälfte.

Nur wenige Züge sind pünktlich

„Politik und Bahnvorstand sind gefordert, alles zu tun, damit die Bahn im Fern- und Nahverkehr wieder zuverlässig wird“, sagte Müller. „Versäumnisse in der Vergangenheit bei Personal, Infrastruktur und Fahrmaterial rächen sich jetzt.“

Mangelnde Pünktlichkeit führten bei vielen Fahrgästen zu Zorn und Verzweiflung, kritisierte der vzbv-Chef. Die Kritik hält schon länger an. Bereits Ende 2017 warnten die Verbraucherzentralen vor einem langfristigen Imageschaden bei der Deutschen Bahn.

Krisengespräch mit Konzernleitung

Am Dienstag trafen sich Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Bahnchef Richard Lutz, zu einem Krisengespräch in Berlin. Lutz plant einen großen Umbau des Konzerns. Er will unter anderem die Auslandstochter DB Arriva zu verkaufen. Das solle Geld für Investitionen in Züge und Schienennetz bringen.

Scheuer sagte, er stehe einem möglichen Verkauf von Arriva „offen“ gegenüber. Man müsse bei dem Thema in die Tiefe gehen, man werde ein „sehr interessantes“ Unternehmen nicht leichtfertig auf dem Markt platzieren

Mehr Pünktlichkeit gefordert

Beim Spitzentreffen ging es auch um Maßnahmen, mit denen zügig Verbesserungen für die Kunden erzielt werden könnten. Die Kunden sollten schon im ersten Halbjahr Verbesserungen bei der Pünktlichkeit der Züge sehen.

Scheuer nannte ein besseres Baustellen-Management, um Engpässe in den Griff zu bekommen. Die Politik sei außerdem daran, der Bahn eine „finanzielle Basis“ zu garantieren. Einzelheiten nannte er zunächst nicht.

Umstrittene Privatisierungspläne

Ein weiteres Treffen ist Ende Januar geplant. Pläne für eine Privatisierung der Tochter Arriva, die den Personenverkehr im Ausland bündelt, sind nicht unumstritten. Vorbereitungen für einen Teilverkauf über die Londoner Börse hatte der Konzern 2016 gestoppt. Zur Begründung wurde damals auf den Brexit verwiesen.

Von RND/dpa