Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Wirtschaft Windkraft: Ausbauen, bis es kracht!
Nachrichten Wirtschaft Windkraft: Ausbauen, bis es kracht!
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:15 25.10.2019
Nicht nur dieser Demonstrant fordert: Es ist Zeit für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Quelle: imago images/Future Image

Wenn die Bundesregierung sich selbst und ihre Klimaziele ernst nimmt, dann kann es bei den erneuerbaren Energien nur eins geben: Ausbauen, bis es kracht. Denn wir brauchen die regenerativen Energien nicht nur, um Strom zu erzeugen. Sie sollen bald auch dafür sorgen, dass Gebäude geheizt werden und Autos über die Straßen rollen.

Was hat die Bundesregierung in der jüngeren Vergangenheit getan? Sie hat den Ausbau massiv rationiert. Und sie war trotz Warnungen blind dafür, dass Flächen für neue Windräder knapp werden, weil es zahlreiche Schikanen wie überzogene Abstandsregelungen zu Wohnsiedlungen und eine wuchernde Bürokratie bei Genehmigungsverfahren gibt. Der Ausbau der Windenergie an Land ist fast zum Erliegen gekommen.

Die Schuld liegt bei Union und SPD

Verantwortlich dafür zeichnen der frühere Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und sein Nachfolger Peter Altmaier (CDU). Erst jetzt wird zaghaft versucht, das Totalversagen einigermaßen zu kaschieren. Doch es ist bereits klar: Auch 2020 wird ein verlorenes Jahr für die Windkraft. Und das nächste Desaster zeichnet sich schon ab: Betreiber von Solarparks stehen in den Startlöchern, um billigen und sauberen Strom zu erzeugen. Doch auch hier werden die Flächen knapp. Was macht die Bundesregierung? Nichts.

Mehr zum Thema

Ökostromanteil steigt auf Rekordniveau, aber …

Besonders bizarr ist dabei, dass ausgerechnet Altmaier großspurig von einer Wasserstoffstrategie spricht. Er meint grünen Wasserstoff. Das soll das neue Öl werden. Nur klimafreundlich. Um den Wasserstoff herzustellen, braucht es Wasser und sehr, sehr viel preiswerten Ökostrom. Wenn Deutschland beim Ausbau der Erneuerbaren aber so weitermacht, dann können wir die Wasserstoffstrategie komplett vergessen. Dann muss das Land demnächst teure elektrische Energie importieren, um die Nachfrage auch von Elektroautofahrern und Wärmepumpenbetreibern zu decken. Ein Armutszeugnis von besonderer Art.

Von Frank-Thomas Wenzel/RND

43 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland werden mittlerweile durch erneuerbare Energien abgedeckt. Doch die Branche warnt vor Risiken – und attackiert die Politik. Wissenschaftler fürchten bereits einen Jobabbau.

25.10.2019

Die Nachfrage nach Benzin- und Dieselautos sinkt, die Branche steuert Richtung Elektro um. Für viele Zulieferer hat das negative Folgen. Bosch setzt jetzt den Rotstift an – und streicht weitere tausend Stellen.

25.10.2019

Der Düsseldorfer Dax-Konzern Henkel trennt sich überraschend von seinem Vorstandschef Hans Van Bylen. Das Unternehmen kämpft schon länger mit schlechten Zahlen. An der Börse in Frankfurt stieß die Personalie allerdings auf wenig Gegenliebe.

25.10.2019