Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Politik Wissenschaftler zu Luftreinheit: Fahrverbote nicht wirklich zielführend
Nachrichten Politik Wissenschaftler zu Luftreinheit: Fahrverbote nicht wirklich zielführend
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:20 09.04.2019
„Unser größtes Problem ist der Feinstaub“, erklären die Wissenschaftler der Leopoldina. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
Berlin

Die nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat ihren von der Bundesregierung angeforderten Bericht über Grenzwerte für Luftschadstoffe vorgelegt. Die Wissenschaftler sind sich einig: Die Politik sollte sich mehr auf Feinstaub und Co2-Emissionen als auf Stickstoffdioxid konzentrieren. Sie riefen am Dienstag in der vorgelegten Stellungnahme zu einer „nachhaltigen Verkehrswende“ auf.

„Größtes Problem ist Feinstaub

„Das Problem sind nicht die Stickstoffoxide“, sagt Martin Lohse, Vizepräsident der Nationalakademie Leopoldina. Man könne das Gas nicht isoliert betrachten. „Unser größeres Problem ist der Feinstaub“, erklärt Lohse. In der Stellungnahme der Wissenschaftler heißt es, dass Stickstoffdioxide die Symptome von Lungenkrankheiten wie Asthma verschlimmern könnten. Außerdem bilden sie zusammen mit anderen Gasen Feinstaub. Feinstaub könne Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und auch Lungenkrebs verursachen.

Die Wissenschaftler der Leopoldina haben in Berlin ihre Forschungsergebnisse präsentiert. Quelle: Wolfgang Kumm/dpa

Fahrverbote nicht zielführend

Stickstoffdioxide stammen vor allem aus Diesel-Abgasen. In vielen Städten werden Grenzwerte überschritten, Gerichte haben deswegen Fahrverbote verhängt. Fahrverbote seien nicht wirklich zielführend, sagt Lohse. Sie böten nur minimale Veränderungen und seien zu kurzfristig gedacht. Man bräuchte allerdings langfristige Aktionen.

„Wir sollten uns nicht auf die Stickstoffdioxide fixieren“, sagt Lohse. Der Straßenverkehr sei nur eine der Quellen von Luftschadstoffen. Allerdings führe er neben weiteren Belastungen vor allem zur Emission von Treibhausgasen. Nur mit einer nachhaltigen Verkehrswende könne Deutschland seine internationalen Verpflichtungen zur Reduktion von Treibhausgasen erreichen. Weder für Stickstoffdioxid noch für Feinstaub aber sei eine exakte Grenzziehung möglich zwischen gefährlich und ungefährlich – im Sinne eines Schwellenwertes, unterhalb dessen keine Gesundheitseffekte zu erwarten sind.

Lesen Sie auch: Internationale Forscher widersprechen deutschen Lungenärzten

Vor allem der seit 2010 verbindliche EU-Grenzwert für Stickstoffdioxid (NO2) von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft war in die Kritik geraten. Eine Gruppe von Lungenärzten hatte die Debatte angestoßen, indem sie den gesundheitlichen Nutzen der Grenzwerte anzweifelte. Dagegen gab es aber breiten Widerspruch deutscher und internationaler Experten.

Ende Januar hatte die Bundesregierung angekündigt, die Leopoldina um eine Stellungnahme zu bitten. Einer Arbeitsgruppe gehörten 20 Professoren aus zwölf Fachgebieten an.

Von Tomma Petersen/RND/dpa

Ein kleines Mädchen verdurstet angekettet in der sengenden Sonne. Eine deutsche IS-Anhängerin aus Niedersachsen soll dabei zugesehen haben. Jesiden auf der ganzen Welt blicken nun hoffnungsvoll auf diesen möglicherweise bahnbrechenden Prozess.

09.04.2019

Beim EU-Sondergipfel am Mittwoch will die britische Premierministerin für einen Brexit-Aufschub werben. Die Bundesregierung und andere Staaten können sich dies durchaus vorstellen – unter bestimmten Bedingungen.

09.04.2019

Nachdem die AKP bei den türkischen Kommunalwahlen in den Metropolen an Zuspruch verloren hat, hatte Präsident Erdogan angekündigt, Widerspruch einzulegen. Doch die Wahlbehörde lehnt eine vollständige Neuauszählung ab.

09.04.2019