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Politik Wahlbehörde: Opposition liegt in Istanbul vorn
Nachrichten Politik Wahlbehörde: Opposition liegt in Istanbul vorn
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10:09 01.04.2019
Anhänger der Mitte-Links-Partei CHP schwenken in Ankara türkische Fahnen. Quelle: Burhan Ozbilici/AP/dpa
Istanbul

Nach einer dramatischen Wahlnacht sieht auch die türkische Wahlbehörde YSK die Opposition im Rennen um das Bürgermeisteramt in der wichtigen Wirtschaftsmetropole Istanbul vorn – um Haaresbreite. Demnach führte der Kandidat der Mitte-Links-Partei CHP, Ekrem Imamoglu, am Montagmorgen mit 27.889 Stimmen vor dem Kandidaten der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP, Ex-Ministerpräsident Binali Yildirim.

„Für Ekrem Imamoglu habe ich bisher die (Stimmen-)Zahl 4.159.650. Für Herrn Binali sind 4.131.761 Stimmen im System eingetragen“, sagte YSK-Chef Sadi Güven in einem TV-Interview. Offenbar legen beide Parteien noch Beschwerden ein. Dafür sind drei Tage Zeit, wie Güven sagte. Es seien weiter nicht alle Ergebnisse „ins System eingetragen“. Die Resultate von 84 Urnen fehlten noch.

Istanbul war lange AKP-regiert. Das Ergebnis kommt einem Denkzettel für die AKP und ihren Parteichef gleich, den Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Zuvor hatten sich sowohl die AKP als auch die CHP in der Stadt zum Sieger erklärt.

Die YSK hatte zunächst um kurz nach 23 Uhr Ortszeit aufgehört, Wahlergebnisse zu veröffentlichen. Da waren 91 Prozent der Stimmen ausgezählt, und für Erdogans AKP, die landesweit stärkste Kraft blieb, zeichneten sich in wichtigen Großstädten herbe Verluste ab.

Am schwersten wog das Ergebnis in der Hauptstadt Ankara, wo zu dem Zeitpunkt nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu der Oppositionskandidat von der CHP, Mansur Yavas, bei mehr als 50 Prozent lag. AKP-Kandidat Mehmet Özhaseki hatte rund 47 Prozent bekommen. Auch hier erklärte sich die CHP zum Sieger.

Die AKP will nun Einspruch einlegen. Generalsekretär Fatih Sahin schrieb am frühen Morgen auf Twitter, die Partei werde „ihre Rechte nutzen“. Es habe in Ankara „viele ungültige Stimmen und Regelwidrigkeiten“ gegeben.

Von RND/dpa