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Politik Von der Leyen will Klarheit bei „Gorch Fock“
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16:17 21.01.2019
Schulschiff Gorch Fock während der Kieler Woche 2013 Quelle: imago/Thomas Zimmermann
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Berlin

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat im Fall der Gorch Fock den Druck auf die Marine erhöht, die Kostenexplosion und den Korruptionsfall aufzuklären. „Die Gorch Fock ist ein stolzes Traditionsschiff, um das ich mir Sorgen mache. Die Vorwürfe wiegen schwer“, sagte von der Leyen im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Im Augenblick seien alle Zahlungen eingefroren. „Die Marine weiß, dass jetzt saubere Aufklärung enorm wichtig ist.“

Von der Leyen betonte, dass sie an der Gorch Fock festhalten wolle, sofern dies möglich sei. „Die Gorch Fock verkörpert eine große Tradition in der Marineausbildung und nach einer umfassenden Restaurierung wäre Vieles wieder wie neu. Das muss man berücksichtigen“, sagte von der Leyen dem RND. Zugleich sei es wichtig, „Klarheit gegenüber den Steuerzahlern zu schaffen, die die Kosten des Schiffs tragen und Licht in den Korruptionsvorwurf zu bringen“.

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Einsatz von Beratern gerechtfertigt

Von der Leyen sieht zudem den umstrittenen Einsatz externer Berater in ihrem Ministerium als gerechtfertigt an. „Wir haben mit der Bundeswehr und ihren 250.000 Beschäftigten eine Riesenorganisation, die sich derzeit in großem Maßstab modernisiert und digitalisiert. Eine neue IT-Architektur kann keine Institution der Größe und Komplexität der Bundeswehr aus eigener Kraft aufbauen“, sagte sie. „Dafür brauchen wir auch externe Hilfe.“

Auch habe die Arbeit trotz Vergabeverstößen nicht gelitten. „Wir haben intensiv untersucht, ob die Arbeit in den Projekten davon negativ beeinflusst war und haben dazu nichts feststellen können“, sagte von der Leyen dem RND. „Wer anderes behaupten möchte, muss es beweisen.“

Im Fall der zuletzt von Ausfällen betroffenen Flugbereitschaft kündigte die CDU-Politikerin zusätzliche Flugzeuge für die Truppe an. „Wir prüfen jetzt den Kauf von ein bis zwei weiteren für die lange Strecke. Außerdem stellen wir zusätzliche Crews auf. Bei sehr wichtigen Flügen soll künftig immer ein Ersatzflugzeug und eine vollständige Ersatzcrew bereit stehen“, sagte von der Leyen. „Dass die Kanzlerin einen internationalen Gipfel wie den in Buenos Aires nicht erreicht, darf nicht noch einmal geschehen.“

Von Gordon Repinski und Daniela Vates/RND

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