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Politik Verdächtige Aufnahmen: Schiebt Kroatien illegal Flüchtlinge ab?
Nachrichten Politik Verdächtige Aufnahmen: Schiebt Kroatien illegal Flüchtlinge ab?
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13:37 16.12.2018
In Deutschland sind Abschiebungen streng geregelt – verdeckte Videoaufnahmen lassen nun Zweifel an der Abschiebepraxis in Kroatien aufkommen. (Symbolbild) Quelle: Sebastian Willnow/dpa
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Berlin

Bereits seit einiger Zeit wird der kroatischen Regierung von Hilfsorganisationen vorgeworfen, illegale Abschiebungen vorzunehmen. Beweise dafür gab es bisher allerdings nicht. Wie die „Tagesschau“ berichtet, könnte sich das nun allerdings geändert haben: Verdeckte Videoaufnahmen zeigen verdächtige Szenen an der bosnisch-kroatischen Grenze.

Die insgesamt 132 Videos, aufgenommen von der Organisation „Border Violence Monitoring“, zeigen jeweils kleine Gruppen, die von kroatischen Polizisten auf einem Waldweg in Richtung Bosnien geführt werden. In Summe sind auf den Videos im Zeitraum von September bis Oktober mindestens 368 Menschen zu sehen, darunter auch viele Frauen und Kinder, wie die „Tagesschau“ weiter berichtet.

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Push-Back-Aktionen verstoßen gegen UN-Flüchtlingskonventionen

Das Prozedere sei dabei immer gleich: Die Polizisten gehen mit den Menschen aus dem Bild, und kommen nach kurzer Zeit alleine wieder. Die Recherchen der „Tagesschau“ führen zu dem Ergebnis, dass es nur ein plausibles Ziel dieses Waldweges gibt: Bosnien. Denn das bosnische Dorf sei über den Waldweg nach wenigen hundert Metern erreichbar. Dort sehe man immer wieder Menschen aus dem Wald kommen.

Sollten sich die Aufnahmen und letztlich auch der Verdacht auf die Abschiebung aus der EU bestätigen lassen, so stelle das einen Verstoß gegen die UN-Flüchtlingskonvention dar. Neven Crvenkovic, Sprecher des Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Sarajevo sagt der „Tagesschau“: „So genannte Push-Back-Aktionen werden als illegal bewertet, weil sie im direkten Widerspruch stehen zu nationalen Rechtsnormen.“

Die kroatische Regierung hält sich bisher bedeckt zu den Vorwürfen. Allerdings besteht die Regierung seit Monaten darauf, sich an das geltende EU-Recht zu halten.

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Von RND/lf