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Politik Trumps Unvermögen
Nachrichten Politik Trumps Unvermögen
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18:02 24.05.2018
US-Präsident Donald Trump Quelle: AP
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Washington

Alle Welt staunte, dass es ausgerechnet dem erklärten Nicht-Politiker Donald Trump gelingen könnte, den schwer zugänglichen Diktator aus Pjöngjang für eine gemeinsame Friedenslösung zu gewinnen. Das dubiose Atomforschungsprogramm und die rechtswidrigen Raketentests, bei denen manchmal Angriffswaffen über die japanischen Inseln schießen, lassen Südostasien mit seiner Vielzahl an schlechten Nachbarschaftsverhältnissen zu recht als Pulverfass erscheinen, das besser dringend abgesichert werden muss.

Doch die Hoffnung währte nur kurz. Trump, der Dank seiner unkonventionellen Art eine Tür in die richtige Richtung aufgestoßen hatte, ist offenbar nicht gewillt, dem Gegner in substanziellen Fragen entgegenzukommen. Für ihn stand es außer Frage, die großen Militärmanöver mit Südkorea überhaupt auch nur zu thematisieren. Auch war es von seinem Stellvertreter Mike Pence in höchstem Maße undiplomatisch, von einer Art „Libyschen Lösung“ zu schwadronieren.

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Einmal mehr bestätigt sich der Eindruck, dass der Chef der Weißen Hauses festgefahrene Debatten durchaus wieder in Gang setzen kann, ihm aber die politische Erfahrung für längere Prozesse fehlt. Ebenso wie in der Russland-Affäre oder im Umgang mit früheren Sexgeschichten schießt der 71-Jährige immer mal wieder Eigentore.

Ein halbes Jahr vor den Wahlen zum Kongress kommt dieser Rückschlag auf internationaler Bühne auch bei Trumps eigener Klientel nicht gut an.

Von Stefan Koch/RND