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Politik Trumps Rückzug in Syrien: Eine Gefahr für die Kurden
Nachrichten Politik Trumps Rückzug in Syrien: Eine Gefahr für die Kurden
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22:47 20.12.2018
Der Rückzug steht bevor: US-Truppen mit gepanzerten Fahrzeugen in den Außenbezirken der syrischen Stadt Manbij. Quelle: Foto: Arab 24 network/AP
Washington

Donald Trump hat es wieder einmal geschafft: Washington rätselt über die Motive des US-Präsidenten. Was hat Trump dazu bewegt, die Spezialtruppen der USA auf die Schnelle aus Syrien abzuziehen?

Wer gut über das Geschehen in dem Bürgerkriegsland informiert ist, hatte eigentlich mit einer ganz anderen Entwicklung gerechnet: Gerade erst Anfang der Woche waren die US-Truppen in schwere Gefechte entlang der irakisch-syrischen Grenze verwickelt. Allein die Luftwaffe flog mehrere Dutzend Angriffe, um die Widerständler des sogenannten „Islamischen Staates“ zu vertreiben. Und nun der überstürzte Rückzug?

Die Erklärung für die Kehrtwende ist eher in Washington als in Syrien zu finden. Ein Mitarbeiter des Nationalen Sicherheitsrates hob auf die Wahlkampfversprechen des Präsidenten ab: Mit dem Wahlsieg 2016 sei klar gewesen, dass der Einsatz in Syrien zeitlich eng begrenzt sei. Da sich die Widerständler auf syrische Randzonen zurückgezogen hätten, sei nun der geeignete Zeitpunkt, sich zu verabschieden. Fest steht: Wenige Tage vor der umstrittenen Erklärung, die 2000 US-Soldaten abzuziehen, führte Trump ein langes Telefonat mit Recep Tayyip Erdogan. Der türkische Präsident ließ seinen Kollegen wissen, dass eine Offensive gegen die Kurden unmittelbar bevorstehe. Sollten sich US-Truppen in den Reihen der kurdischen Milizen befinden, liege die Verantwortung allein bei den USA.

Eine Ansage, die nicht unerwartet kam: Gerade in den vergangenen Monaten hatte Ankara mehrfach klargestellt, sich der wachsenden Autonomie der kurdischen Gebiete, die sich mittlerweile ebenso etablieren wie die Selbstautonomie der Kurden im Nordirak, mit allen Mitteln entgegenzustellen.

„Es ist eine schreckliche Fehlentscheidung

Als wäre die Gemengelage vor Ort nicht schon kompliziert genug, vermischte Erdogan offenbar die Verhandlungen um die Kurdengebiete mit milliardenschweren Rüstungsgeschäften. Trotz des Widerstandes aus Nato-Kreisen hatte Ankara zuvor damit gedroht, seine künftigen Luftabwehrsysteme bei russischen Herstellern zu bestellen. Während des Telefonats mit Trump soll Erdogan nun aber dem Vorschlag zugestimmt haben, das türkische Militär mit Patriot-Systemen des US-Herstellers Raytheon auszustatten. Ein Geschäft, das immerhin ein Volumen von 3,5 Milliarden Dollar besitzt. Die Militärexperten im Kongress zeigen sich über diesen „Deal“ irritiert: Gaben die Rüstungsgeschäfte zugunsten amerikanischer Firmen etwa den Ausschlag für den Truppenabzug?

Selbst republikanische Senatoren, die sich oft demonstrativ hinter Trump stellen, machen aus ihrem Ärger keinen Hehl: „Es ist eine schreckliche Fehlentscheidung“, sagt Marco Rubio. Der Präsident habe sich über die Bedenken seiner Militärs hinweggesetzt und einen Befehl erteilt, für den die USA in Zukunft teuer bezahlen müssten.

Ein entschiedener Gegner eines überstürzten Abzugs ist auch Jim Mattis. Sorgen bereitet dem Verteidigungsminister allem Anschein nach nicht nur das verstärkte Engagement des Irans und Russlands in der Region, sondern auch die Zukunft amerikanischer Auslandseinsätze. Die kurdischen Truppen würden in jedem Fall viel Vertrauen in Washington verlieren.

Von Stefan Koch/RND

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