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Politik Trump verachtet die Demokratie
Nachrichten Politik Trump verachtet die Demokratie
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20:32 20.10.2016
RND-Korrespondent Stefan Koch. Quelle: RND
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Washington

Seine Andeutungen, die Ergebnisse zur Präsidentschaftswahl möglicherweise nicht anzuerkennen, sind weit mehr als eine Provokation: Sie gleichen einem Sprengsatz am Fundament Amerikas.

Wer die Atmosphäre auf Veranstaltungen der Republikaner in diesen Tagen erlebt, ahnt schnell, dass es nicht wenige Anhänger gibt, die bereit sind, diesem Kandidaten überallhin zu folgen. Sie lassen sich nicht davon beeindrucken, dass der politische Quereinsteiger im Verdacht steht, mehrfach gegenüber Frauen übergriffig gewesen zu sein. Auch interessiert es sie kaum, dass sein geschäftlicher Erfolg mehr Schein als Sein ist. Für sie zählt vor allem das Versprechen eines Neuanfangs.

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Ganz bewusst hält Trump seine Zukunftskonzepte möglichst diffus, um die Hoffnungen möglichst vieler Wähler anzusprechen. In seinem Sammelbecken finden sich daher neben gut situierten Bürgern, die um ihren Besitzstand fürchten, auch Außenseiter und Ewiggestrige, die sich nach den Zeiten der Rassentrennung zurücksehnen. Im TV-Duell ging er nun einen Schritt weiter und legte den Grundstein für eine Legende, die über eine mögliche Niederlage hinausreichen soll: Trump will nicht als Verlierer dastehen, sondern als Politiker, dem sein Sieg gestohlen wurde.

Es ist eine Selbstüberschätzung, die sich leider nicht als wirres Zeug vom Tisch wischen lässt: Obwohl die Vereinigten Staaten zurzeit eine wirtschaftlich gute Phase erleben, formiert sich ein Heer der Verängstigten. Diesen Menschen wieder mehr Zuversicht zu vermitteln, ist die eigentliche Herausforderung in den kommenden vier Jahren.

Von Stefan Koch

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