Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Politik Trump: „Ich arbeite mehr als fast alle ehemaligen Präsidenten“
Nachrichten Politik Trump: „Ich arbeite mehr als fast alle ehemaligen Präsidenten“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:40 11.02.2019
Präsident Donald Trump hat seinen Terminkalender erklärt. Quelle: AP
Washington

Präsident Donald Trump will nicht als faul gelten und hat auf Twitter seinen Terminkalender verteidigt. „Ich arbeite wahrscheinlich mehr Stunden als fast alle früheren Präsidenten“, ließ Trump am Sonntag im Sozialen Netzwerk verlauten.

Zuvor hatte das Nachrichtenportal Axios die internen Terminpläne des Präsidenten veröffentlicht. Der Kalender wurde der Seite eigenen Angaben zufolge aus dem Weißen Haus zugespielt. Er zeigt Trumps Termine der vergangenen drei Monate. Rund 60 Prozent der erfassten Zeit sind demnach als „Executive Time“ bezeichnet, also Zeit zur freien Verfügung.

Trump erläuterte den Plan in seinem Tweet: „Wenn der Begriff ’Excutive Time’ benutzt wird, arbeite ich normalerweise und entspanne nicht“, verteidigte sich der Präsident. Trump fügte hinzu: „Tatsache ist, als ich als Präsident übernommen habe, war unser Land ein Chaos.“ Er habe daher gar keine andere Wahl gehabt, als sehr viel zu arbeiten.

Axios hatte zudem berichtet, Trumps erster Termin sei an den meisten Tagen erst für 11.00 Uhr oder 11.30 Uhr angesetzt, obwohl er als Frühaufsteher gilt. Die Terminpläne sorgten besonders bei Trump-kritischen Medien für Spott. Der Sender CNN beispielsweise warf mit Blick auf die Frisur und den Teint des Präsidenten die Frage auf, ob Trump in den Stunden vor dem ersten Termin sein Haar frisiere oder Bräunungscreme auftrage. Wenn Trump nicht auf Reisen sei, wirkten die Terminpläne „weniger voll als die eines Erstklässlers“, meinte der Sender.

„Executive Time“ findet nicht im Oval Office statt

„Executive Time“ lässt sich sinngemäß mit „Chefzeit“ oder „Führungszeit“ übersetzen und ist als präsidialer Tagesordnungspunkt eine Erfindung von Trumps Weißem Haus. In den Zeitplänen sei meist die Zeit bis 11.00 Uhr als „Executive Time“ aufgeführt, die Trump demnach im Oval Office verbringe. Trump sei nach Angaben von sechs Quellen in dieser Zeit aber nie in seinem Büro. Stattdessen sei er in der Residenz, schaue Fernsehen und lese Zeitungen. Dann reagiere er auf das, was er sehe und lese, und rufe etwa Berater, Freunde oder Kongressabgeordnete an. Häufig schickt Trump am Morgen auch Twitter-Botschaften in die Welt.

„Präsident Trump hat einen anderen Führungsstil als seine Vorgänger, und die Resultate sprechen für sich“, ließ seine Sprecherin Sarah Sanders verlauten und behauptete, die „kreativere Umgebung“ habe ihn zum produktivsten Regierungschef der Geschichte gemacht.

Trumps unkonventioneller Regierungsstil macht es schwierig zu definieren, wo die Grenze zwischen Freizeit und Arbeit verläuft. Mit seinen Tweets beispielsweise macht er auf jeden Fall Politik, auch in der „Executive Time“. Dennoch erscheint sehr fragwürdig, ob Trump - wie er nun behauptet - wirklich mehr arbeitet als die meisten seiner Vorgänger. Bekannt ist Trumps Hang zu Übertreibungen und zum Selbstlob. So behauptet er auch, dass seine Regierung in den ersten zwei Jahren mehr erreicht habe als alle zuvor.

Vorgänger hatten Termine im Zehnminuten-Takt

Axios berichtete, der Terminplan von Präsident George W. Bush sei über Monate hinaus ausgebucht gewesen. Auch sei Bush immer ab 6.45 Uhr im Büro gewesen. Der Terminplan seines Vater und Vor-Vorgängers im Amt, George H.W. Bush, sei in Zehn-Minuten-Intervallen getaktet gewesen. Trumps Vorgänger Barack Obama habe an einem typischen Arbeitstag sechs Meetings gehabt.

Dass die internen Terminpläne an die Öffentlichkeit gerieten, sorgte in den USA für Schlagzeilen. Trumps amtierender Stabschef Mick Mulvaney spielte das am Sonntag herunter. Die Inhalte seien ohnehin „nicht so vertraulich“ gewesen, sagte er dem Sender Fox News. Rund 400 Menschen hätten Zugriff auf die Pläne. Dennoch suche man nach der Person, die die sie gesammelt und weitergegeben habe, sagte Mulvaney. „Ich hoffe, dass wir dafür in dieser Woche eine Lösung haben werden.“

Von RND/mkr/dpa

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Kippa, Kopftuch, Kreuz: Der Schweizer Kanton Genf hat Parlamentariern und staatlichen Mitarbeitern das Tragen von religiösen Symbolen verboten. Bei einem Referendum stimmten 55 Prozent der Wahlberechtigten für das Verbot. Ob das Gesetz verfassungswidrig ist, ist noch unklar.

11.02.2019

Das Foto des dreijährigen Flüchtlingsjungen, der ertrunken am Strand liegt, schockierte die Welt. Der Vater des syrisch-kurdischen Flüchtlingsjungen taufte nun ein deutsches Rettungsschiff auf den Namen seines Sohnes: Alan Kurdi.

11.02.2019

Dramatische Verluste der SPD: Laut einer neuen Wahlumfrage würden die Sozialdemokraten aktuell bei den Landtagswahlen in Niedersachsen und Rheinland-Pfalz 9 bzw. 10 Prozentpunkte verlieren. An den sozialdemokratischen Regierungschefs liegt das aber nicht.

11.02.2019