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Politik Thüringen-Wahl: Deshalb hat Ramelow gewonnen
Nachrichten Politik Thüringen-Wahl: Deshalb hat Ramelow gewonnen
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19:21 31.10.2019
Bodo Ramelow Quelle: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dp
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Das Experimentierland Thüringen braucht weitere Neuerungen. Das Wahlergebnis wird Parteien, die zu diesem Zweck noch nie zusammensaßen, dazu zwingen, über eine gemeinsame Regierung zu reden. Wie wäre es mit einem solchen internen Mauerfall, etwa bei Linken und CDU, die gemeinsam eine satte Mehrheit im Erfurter Landtag hätten?

Niemand sollte jedenfalls jetzt die Fassung verlieren. Es hilft, die beiden anderen ostdeutschen Länder zu betrachten, in denen zuletzt gewählt wurde. In Sachsen gewann der CDU-Mann Michael Kretschmer, in Brandenburg der Sozialdemokrat Dietmar Woidke. Für beide zeichnen sich inzwischen Landtagsmehrheiten ab, auch wenn man in Dresden mit den Farben Kenias noch ebenso fremdelt wie in Potsdam.

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Der Respekt für die klare Nummer eins aber tut allen Ländern gut. In Sachsen war nun mal ein CDU-Regierungschef gewollt, in Brandenburg einer von der SPD – und in Thüringen einer von der Linkspartei. Darin liegt ein Hinweis auf die zunehmende Reife vieler Wähler. In allen drei Fällen haben jedenfalls jene, die nicht zu den Rechtspopulisten von der AfD abgedriftet sind, das persönliche, seriöse Engagement eines Menschen für sein Bundesland honoriert.

Eins haben die drei so unterschiedlichen Sieger gemein: Ihnen half nicht irgendeine Imagekampagne, sondern ihr täglicher, in der Regierung bewiesener Einsatz für Land und Leute.

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Auf diese Art hat sich auch Bodo Ramelow Anspruch auf Unterstützung erarbeitet. Weil er aus dem Westen kommt, weil er Christ ist, sprach er viele an, die keine klassischen Linkswähler sind. Der Mann ist ein Phänomen, wie Winfried Kretschmann bei den Grünen. Alle Parteien sind gut beraten, auch im Fall Ramelow Respekt zu zeigen für die Nummer eins.

Von Matthias Koch/RND