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Politik Razzien gegen islamistische Gefährder - sechs Männer in Polizeigewahrsam
Nachrichten Politik Razzien gegen islamistische Gefährder - sechs Männer in Polizeigewahrsam
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14:41 18.07.2019
Polizeibeamte laden während der Razzia in Düren Kartons in ein Auto. Quelle: Henning Kaiser
Köln

Die Polizei hat am frühen Donnerstagmorgen Wohnungen mutmaßlicher Gefährder aus dem islamistischen Umfeld in Düren und Köln durchsucht. Hintergrund der Razzien seien Erkenntnisse der Sicherheitsbehörden, die auf einen Terrorverdacht hindeuten, teilte die Kölner Polizei mit. Der Fokus liege auf einer Wohnung in Düren - auch in Köln seien Wohnungen durchsucht worden. Bei dem Einsatz wurden auch Spezialkräfte eingesetzt.

Der Einsatz habe um vier Uhr begonnen. In der Wohnung in Düren sei „nach weiteren konkreten Anhaltspunkten für eine Anschlagsplanung“ gesucht worden, teilte die Polizei mit. Beamte trugen am Morgen Pappkartons aus der Wohnung, wie ein dpa-Reporter berichtete. Zu sehen waren Polizisten und weitere Personen - offensichtlich Beamte in Zivil.

Bei der Durchsuchung eines ehemaligen Geschäftshauses in der Kölner Innenstadt, das zurzeit saniert wird, schlug ein Sprengstoffspürhund an. Weitere Informationen dazu gab es zunächst nicht.

„Wir hatten aktuell verdeckte Erkenntnisse, dass ein Anschlag unmittelbar bevorstehen könnte“, sagte der Leitende Kriminaldirektor Klaus-Stephan Becker am Donnerstag. Bei Razzien hatten Beamte zuvor unter anderem mehrere Wohnungen in Köln und Düren durchsucht und insgesamt sechs Männer in Gewahrsam genommen.

Einer von ihnen, ein deutsch-libanesischer Konvertit aus Berlin, sei schon seit Jahren als Gefährder bekannt und erst kürzlich nach Düren gezogen. Der 30-Jährige, der eng mit der Berliner Dschihadisten-Szene verbunden sei, habe in einem Gespräch, von dem die Ermittler Kenntnis erlangt hätten, deutlich gemacht, dass er zu einem Anschlag bereit sei.

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RND/dpa