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Politik Studie: Deutsche unterschätzen eigene Lebenserwartung im Schnitt um fast fünf Jahre
Nachrichten Politik Studie: Deutsche unterschätzen eigene Lebenserwartung im Schnitt um fast fünf Jahre
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08:41 22.08.2019
Zwei alte Menschen halten Händchen in einem Hospiz. Quelle: imago/photothek
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Berlin

Viele Menschen in Deutschland unterschätzen ihre eigene Lebenserwartung. Das geht aus einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Grundlage der Studie ist eine Ende Juli durchgeführte Repräsentativ-Befragung von 1.017 Menschen ab 18 Jahren. Demnach gehen die Befragten davon aus, dass sie im Schnitt etwa 83 Jahre alt werden. „Frauen schätzen ihre Lebenserwartung eher etwas höher, Männer etwas niedriger ein“, heißt es in der Studie.

Die Befragten rechnen insgesamt damit, ein Alter von durchschnittlich 82,8 Jahren zu erreichen. Legt man jedoch die Sterbetafeln des Statistischen Bundesamtes zugrunde, können sie erwarten, im Schnitt 87,7 Jahre zu werden. Die Differenz beträgt 4,9 Jahre.

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"Jede Generation lebt im Schnitt etwa fünf Jahre länger"

Laut Studie fällt es Jüngeren schwerer, ihre statistische Lebenszeit zu bestimmen. 18- bis 29-Jährige unterschätzen ihre Lebenserwartung um im Schnitt 6,9 Jahre. Laut Sterbetafel ist für diese Altersgruppe von einer realen Lebenserwartung von durchschnittlich 89,6 Jahren Prozent auszugehen. 30- bis 39-Jährige unterschätzen ihre Lebenserwartung ebenfalls überproportional häufig – und zwar um im Schnitt 5,4 Jahre.

Laut GDV liegt die Ursache dafür, dass die eigene Lebenserwartung vielfach unterschätzt wird, in falsch gewählten Referenzpunkten. Fast jeder Zweite, der für die Untersuchung befragt wurde, orientiert sich bei seiner Selbsteinschätzung am Alter der Eltern, 39 Prozent blicken auf die Lebensdauer der Großeltern. Lediglich 26 Prozent richten sich nach offiziellen Statistiken. „Jede Generation lebt im Schnitt etwa fünf Jahre länger als die vorherige“, sagte GDV-Geschäftsführer Peter Schwark dem RND.

Der Verband fordert eine bessere Aufklärung der Verbraucher. „Wir setzen uns dafür ein, dass die Lebenserwartung in der geplanten Online-Renteninformation mit ausgewiesen wird“, so Schwark. „Wer seine statistische Lebenserwartung nicht kennt, sorgt womöglich nicht ausreichend vor.“

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Von Rasmus Buchsteiner/RND