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Politik Initiative Maria 2.0: Die Forderungen, die Unterstützer, die Gegner
Nachrichten Politik Initiative Maria 2.0: Die Forderungen, die Unterstützer, die Gegner
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18:01 14.05.2019
Mehrere Hundert Frauen und Männer protestieren mit einer Mahnwache vor dem Dom in Münster, um gegen männliche Machtstrukturen in der Kirche und die Vertuschung von sexuellem Missbrauch durch Amtsträger zu protestieren. Die bundesweite Aktion trägt das Motto «Maria 2.0». Quelle: Carsten Linnhoff/dpa
Berlin

“Maria 2.0“ heißt die Initiative, die seit einigen Tagen Frauen der römisch-katholischen Kirche in ganz Deutschland zu Protesten gegen ihre Kirche bewegt. Die Aktionswoche, in der zahlreiche Streiks im ganzen Land stattfinden, läuft vom 11. bis zum 18. Mai. Was genau hat es mit der Initiative auf sich? Hier ein Überblick über die wichtigsten Fragen:

Wie kam es zu der Initiative?

Eine Gruppe von fünf Katholikinnen der Heilig-Kreuz-Gemeinde in Münster beschloss Anfang 2019, sich gegen die Missstände in der katholischen Kirche zu stellen. Ihr besonderer Fokus: der aus ihrer Sicht katastrophale Umgang mit den Missbrauchsopfern durch Geistliche. Die Frauen riefen die Aktion „Maria 2.0“ ins Leben und forderten alle Katholikinnen und Katholiken, die sich mit ihren Forderungen identifizieren, auf, sich an den Streiks zu beteiligen.

Wie lauten die Forderungen?

In einem als Online-Petition aufgemachten offenen Brief an den Papst in Rom stellten die Initiatorinnen ihre Forderungen zusammen. Darin heißt es, „kein Amt soll mehr für diejenigen, die andere geschändet haben an Leib und Seele oder diese Taten geduldet oder vertuscht haben“ vergeben werden. Außerdem fordern sie „die selbstverständliche Überstellung der Täter an weltliche Gerichte und uneingeschränkte Kooperation mit den Strafverfolgungsbehörden“ sowie den „Zugang von Frauen zu allen Ämtern der Kirche“ und die „Aufhebung des Pflichtzölibats“. Zudem solle die „kirchliche Sexualmoral an der Lebenswirklichkeit der Menschen ausgerichtet werden“.

Wie laufen die Streiks ab?

Während der Streikwoche wollen die Unterstützerinnen weder Kirchen betreten noch ihren Dienst in der katholischen Kirche verrichten. Gottesdienste werden vor den Kirchen gefeiert. Zudem gibt es Informations- und Diskussionsveranstaltungen. Die Initiatorinnen regen an, weiße Kleidungsstücke, Blüten, Tücher und Kerzen zu verwenden. Weiß gelte als Farbe des Mitgefühls und des Neuanfangs.

Wer unterstützt die Aktion?

Allein in Münster kamen bei einer Mahnwache vor dem Dom weit über 500 Frauen zusammen. Die Aktion hat sich schnell auf ganz Deutschland ausgebreitet. Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschland sowie der Katholische Deutsche Frauenbund unterstützen „Maria 2.0“. Auch mehrere katholische Pfarrer äußerten ihre Zustimmung.

Welchen Standpunkt vertritt die Katholische Kirche?

Papst Franziskus hat vor drei Jahren eine Kommission zu einem möglichen Diakonat für Frauen eingesetzt. Diese sei aber, aber sei zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen, weshalb es weiterer Beratungen bedürfe, sagte der Papst vergangene Woche. Die Deutsche Bischofskonferenz zeigte sich gesprächsbereit gegenüber den Katholikinnen. Die Streiks bezeichnete sie jedoch als falschen Weg.

Konservative Gruppierungen übten Kritik an dem Streik. Die Forderungen von „Maria 2.0“ stünden dem Schreiben „Ordinatio sacerdotalis“ von Papst Johannes Paul II entgegen. Dort heißt es, die Kirche habe keine Vollmacht, Frauen zu Priestern zu weihen.

Von Flemming Goldbecher/RND

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