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Politik Politikerin fordert Pflichtberatungen für Tattoos
Nachrichten Politik Politikerin fordert Pflichtberatungen für Tattoos
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06:34 06.08.2018
Ein Tätowierer arbeitet an einem Tattoo. Quelle: Paul Zinken/dpa
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Berlin

Dieser Sommer ermöglicht einen ganz neuen Blick auf die Deutschen. Ein Besuch im Freibad etwa führt zu überraschenden Einsichten: Mindestens jeder zweite Besucher ist inzwischen­ tätowiert. Eine Blume hier, ein Herz da – wissen vor allem­ junge Leute eigentlich, was sie da tun? Oder anders gefragt­: Muss man Jugend­liche vor eigener Dummheit schützen?

Ja, sagt Gitta Connemann (54), Vizechefin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Die Politikerin aus Ostfriesland will junge Menschen vor übereilten Tattoos bewahren. Sie fordert deshalb­, dass es einen zeitlichen Abstand zwischen dem Wunsch nach einem Tattoo und dem Stechen­ gibt.

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Connemann sieht Tätowierungen grundsätzlich skeptisch

Vor dem Stechen soll es daher­ eine Pflichtberatung geben. „Es darf nicht sein, dass eine Entscheidung, die lebenslang sichtbar sein wird, spontan, ohne Beratung­ und ungesichert erfolgen kann“, sagte die CDU-Abgeordnete dem Berliner „Tagesspiegel“. Mit Fristen zwischen der Be­ratung und dem Tätowieren könnten Spontantattoos unter Gruppendruck oder Alkohol verhindert werden.

Connemann steht Tattoos grundsätzlich sehr skeptisch gegenüber, nicht nur aus ästhetischen, sondern vor allem aus gesundheitlichen Gründen. „Krankenkassen und auch Ärzte schlagen wegen­ zunehmender Krankheitsbilder in Zusammenhang mit Tätowierungen­ Alarm“, sagte­ sie in dem Interview. „Forschungsinstitute warnen vor giftigen Stoffen und mög­lichen Folgeschäden­.“

Connemann will Wissenschaftler, Verbände, Minis­terien, Farbenhersteller und andere­ Fachleute zu einem Tattoogipfel im November einladen. Das Ernährungsministerium, das innerhalb der Bundesregierung für schärfere Vorschriften bei den Tattoofarben zuständig ist, erklärte­ jedoch, man strebe vorerst keine nationalen Vorschriften, sondern europaweite Regelungen an.

Von Christian Andresen