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Politik Schutz des Regenwalds: FDP wirft Bundesregierung Geldverschwendung vor
Nachrichten Politik Schutz des Regenwalds: FDP wirft Bundesregierung Geldverschwendung vor
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12:38 12.05.2019
Regenwald weicht Ackerland: Zwischen 1988 und 2018 wurden im brasilianischen Teil Amazoniens 43,6 Millionen Hektar Regenwald abgeholzt. Quelle: Werner Rudhart/dpa
Berlin

Die FDP wirft der Bundesregierung vor, beim Schutz des brasilianischen Regenwaldes Steuergelder zu verschwenden. Wie aus der Antwort des Bundesentwicklungsministeriums auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervorgeht, laufen derzeit waldrelevante Vorhaben der Bundesregierung in Brasilien in einem Umfang von rund 227 Millionen Euro.

Allerdings kann die Bundesregierung in dem Schreiben, das dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt, nicht sagen, wie viel Wald mit deutschen Mitteln in Brasilien erhalten oder restauriert wurde.

Die Bundesregierung verbucht es mitunter als ihren Erfolg, dass die Entwaldungsrate im Laufe der vergangenen 15 Jahre zurückgegangen ist. Zu verzeichnen sei eine „Reduzierung um 72 Prozent“, schreibt sie in ihrer Antwort. Insgesamt aber ist Brasiliens Waldbilanz weiterhin negativ.

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Zwischen 1988 und 2018 wurden allein im brasilianischen Teil Amazoniens 43,6 Millionen Hektar Regenwald abgeholzt. Brasiliens neuer Präsident Jair Bolsonaro bekundet immer wieder, dass er die Amazonas-Region erschließen, entwickeln und ausbeuten will. Naturschutzauflagen wertet der Nationalpopulist als ökonomisches Hindernis. Erst vor wenigen Tagen strich Bolsonaro die nationalen Mittel für den Kampf gegen den Klimawandel nahezu komplett.

Der FDP-Entwicklungsexperte Christoph Hoffmann fordert einen grundlegenden Wandel in der deutsch-brasilianischen Entwicklungszusammenarbeit. „Nach 25 Jahren weitgehender Erfolglosigkeit müssen endlich die Konsequenzen gezogen werden. Die Bundesregierung muss ihre Entwicklungszusammenarbeit mit Brasilien im Bereich Biodiversität streichen, wenn Bolsonaro die Axt an den Regenwald legt“, sagte Hoffmann dem RND. „Stattdessen sollte sie sich für die völkerrechtliche Ächtung negativer Waldbilanzen von Staaten einsetzen“, so der Bundestagsabgeordnete und gelernte Förster.

Sojaflächen statt Tropenwälder

Der Regenwald des brasilianischen Amazonas stellt mit 342 Millionen Hektar das weltweit größte Regenwaldgebiet dar. Brasilien hatte zwischen 2010 und 2015 den größten jährlichen Waldverlust zu verzeichnen – 0,2 Prozent seiner gesamten Waldfläche fallen jährlich Rodungen zum Opfer. Meist für Viehweiden und Sojaplantagen.

Brasilien ist der zweitgrößte Sojaproduzent der Welt. Zuletzt wurden in dem südamerikanischen Land 117 Millionen Tonnen Sojabohnen geerntet.

Im Zuge des US-amerikanisch-chinesischen Handelsstreits dürfte der Bedarf nach Ackerland weiter zunehmen: Weil sich Sojaimporte aus den USA für Chinesen stark verteuert haben, stillt Peking nun seinen Bedarf verstärkt mit brasilianischer Ware. So nimmt der Druck, Regenwald in Ackerflächen umzuwandeln, weiter zu.

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Von Marina Kormbaki/RND

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