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Politik Schule verlangt: Eltern sollen für schwänzende Kinder zahlen
Nachrichten Politik Schule verlangt: Eltern sollen für schwänzende Kinder zahlen
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17:37 02.04.2019
„Stop" steht auf einem Plakat mit einem Eisbären bei einer Klima-Kundgebung der "Fridays for Future". Quelle: Christoph Soeder/dpa
Hannover

Immer mehr Schüler folgen dem Beispiel von Greta Thunberg: Unter dem Motto „Fridays for Future“ bleiben junge Menschen der Schule fern und protestieren für das Klima. Einem bayerischen Schulleiter wird das nun zu bunt. In einem Rundschreiben teilt er kräftig aus – und droht mit Verweisen und Bußgeld für Eltern, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet.

„Wir können uns auf Dauer nicht gegen das Gesetz stellen“, gab Wolfgang Hansjakob in seinem Schreiben zu Bedenken. Und mit seiner Meinung stehe er nicht alleine da. Mehrere Schulen würden sich anschließen und künftig hart durchgreifen. Eine Grenze ziehen.

Doch warum sollen Eltern jetzt zahlen? Schulschwänzen ist eine Ordnungswidrigkeit und Erziehungsberechtigte haben die Pflicht, dass ihre minderjährigen Kinder die Schule besuchen. Bußgelder liegen somit im Bereich des Möglichen. Von den Plänen des Schulleiters wissen die zuständigen Behörden – die Bußgelder verhängen können – laut der Zeitung allerdings noch nichts.

Mutter zu Fridays for Future: Haben alles richtig gemacht

Gegen das Anliegen der Schüler habe Hansjakob natürlich nichts einzuwenden. In seinem Rundschreiben lobt er den Grundgedanken der „Fridays for Future“-Demonstrationen. Und weiter: Es würde sogar noch mehr Einsatz brauchen. Jeder solle laut dem Schulleiter seine eigenen Lebensgewohnheiten überprüfen. Nur eben nicht während der Schulzeit.

Eine Mutter reagierte gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ empört auf die Androhung von Bußgeldern. Diese seien für Eltern, die ihrem Erziehungsauftrag nicht gerecht werden. „Aber wenn Kinder für ihre Überzeugungen einstehen, denke ich mir: Alles richtig gemacht!“

Indirekte Unterstützung erhält der Direktor von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Zwar sei der moralische Appell gerechtfertigt und es gehe wirklich um die Zukunft der Schüler. Dafür einmal die Schule zu schwänzen, falle erst mal unter zivilen Ungehorsam. „Nur: Ziviler Ungehorsam ist ein symbolischer Akt. Das kann keine Dauerveranstaltung sein“, sagte Kretschmann am Dienstag in Stuttgart.

Die Proteste müssten früher oder später ein Ende finde und könnten „nicht ewig so weitergehen“.

Demonstrieren oder Verweis riskieren?

Wenn man Regeln verletze, müsse man mit Sanktionen rechnen, machte Kretschmann deutlich. „Wenn man sanktioniert wird, darf man nicht jammern.“ Irgendwann werde es zu Sanktionen kommen. „Sonst sucht sich zum Schluss jeder sein Thema aus, dass er dann irgendwie moralisch auflädt - und das geht nicht.“

Die neuen Maßnahmen treten ab sofort in Kraft. Am Freitag heißt es dann wohl für rund 1300 Schüler des Münchner Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums demonstrieren – oder riskieren zu fliegen.

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