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Politik Russland: Militärflugzeug über Syrien abgeschossen
Nachrichten Politik Russland: Militärflugzeug über Syrien abgeschossen
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15:27 18.09.2018
Ein russisches Militärflugzeug ist über dem Mittelmeer verschwunden. Quelle: Carsten Rehder/dpa
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Moskau

Inmitten nächtlicher Luftangriffe auf Syrien ist ein russisches Militärflugzeug mit 15 Soldaten über dem Mittelmeer verschwunden. Nach russischen Angaben wurde der Flieger von der syrischen Flugabwehr abgeschossen. Die Schuld sieht Russland klar bei Israel – und kündigt Konsequenzen an.

Igor Konaschenkow, Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, teilte mit, die Il-20 sei auf dem Rückflug zu ihrem Stützpunkt nahe der Stadt Latakia von der syrischen Flugabwehr getroffen worden, 35 Kilometer vor der Küste.

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Zu der Zeit hätten vier israelische Kampfjets Ziele in der gleichnamigen Provinz angegriffen. Auch das verschwundene Flugzeug habe sich auf dem Rückflug zur russischen Militärbasis Hamaimim an der Küste bei der Provinzhauptstadt Latakia befunden. „Die israelischen Piloten benutzten das russische Flugzeug als ein Schild und drängten es in die Schusslinie der syrischen Abwehr“, sagte der Generalmajor. Russland behalte sich Schritte gegen Israel vor.

Israel sieht Syrien in der Verantwortung

Die israelische Armee sieht die Verantwortung für den Abschuss des russischen Militärflugzeuges jedoch bei der syrischen Regierung. „Israel hält zudem Iran und die Hisbollah-Terrororganisation für diesen unglücklichen Vorfall für verantwortlich“, hieß es in einer Stellungnahme. Die syrische Flugabwehr habe „extensiv und ungenau“ gefeuert und „sich nicht darum geschert, ob russische Flugzeuge in der Luft waren“. Die israelischen Kampfjets hätten eine syrische Waffeneinrichtung angegriffen und seien schon wieder im israelischen Luftraum gewesen, als das russische Flugzeug getroffen worden sei. Israel drückte zugleich Trauer über den Tod der Mannschaft des russischen Flugzeugs aus.

Auch der ehemalige nationale Sicherheitsberater Jaakov Amidror wies die Vorwürfe Russlands zurück. „Wir können unsere Operationen nicht auf der Annahme aufbauen, dass es da irgendwo ein russissches Flugzeug geben wird“, sagte Amidror. Außerdem habe Israel fast alles getan, um Gefährdungen der russischen Kräfte zu verhindern. „Und Israel ist nicht so dumm, diese Politik zu verändern und Russen zu gefährden“, sagte er.

Spezielle Hotline soll Zwischenfälle verhindern

Eigentlich sollte ein versehentlicher Abschuss durch die Luftabwehr vermieden werden, dafür gibt es seit Jahren eine spezielle Hotline zwischen Russland und Israel. Erst kürzlich hatten israelische Militärs die Effektivität dieser Einrichtung hervorgehoben.

Der US-Sender CNN berichtete unter Berufung auf Regierungsquellen, die syrische Luftabwehr habe beim Abfangen israelischer Raketen versehentlich die russische Maschine abgeschossen. Die USA äußerten sich nicht, wer in der Region Luftangriffe geflogen habe, es seien aber nicht die USA gewesen.

Bei dem Raketenangriff auf ein Waffenlager in der syrischen Küstenprovinz Latakia kamen Aktivsten zufolge mindestens zwei Soldaten ums Leben, zehn weitere wurden verletzt, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Sie ging davon aus, dass Israel für den Angriff verantwortlich ist. Aktivisten in der Gegend berichteten, die Raketen seien aus Richtung des Mittelmeers gekommen.

Von RND/dpa/lf