Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Politik Venezuela: Im Machtkampf zwischen Maduro und Guaido eskaliert die Gewalt
Nachrichten Politik Venezuela: Im Machtkampf zwischen Maduro und Guaido eskaliert die Gewalt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:50 30.04.2019
Ein Regierungsgegner sitzt mit Munition, die von bewaffneten Rebellentruppen bei einem Einsatz nahe des Luftwaffenstützpunktes La Carlota benutzt wird. Der Oppositionsführer Guaido und der inhaftierte Oppositionsführer Lopez riefen Soldaten und Bevölkerung dazu auf, gegen den Staatschef Maduro auf die Straßen zu gehen. Quelle: Boris Vergara/AP/dpa
Caracas

Im zuletzt festgefahrenen Machtkampf in Venezuela hat der selbst ernannte Übergangspräsident Juan Guaidó das Militär aufgerufen, sich gegen Staatschef Nicolás Maduro zu erheben. In einem Video zeigte sich Guaidó am Dienstag mit schwer bewaffneten Soldaten und mit dem führenden Oppositionspolitiker Leopoldo López. Dieser sagte, Überläufer aus den Sicherheitskräften hätten ihn auf Anordnung Guaidós aus dem Hausarrest befreit. Die Regierung sprach von einem Putschversuch einer kleinen Gruppe an Verrätern und rief ihrerseits ihre Anhänger auf die Straße.

„Jahrelang haben wir mit den Streitkräften gesprochen - und heute wissen wir, dass sie nicht für den Diktator sind“, sagte Guaidó bei einer Rede auf dem Platz Francia de Altamira in Caracas vor tausenden Menschen. Die voranschreitende Entmachtung des sozialistischen Staatschefs Nicolás Maduro sei unumkehrbar, sagte er weiter. Im seit mehr als drei Monate andauernden Machtkampf hat sich das Militär bislang hinter Maduro gestellt.

Der selbsternannte Präsident Venezuelas Juan Guaido in Caracas. Quelle: imago images / Agencia EFEimago images / Agencia EFE

Guaidó hatte neben dem Militär alle Venezolaner aufgerufen, auf die Straße zu gehen und seine „Operation Freiheit“ zu unterstützen. „Die Zukunft gehört uns: Volk und Streitkräfte vereint für die Beendigung der Ursupierung. Zusammen sind wir unbesiegbar!“

Alle Entwicklungen in unserem Live-Blog:

 

Venezolanischer Oppositioneller López flüchtet in Chiles Botschaft

Der bedeutende venezolanische Oppositionspolitiker Leopoldo López ist mit seiner Familie in die diplomatische Vertretung Chiles in Caracas geflüchtet. Das teilte das chilenische Außenministerium am Dienstag mit.

USA rufen Regierungsmitglieder in Venezuela zu Abkehr von Maduro auf

Die USA haben Mitglieder der Regierung aufgerufen, sich gegen Präsident Nicolás Maduro zu stellen. Der nationale Sicherheitsberater John Bolton forderte den venezolanischen Verteidigungsminister Vladimir Padrino und andere am Dienstag auf, sich dem selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó anzuschließen. Er warnte, dass Venezuela in eine Diktatur abdriften werde, sollten Guaidós Bemühungen fehlschlagen. Bolton unterstrich, dass die Entwicklungen vom Dienstag keinen Coup darstellten.

Den USA gehe es um einen friedlichen Machtübergang in Venezuela, erklärte der Sicherheitsberater. Er betonte zugleich aber, dass weiterhin alle Optionen auf dem Tisch lägen. Präsident Donald Trump schrieb auf Twitter, er beobachte die Lage sehr genau. Die USA stünden an der Seite des venezolanischen Volkes, fügte er hinzu.

+++ 20.28 Uhr – Regierungstreue Gangs wollen Maduro mit Waffengewalt verteidigen

Nach der Rebellion einiger Soldaten gegen den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro wollen regierungstreue Banden den sozialistischen Staatschef mit Waffengewalt verteidigen. „Es ist der Moment gekommen, in dem wir die Revolution mit Waffen verteidigen“, sagte der Chef der Gruppe La Piedrita, Valentín Santana, in einem am Dienstag veröffentlichten Video und streckte ein Schnellfeuergewehr in die Kamera. „Wir werden unseren Präsidenten Nicolás Maduro verteidigen.“ Santanas Gang kontrolliert in der Hauptstadt Caracas die Hügel nahe dem venezolanischen Präsidentenpalast Miraflores und ist der Regierung treu ergeben.

Die sogenannten „Colectivos“ beherrschen ganze Stadtviertel, kontrollieren die Verteilung subventionierter Lebensmittel und gehen unbehelligt von der Polizei ihren illegalen Geschäften nach. Im Gegenzug gehen die Motorradgangs bei Protesten gegen die Regierung hart gegen die Demonstranten vor.

+++ 19.27 Uhr – Venezuelas Verteidigungsminister: „Putschversuch“ ist abgewehrt

Ein mutmaßlicher „Putschversuch“ der venezolanischen Opposition ist nach Angaben von Verteidigungsminister Vladimir Padrino López abgewehrt worden. Die meisten aufständischen Kämpfer hätten sich von den Straßen zurückgezogen, sagte er am Dienstag in einer TV-Ansprache. Es habe sich um einen kleinen und unbedeutenden Widerstand gehandelt, der Rest von Venezuela sei ruhig. Die Streitkräfte lehnten „diese neue Aggression“ der US-unterstützten Opposition ab, so López. Sie habe kein Gefühl für Patriotismus und sei anti-demokratisch.

+++ 18.01Uhr – Panzerwagen raste in Gruppe von Demonstranten in Venezuela

Vermummte Regierungsgegner griffen am Dienstag gepanzerte Militärfahrzeuge an. Ein Panzerwagen raste in die Menge, wie im kolumbianischen Fernsehsender RCN zu sehen war. Ob dabei Demonstranten verletzt wurden oder ums Leben kamen, war zunächst unklar. Nahe dem Luftwaffenstützpunkt La Carlota schleuderten Demonstranten Steine auf Nationalgardisten auf Motorrädern. Die Sicherheitskräfte feuerten Tränengaskartuschen in die Menge.

Venezuelas Außenminister sieht USA hinter López’ Freilassung

+++ 17.52 Uhr Der venezolanische Außenminister Jorge Arreaza hat nach der Flucht eines Oppositionspolitikers aus dem Hausarrest den USA Vorwürfe gemacht. Arreaza sagte, die USA hätten wahrscheinlich jemanden vom Wachpersonal bezahlt, damit der Oppositionsaktivist Leopoldo López freikam. Der Aufstand werde bald eingedämmt sein, sagte Arreaza der Nachrichtenagentur AP in einem Telefoninterview am Dienstag.

Leopoldo Lopez, Gründer der Oppositionspartei Voluntad Popular, der seit 2014 in Haft saß, steht am Rande eines Einsatzes nahe des Luftwaffenstützpunktes La Carlota. Quelle: Rafael Hernandez/dpa

+++ 17.41 Uhr – Außenminister Maas hofft auf friedliche Lösung in Venezuela

Bundesaußenminister Heiko Maas hofft angesichts der jüngsten Entwicklungen im venezolanischen Machtkampf zwischen dem selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó und Staatschef Nicolás Maduro auf eine friedliche Lösung. „Wir wollen nicht, dass es eine Entwicklung gibt, in der die Waffen sprechen“, sagte er am Dienstag nach einem Treffen mit dem brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro. „Jetzt wird es erst einmal darum gehen, verantwortungsvoll zu handeln. Wir wollen das nicht militärisch lösen, sondern politisch. Nur das ist wirklich nachhaltig. Dazu können alle ihren Beitrag liefern.“

+++ 17.19 Uhr – Internetzugriff in Venezuela eingeschränkt

In Venezuela ist einem Bericht zufolge nach dem Aufruf der Opposition zum Aufstand der Zugriff auf das Internet teilweise eingeschränkt worden. Netzwerke wie Facebook, Twitter und Plattformen zum Hochladen von Videos seien vorübergehend nicht mehr erreichbar gewesen, berichtete die Nichtregierungsorganisation Netblocks am Dienstag. Die Störungen führte Netblocks auf den staatlich betriebenen Internetprovider zurück, welcher den Zugang zu den Diensten eingeschränkt habe. Diese Sperrung sei jedoch nicht „zu 100 Prozent effektiv“ gewesen.

+++ 16.35 Uhr – Venezuelas Präsident: Militärkommandeure sind loyal

Trotz der Aufrufe der Opposition in Venezuela zum Sturz der sozialistischen Regierung unter Beteiligung einiger Soldaten gibt sich Staatschef Nicolás Maduro siegessicher. „Nerven aus Stahl! Ich habe mit den Kommandanten (aller Militärzonen) des Landes gesprochen. Sie haben ihre Loyalität zu Volk, Verfassung und Vaterland ausgedrückt. Ich rufe zu einer Mobilisierung des Volkes auf, um den Sieg des Friedens sicherzustellen“, schrieb Maduro am Dienstag auf Twitter. „Wir werden siegen.“

Sie sind Nicolas Maduro treu: Bolivianisches Militär in Venezuela. Quelle: AP Photo/Fernando Llano

+++ 16.10 Uhr – Russische Politiker warnen vor Eingreifen in Venezuela

Russische Politiker haben angesichts einer neuen Zuspitzung im Machtkampf in Venezuela vor einem Eingreifen von außen gewarnt. Es gebe Kräfte, die nur einen Vorwand für ein gewaltsames Einschreiten suchten, schrieb der Chef des Auswärtigen Ausschusses im russischen Föderationsrat, Konstantin Kossatschow, am Dienstag bei Facebook. Er nannte die USA nicht namentlich, forderte allerdings, den Machtkonflikt durch einen innenpolitischen Dialog und auf Grundlage der Mechanismen der Vereinten Nationen zu lösen.

Die in Venezuela arbeitenden Militärexperten aus Russland würden sich nicht einmischen, teilte die russische Botschaft in der venezolanischen Hauptstadt Caracas der Agentur Interfax zufolge mit. Sie seien nicht für Kampfhandlungen ausgebildet. Sie sollten vielmehr die von Russland gelieferten Waffensysteme einrichten und Personal ausbilden. Die Botschaft bezeichnete die Lage als ruhig

Von RND

US-Präsident Donald Trump und Spitzenpolitiker der Demokraten wollen gemeinsam an einem zwei Billionen Dollar teuren Infrastruktur-Paket arbeiten. Über die Finanzierung des Projekts wurde derweil noch nicht gesprochen.

30.04.2019

Schon als Vertreter von Barack Obama war Joe Biden bei den US-Amerikanern beliebt. Nahbar, humorvoll und erfahren zeigte sich der heute 76-Jährige als Vizepräsident. Seit wenigen Tagen ist klar: Jetzt will Biden US-Präsident. Unter den Kandidaten der Demokraten ist er schon jetzt die Nummer eins. Und auch Trump sollte zittern.

30.04.2019

Seit 1989 war Akihito der Kaiser von Japan. Mit seiner Abdankung endet nun die Heisei-Zeit, die vielen Japanern als Ära des Friedens in Erinnerung bleiben dürfte. Am Mittwoch folgt dem Tenno sein Sohn nach.

30.04.2019