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Politik Präsidentschaftswahl in Argentinien: Die linke Opposition siegt
Nachrichten Politik Präsidentschaftswahl in Argentinien: Die linke Opposition siegt
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07:56 28.10.2019
Alberto Fernandez (Mitte r.), Präsidentschaftskandidat der Peronisten, und Cristina Fernandez de Kirchner (Mitte l.), ehemalige Präsidentin von Argentinien, nach der Wahl. Quelle: Fernando Gens/dpa
Buenos Aires

Politischer Gezeitenwechsel in Argentinien: Das oppositionelle Mitte-Links-Lager steht vor der Rückkehr an die Macht. Der konservative Staatschef Mauricio Macri räumte seine Niederlage bei der Präsidentschaftswahl ein und gratulierte seinem Konkurrenten Alberto Fernández zum Sieg. Dessen Erfolg läutet auch ein Comeback der früheren Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner ein, die als dessen Vizekandidatin in den Wahlkampf zog.

Das Duo ließ sich am Sonntagabend von Tausenden Anhängern in Buenos Aires feiern. Ihre Unterstützer schwenkten die Nationalflagge und skandierten: "Wir kommen zurück!" Cristina Fernández de Kirchner zeigte sich in ihrer Dankesrede euphorisch. "Heute ist Alberto der Präsident aller Argentinier", erklärte sie. Zugleich räumte sie ein, dass der künftige Staatschef "eine sehr schwierige Aufgabe" vor sich haben werde.

“Das Einzige, das uns umtreibt, ist, dass das Leid der Argentinier ein für allemal aufhört.”

Alberto Fernández, Wahlsieger in Argentinien

Alberto Fernández erklärte vor seinen Anhängern, er werde auf die Hilfe der Macri-Regierung angewiesen sein, um mit der ihm hinterlassenen "Asche" Argentiniens Wiederaufbauarbeit leisten zu können. "Das Einzige, das uns umtreibt, ist, dass das Leid der Argentinier ein für allemal aufhört", betonte Fernández mit Blick auf die aktuelle Wirtschaftskrise.

Macri teilte enttäuschten Unterstützern zuvor mit, dass er seinen Kontrahenten nicht nur beglückwünscht, sondern ihn für Montag zu einem Frühstück in den Präsidentenpalast eingeladen habe. Denn nun sei ein geordneter Übergang nötig, der allen Argentiniern Ruhe verschaffe.

Offiziellen Teilergebnissen zufolge kam Fernández auf 48 Prozent der Stimmen, Amtsinhaber Macri auf rund 40 Prozent, wie die Behörden nach Auszählung von rund 96 Prozent der Stimmen mitteilten. Ein Kandidat benötigt eine Zustimmung von 45 Prozent oder 40 Prozent mit einem Vorsprung von zehn Prozent vor seinem ärgsten Rivalen, um eine Stichwahl zu vermeiden. Die amtlichen Teilergebnisse müssen noch bestätigt werden.

Wähler strafen Macri offenbar für dessen Sparmaßnahmen ab

Der weitgehend friedliche Wahlkampf in Argentinien wurde von Sorgen vor wachsender Armut, steigender Inflation und massiver Abwertung der Ortswährung dominiert. Die Wähler straften nun offenbar Macri für dessen Sparmaßnahmen ab, die er für eine Wiederbelebung der lahmenden Konjunktur als unerlässlich bezeichnet hatte. Viele Argentinier trieb der Frust über Einschnitte bei Subventionen, die zu steigenden Kosten für Energieversorgung und Nahverkehr geführt haben, auf die Straße.

Im Wahlkampf hatte Macri bei Wählern um Geduld gebeten, um die Geschicke des Landes zu wenden. Zudem erinnerte er sie an Korruptionsvorwürfe gegen Ex-Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner. Sie hat jegliches Fehlverhalten zurückgewiesen. Das Macri-Lager warnte zudem, dass Fernández de Kirchner bei einem Regierungswechsel als wahre Strippenzieherin hinter den Kulissen die Politik bestimmen würde.

Alberto Fernández diente von 2003 bis 2007 als Staatschef unter Fernández de Kirchners Vorgänger und mittlerweile verstorbenen Ehemann Néstor Kirchner. Dieses Amt bekleidete Alberto Fernández auch eine zeitlang in ihrer Präsidentschaft, die von 2007 bis 2015 dauerte.

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