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Politik Piñera wird erneut Präsident von Chile
Nachrichten Politik Piñera wird erneut Präsident von Chile
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08:27 18.12.2017
Der konservative Kandidat Sebastian Pinera und seine Frau Cecilia Morel bejubeln den Wahlsieg. Quelle: AP
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Santiago de Chile

Der konservative Unternehmer Sebastián Piñera wird in Chile die Nachfolge der sozialistischen Staatspräsidentin Michelle Bachelet antreten. Der Kandidat der Oppositions-Koalition kam am Sonntag nach Auszählung von 99,9 Prozent der Stimmen auf 54,6 Prozent, der Mitte-Links-Kandidat Alejandro Guillier auf 45,4 Prozent.

Guillier erkannte seine Niederlage am Sonntagabend (Ortszeit) an und gratulierte Piñera zum Wahlsieg. Auch Staatschefin Bachelet wünschte Piñera in einem über Fernsehen übertragenen Telefongespräch Erfolg für seine Präsidentschaft.

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Piñera, der schon von 2011 bis 2014 Präsident war, rief seinen unterlegenen Rivalen zur Zusammenarbeit auf, um vor allem die ärmsten Bevölkerungsschichten zu schützen. Das Regierungsprogramm Guilliers enthalte sehr gute Vorschläge, sagte er.

Südamerika rückt nach rechts

Piñera wird Chile wieder nach rechts rücken. Der Unternehmer will das abgeflaute Wirtschaftswachstum ankurbeln, das während seiner ersten Amtszeit noch bei durchschnittlich 5 Prozent lag. Zudem hat er angekündigt, einige Sozialreformen Bachelets, wie die Lockerung des strikten Abtreibungsverbots, zu modifizieren. Bei der kostenlosen Hochschulbildung lenkte er zuletzt ein und versicherte, diese im Bereich der technischen Studiengänge ausbauen zu wollen.

Wahlberechtigt waren 14,3 Millionen Chilenen. Die Wahlbeteiligung lag mit 49 Prozent zwei Prozentpunkte über der des ersten Durchgangs. Der Amtsantritt des neuen Staatschefs in dem südamerikanischen Land ist für den 11. März 2018 vorgesehen.

Nach der Amtsübernahme des Präsidenten Michel Temer in Brasilien und der Wahl von Mauricio Macri in Argentinien hat sich mit der Wahl Piñeras der konservative Umschwung in den größten Ländern Südamerikas bestätigt. Mit der Amtsenthebung der brasilianischen Staatschefin Dilma Rousseff und dem Abgang von Cristina Fernández de Kirchner in Argentinien sowie von Bachelet in Chile werden alle Länder Südamerikas wieder von Männern regiert.

Von RND/dpa