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Nachrichten Politik Papst wirft Europa Inkonsequenz im Umgang mit Flüchtlingen vor
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07:51 01.04.2019
Papst Franziskus hat bei einem Beusch in Marokko die Ausgrenzung von Minderheiten verurteilt und vor einer „kurzsichtigen, spalterischen Denkweise“ gewarnt. Quelle: Alberto Pizzoli/AFP pool/dpa
Rom

Papst Franziskus hat europäischen Regierungen beim Versuch, Migration einzudämmen, Inkonsequenz vorgeworfen. Zuallererst müsse sichergestellt werden, „dass die Menschen, die migrieren, die vor Krieg und Hunger flüchten, dies nicht tun müssen. Aber wenn ein so großzügiges Europa Waffen verkauft, an den Jemen, um Kinder zu töten. Wie kann Europa da konsequent sein?“, kritisierte das katholische Kirchenoberhaupt am Sonntag in der Pressekonferenz während des Rückflugs von der marokkanischen Hauptstadt Rabat nach Rom.

Der Papst sprach damit ein heikles Thema an, bei dem auch die Bundesregierung zuletzt im Fokus stand. Vergangene Woche war bekannt geworden, dass die große Koalition in ihrem ersten Amtsjahr Rüstungslieferungen im Wert von rund 400 Millionen Euro an die von Saudi-Arabien geführte Jemen-Kriegsallianz genehmigt hatte - trotz eines von Union und SPD im Koalitionsvertrag vereinbarten teilweisen Exportstopps. Hauptempfänger waren die beiden Länder, die am aktivsten in den Jemen-Krieg eingegriffen haben: Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Der Krieg hat in dem Land auf der arabischen Halbinsel eine riesige humanitäre Krise ausgelöst.

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Europa müsse in die Bildung und wirtschaftliche Entwicklung ärmerer Länder investieren, um „Migration nicht mit Gewalt, sondern mit Großzügigkeit“ zu stoppen, forderte Franziskus. Das sei auch ein Ansatz, den Bundeskanzlerin Angela Merkel vorangetrieben habe.

Papst kritisiert spanische Regierung: „Sollen sie ertrinken?“

In einem Fernsehinterview rief er die Europäer zu mehr Hilfe und Verständnis für Flüchtlinge aufgefordert. Es reiche nicht, Migranten nach ihrer Ankunft sich selbst zu überlassen - das sei „ein enormer Mangel an Respekt“.

Sie müssten hingegen auf ihrem weiteren Weg begleitet und in ihr neues Umfeld integriert werden, sagte der Pontifex in dem am Sonntagabend ausgestrahlten Interview mit dem spanischen Sender „La Sexta“. Dass jedes Jahr Zehntausende Menschen auf ihrem Weg nach Europa ums Leben kämen, sei „gefühllos“ und „ungerecht“.

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Mit Blick auf ein im Hafen von Barcelona blockiertes Rettungsschiff der Hilfsorganisation „Proactiva Open Arms“ kritisierte Franziskus die spanische Regierung. Die Hafenbehörde, die dem Infrastruktur-Ministerium in Madrid untersteht, hindert das Schiff seit Monaten daran, vor der Küste Libyens ertrinkende Menschen zu retten. „Warum tun sie das? Sollen sie ertrinken?“, fragte der 82-Jährige.

„Wer eine Mauer baut, der wird selbst am Ende zu einem Gefangenen dieser Mauer“

Die Organisation hat mittlerweile auf Twitter unter dem Hashtag #FREEOPENARMS einen Zähler eingerichtet, auf dem zu lesen ist, dass seit dem Beginn der Blockade mehr als 360 Migranten ertrunken seien. Das Open-Arms-Schiff hatte Ende Dezember mehr als 300 Flüchtlinge nach Südspanien gebracht, nachdem sich Italien und Malta geweigert hatten, diese aufzunehmen.

Franziskus äußerte sich auch zur von US-Präsident Donald Trump geplanten Mauer an der Grenze zu Mexiko. „Wer eine Mauer baut, der wird selbst am Ende zu einem Gefangenen dieser Mauer“, so der Kirchenführer. „Das ist ein universelles Gesetz.“

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Das einstündige Gespräch mit dem bekannten spanischen Journalisten Jordi Évole war am 22. März im Vatikan aufgezeichnet worden.

Von RND/dpa/ngo

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