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Politik Ostdeutsche und Männer beurteilen Integration zunehmend skeptischer
Nachrichten Politik Ostdeutsche und Männer beurteilen Integration zunehmend skeptischer
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11:16 17.09.2018
In Rostock werden Migranten durch eine Ausbildung für den Arbeitsmarkt fit gemacht. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
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Berlin

Die Deutschen beurteilen das Integrationsgeschehen in Deutschland einer Studie des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration zufolge derzeit schlechter als 2015. Dies lasse sich auf zwei Gruppen zurückführen: „Ostdeutsche und männliche Befragte“, heißt es im Integrationsbarometer 2018 des Sachverständigenrats.

Die Experten erklären die Skepsis bei den Ostdeutschen in puncto Zuwanderung mit geringerer Erfahrung mit kultureller Vielfalt. Pessimistisch seien vor allem die Personen, die im persönlichen Umfeld wenig oder gar keinen Kontakt zu Zuwanderern hätten. Dies sei bundesweit zu beobachten. Verstärkt werde der Effekt im Osten der Bundesrepublik, weil Erfahrungen mit ethnischer Vielfalt dort die Ausnahme seien. Allgemein von einem „ostdeutschen Integrationspessimismus“ zu sprechen, lehnen die Sachverständigen daher ab.

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Der Unterschied zwischen Ost und West habe sich bereits beim 2015 erhobenen Integrationsbarometer gezeigt, heißt es in der Studie. Die unterschiedlichen Beurteilungen bei Männern und Frauen seien dagegen erstmals festzustellen. Männer bewerten demnach beispielsweise die Situation an Schulen mit einem Mix von Schülern mit und ohne Migrationshintergrund schlechter.

Geschlechtsspezifischer Unterschied zur im Westen zu beobachten

Eine Erklärung liefern die Autoren mit Verweis auf andere Studien mit der Tatsache, dass Frauen häufiger in der Flüchtlingshilfe aktiv sind. Der geschlechtsspezifische Unterschied sei allerdings nur im Westen zu beobachten. Im Osten gebe es keine signifikante Abweichung zwischen Männern und Frauen.

Für das Integrationsbarometer wurden den Angaben zufolge zwischen Juli 2017 und Januar 2018 rund 9.300 Personen mit und ohne Migrationshintergrund bundesweit befragt. Anhand verschiedener Kriterien misst die Studie den sogenannten Integrationsklima-Index auf einer Skala von 0 bis 100. 2018 ist er auf 63,8 Punkte gesunken, 2015 lag er noch bei 65,4 Prozent. Eine Mehrheit der Deutschen beurteile die Integration damit aber positiv, wertete die Studie den Wert.

Von RND/epd/ngo

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