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Politik Neue Gentechnikverfahren: Behörden liegen schon Zulassungsanträge vor
Nachrichten Politik Neue Gentechnikverfahren: Behörden liegen schon Zulassungsanträge vor
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05:03 25.07.2018
Ein Schild mit der Aufschrift „Genfood“, aufgenommen vor einem gentechnisch veränderten Maiskolben auf einem Feld. Quelle: dpa
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Berlin

Bei der Herstellung der Apfelsorte, des Raps und der neuen Züchtung der Krautpflanze Ackerschmalwand kamen die umstrittenen neuen Genscheren zum Einsatz. Das geht aus der Antwort des Bundeslandwirtschaftsministeriums auf eine Schriftliche Frage des Grünen-Abgeordneten Harald Ebner hervor, aus der das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) berichtet. Am Mittwoch verkündet der Europäische Gerichtshof sein Urteil zur Frage, wie neue gentechnische Verfahren wie etwa die Grenschere CRISPR/Cas nach dem EU-Gentechnikrecht zu werten sind.

„Die Behörden des Agrarministeriums dürfen das heutige EuGH-Urteil auf keinen Fall als Freibrief für eigenmächtige Entscheidungen darüber betrachten, was Gentechnik ist und was nicht“, forderte der Grünen-Gentechnik-Experte Ebner. „Es wäre fatal, wenn sie jetzt einfach loslegen würden und Fakten schaffen, indem sie etwa den vorliegenden Anträgen bescheinigen, dass es sich dabei nicht um Gentechnik handelt“, warnt der Bundestagsabgeordnete.

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Als „beunruhigend“ bezeichnete Ebner Aussagen von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU), die eine größere Offenheit gegenüber neuen Methoden der Gentechnologie angemahnt hatte. Im Interview mit dem RND hatte Klöckner am 14. Juli vor einer „reflexartigen Ablehnung“ neuer Methoden gewarnt und auf „Chancen“ neuer Züchtungsmethoden verwiesen, etwa zur Bekämpfung des Hungers in afrikanischen Staaten. Dagegen fordert der Grünen-Politiker Ebner: „Regulierung, Sicherheitsprüfung und Kennzeichnung auch neuer Gentechnik als Gentechnik ist ganz klar geboten.“ Klöckner habe sich im Koalitionsvertrag darauf verpflichtet - „jetzt muss sie zu ihrem Wort stehen“, so Ebner.

Von RND

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